Diese Zeitreise durch die Musikgeschichte will nicht so richtig zünden!
UNFALLGEFAHR Die Sprünge sind waghalsig, das
Scheinwerferlicht siedend heiß – die Frisur hält. BILD: PLAYZONE
Noch bevor alle ausgehungerten Sofarocker ihre Fingerkuppen mit Teil 3 strapazieren können, schickt Harmonix, quasi als Guitar Hero-Abschiedsgeschenk, bevor die Entwickler sich komplett Rock Band widmen, die Serie in die 80er-Jahre zurück. Rocks the 80s ist zwar wegen der recht speziellen Songauswahl mit Titeln wie "Ballroom Blitz" von Krokus, "Radar Love" von White Lion oder "Wrathchild" von Iron Maiden nicht jedermanns Sache. Wenn Sie allerdings schon damals zu den Songs von Anthrax oder Dio Ihre Nackenmuskeln gequält haben und jetzt auch selbst abrocken möchten, ist Rocks the 80s eigentlich das Richtige. "Eigentlich" deshalb, weil Rocks the 80s zum Vollpreis auf die rockende Kundschaft losgelassen wird - und das ist angesichts des deutlich geringeren Umfangs definitiv ein ganz dicker Kritikpunkt. Die eben schon genannten Songs sind Teil der insgesamt 30 Titel umfassenden Tracklist, was gemessen an Teil 2 mit seinen 64 Songs schon sehr wenig ist.
WENN, DANN BITTE RICHTIG
SOLOAUFTRITT Dieser Rock-Dämon ist der
einzige freischaltbare Charakter. BILD: PLAYZONE
Die Bühnen sind bis auf wenige 80er-Jahre-Accessoires identisch mit den Schauplätzen aus Guitar Hero II. Des Weiteren können Sie mit sechs Figuren, die passend zu den 80er-Jahren mit allerlei Frisur-Unfällen und Modeausrutschern versehen wurden, losrocken. Die Tatsache wiederum, dass Ihr Gitarrist die einzige Person auf der Bühne in diesem ausgefallenen Design ist, unterstreicht die schlampige Herangehensweise an die an sich reizvolle Thematik und lässt nicht die passende Stimmung aufkommen. In Sachen Langzeitmotivation bietet Ihnen Rocks the 80s lediglich den aus Teil 2 bekannten Mehrspielermodus, denn im Laden können Sie lediglich dieselben 24 Gitarrenmodelle käuflich erwerben wie in Teil 2. Wieso hat man keine neuen Gitarrenmodelle oder neue Charaktere ins Spiel integriert? Insgesamt macht Rocks the 80s eher den Eindruck eines schnell hinprogrammierten Add-ons als einer soliden Ergänzung und ist nur absoluten 80er-Jahre-Fans zu empfehlen.