’Oni verbindet zwei der coolsten Sachen überhaupt: Anime- und Hong-Kong-Actionfilme im Stil von John Woo.’
14.05.2001 14:42 Uhr - So beschreibt Producer Jeronimo Barrera von Rockstar Games sein Spiel. Das recht kurze, flotte Intro macht deutlich, dass die Realität nicht allzu weit von der Vision entfernt ist - der hochqualitative Zeichentrick-Clip entstand in den gleichen Studios wie der Kult-Anime Akira. Im Spiel selbst übernehmen Sie die Steuerung der Elite-Polizistin Konoko, die für die TCTF (Technology Crimes Task Force) gegen das verbrecherische Syndikat ankämpft. Neben dem Erforschen der riesigen Levels und einigen einfacheren Rätseln steht bei Oni vor allem der Kampf gegen zahlreiche Gegner - oft auch mehrere gleichzeitig - im Mittelpunkt. Zusätzlich zu den etlichen Feuerwaffen, von denen Sie übrigens nur eine auf einmal tragen können, darf Konoko auch auf zahlreiche Nahkampf-Techniken zurückgreifen, die allesamt über vier Aktionsknöpfe (Schlag, Tritt, Springen, Ducken) ausgelöst werden. Finden Sie zufällig einen neuen Move heraus, wird dieser im jeweiligen Statusbildschirm festgehalten. Specialmoves, die in bester Beat-"em-Up-Tradition von entsprechenden Kampfschreien begleitet werden, und Griffe, mit denen Sie einen Gegner entwaffnen können, sorgen für mehr Tiefgang als bei vielen vergleichbaren Spielen. Vom Papier auf die PS2 Das gelungene Charakter-Design stammt zwar von Bungie selbst, steht aber den als Vorbild dienenden japanischen Animes erfreulicherweise kaum nach. Auch bei der Darstellung der Figuren als 3D-Modelle haben die Entwickler solide Arbeit abgeliefert, was durch die gelungenen Animationen noch deutlich aufgewertet wird. Bei der Umgebung sieht die Sache etwas anders aus. Zwar wurden die Levels von einem richtigen Architekten entworfen und erst dann von den Entwicklern mit Gegnern und Missionszielen gefüllt, doch grafisch kann das Ganze nicht wirklich überzeugen. Die Umgebung wirkt oft trist und steril, ganze Räume sind teilweise nur mit einer einzigen Textur tapeziert, die zigfach wiederholt wird. Wir konnten bei der Oni-Präsentation in München zwar nur die PC-Version begutachten (das PS2-Entwicklungssystem war auf dem Weg nach Deutschland verloren gegangen), doch aufgrund des begrenzten Grafikspeichers dürfte die Texturarmut bei der PlayStation-2-Version noch deutlicher werden. Ebenso wie der Grafik scheint es auch dem Spielablauf etwas an Abwechslung zu mangeln.
KNALLHARTER KICK Specialmoves werden mit entsprechenden Effekten in Szene gesetzt.
DREIFACHER ÄRGER Zwei Gegner plus Laserbarrieren gehören zu den schwierigeren Spielsituationen.
IM FADENKREIS Die Zielhilfen bei einigen Feuerwaffen sehen recht ungewöhnlich aus.