23.03.2007 15:00 Uhr -2D-Bitmap-Action zu Lande, zu Wasser und in der Luft!
Am Anfang der Metal Slug-Serie stand nur eine Idee - am Ende wurde es Kult. Als Entwickler Nazca 1996 den Entschluss fasste, ein "einsteigerfreundliches Action-Spiel mit Zwei-Button-Unterstützung" zu entwickeln, konnte niemand ahnen, dass Metal Slug zehn Jahre später zu den erfolgreichsten Jump & Shoots der Videospielgeschichte gehören würde. Pünktlich zum Jubiläum erscheint nun die Metal Slug Anthology und verspricht mit der innovativen Steue-rung und den gesammelten Werken ein Freudenfest für Wii-Besitzer und Retro-Fans zu werden - happy birthday!
Mit viel Liebe zuM Detail
Zum ersten Mal erscheinen alle sieben Teile (Metal Slug 1-6 und X) der 2D-Bitmap-Ballerei in Deutschland, und zwar in einer originalgetreuen 1:1-Umsetzung aus japanischen Spielhallen - Blutfontänen inklusive. Das klingt brutal und ist es auch, aber schließlich herrscht in Metal Slug Krieg und als Soldat im Einsatz gibt es nur eine Aufgabe: in jeder Mission ohne Rücksicht auf Verluste alles über den Haufen zu schießen, was sich einem in den Weg stellt.
Konkret ist das eine riesige Armee aus Soldaten, Außerirdischen, Mumien, Yetis oder Riesenkrabben - die Entwickler hetzen euch alles auf den Leib, was irgendwo im Universum kreucht oder fleucht. Und was braucht ihr für deren Vernichtung? Richtig: Waffen, jede Menge Waffen, eines der Markenzeichen der Serie. Angefangen bei der legendären Heavy Machine Gun über den Rocket Launcher, Laserkanonen und Flammenwerfer bis hin zur Shotgun habt ihr die Ausrüstung aber auch bitter nötig, um nicht im ersten Kugelhagel ins Gras zu beißen.
Sammelt ihr eine neue Waffe auf, so ertönt aus den Boxen passend "Heavy Machine Gun" und ein diabolisches Lächeln legt sich auf euer Gesicht. Es klingt vielleicht makaber, aber noch nie hat der Einatz in einem Kriegsspiel so viel Spaß gemacht wie hier, was primär am liebevoll gezeichneten Comic-Stil liegt, der mit seinem karikaturistischen Charakter voller Selbstironie steckt. Soldaten sinken vom Kugelhagel getroffen theatralisch ins Gras, schrecken urplötzlich vom Lagerfeuer auf, wenn ihr sie mit einer Handgranate vom Suppekochen abhaltet, oder ein Kuckuck versucht in den Baumwipfeln verzweifelt ein Ei aus dem gerade besetzten Nest zu schubsen - so viel Liebe zum Detail gibt es selten.
Als Kulisse der Action-Orgie dienen die abgefahrensten Schauplätze rund um den Globus: düstere Pyramidengänge in Ägypten, schneebedeckte Berghänge in Alaska oder ein völlig verwandeltes London. Aber das ist nicht alles - typisch sind auch die unzähligen namensgebenden Slugs, auf gut Deutsch verschiedene Kriegsfahrzeuge. Mal hüpft ihr in ein Mini-U-Boot, dann steigt ihr in ein Flugzeug oder schnappt euch einen mit Kanonen bestückten Esel oder ein Kamel - für Abwechslung ist gesorgt. Highlight sind natürlich die riesigen Endgegner, unter ihnen immer wieder General Morden, seines Zeichens euer Erzrivale und von Beruf Diktator, der den ganzen Krieg angezettelt hat.
Granaten aus dem Handgelenk schütteln
Bei der Steuerung hat sich Entwickler Ignition richtig ausgetobt: Entweder steuert ihr mit dem Nunchuk alleine oder nur mit der Wii-Fernbedienung oder gar mit beiden zusammen - es gibt insgesamt sechs verschiedene Möglichkeiten, von denen jedoch vier über das Urteil "gewöhnungsbedürftig" nicht hinauskommen. Am besten steuert sich Metal Slug mit dem GameCube-Controller oder der Wii-Fernbedienung alleine. Besonders letzte Möglichkeit ist durchaus gelungen, denn indem ihr diese kurz zur Seite neigt, könnt ihr Granaten werfen.
Der Classic-Controller wird hingegen leider nicht unterstützt. Metal Slug Anthology punktet sicher nicht durch eine bombastische Präsentation oder tolles Bonusmaterial, sondern durch eine originalgetreue 1:1-Umsetzung der Arcade-Hits. Egal ob alleine oder zu zweit, Metal Slug Anthology ist das perfekte Ballerspektakel für zwischendurch. In diesem Sinne: "Mission: complete!"
Derartige Explosionen gibt es im Sekundentakt.
BILD: N-ZONE
Kriegselefanten sind mit einem Maschinengewehr ausgerüstet.
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Die Slugs sind das Herzstück der Serie.
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Auch U-Boote sind mit
schwerer Bewaffnung ausgestattet.
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Ich bin begeistert, fasziniert mich die Metal Slug-Serie doch schon seit dem ersten Teil 1996. Kaum eine Serie glänzt mit mehr Liebe zum Detail und bietet unkompliziertere Arcade-Action als Metal Slug. Mein persönliches Highlight sind immer noch die vielen verschiedenen Slugs und die riesigen Endgegner. Besonders im Zweispieler-Modus macht es so richtig Laune, General Morden einzuheizen. Über das Bonusmaterial bin ich allerdings enttäuscht. Etwas mehr als ein paar Artworks, Musikstücke und ein Interview in Textform hätte ich mir schon gewünscht.