20.01.2007 15:00 Uhr - Liebesgrüße aus Solingen: Wir lassen die Messer scheppern und zeigen's den Schlitzaugen!
Damit hatte sicherlich niemand gerechnet: Als die USK vor einigen Wochen Red Steel gemeinsam mit Call of Duty 3 inspizierte, zückten die Jugendwächter unbarmherzig den blutroten Stempel "Keine Jugendfreigabe". Dem Action-Shooter bleibt damit zwar das Schicksal der Indizierung erspart, wodurch das Spiel nicht mehr hätte verkauft werden dürfen, aber eines steht fest: Ego-Shooter haben auf Wii einen schweren Stand. Ähnlich hart urteilte die USK zuvor übrigens bei Lightgun-Shootern, die der Prüfstelle offenbar zu direkt ins Spielgeschehen eingriffen. Ob tatsächlich eine Bedrohung von der Wii-Fernbedienung ausgeht, bleibt abzuwarten - denn während des ganzen Spiels fließt kein einziger Tropfen Blut! Rot ist tabu!
Neben der Tatsache, dass die Farbe unseres Lebenssafts nur im Titel des Spiels auftaucht, ist auch die Story von Red Steel recht züchtig: Die asiatische Freundin eures Protagonisten Scott wurde von der Yakuza - einer mafiaartigen Organisation im Land des Lächelns - gekidnappt und ihr folgt ihrer Fährte, um die Herzensdame aus den Klauen der schlitzäugigen Verbrecherbande zu retten. Die Odyssee eures verwegenen Charakters führt dabei durch siffige Autowerkstätten, verwinkelte Lagerhallen und - was in keinem guten Action-Streifen fehlen darf - Asia-Restaurants zur Hochbetriebszeit. Statt lange zu überlegen spricht Scott einfach die Sprache seiner Waffen, die der Spieler mit der Wii-Fernbedienung kontrolliert. Action-Man
Wir konnten Red Steel erstmals auf der E3 im Mai dieses Jahres anspielen und sind überrascht, welche Fortschritte die Steuerung des Titels gemacht hat: Die Ballerabschnitte profitieren davon, dass sich das Spiel für einen Ego-Shooter relativ langsam steuert. Dies ist jedoch nicht negativ gemeint, schließlich hat man so genug Zeit, seine Gegner ins Fadenkreuz zu nehmen oder die Blickrichtung zu ändern, denn beides funktioniert einzig und allein mit der Wii-Fernbedienung. Wir haben nachgemessen: Die Sensibilität, um eine 360-Grad-Drehung hinzulegen, beträgt in der langsamsten Kalibriering 4,4 Sekunden. Wer sich mit der Steuerung vertraut gemacht hat - wofür wir für einen Durchschnittsspieler etwa eine Stunde veranschlagen -, sollte sich für die hohe Sensibilität entscheiden: Hier dreht ihr euch in knapp 2 Sekunden um die eigene Achse. Gut gelungen ist den Entwicklern übrigens die direkte Einflussnahme auf die Position der Waffen auf dem Bildschirm: Neigt ihr die Fernbedienung schräg, könnt ihr beispielsweise mit euren Schießeisen leichter um Ecken feuern. Noch dazu schaut diese Haltung, die jedoch nicht bei allen Waffen möglich ist, sehr cool aus! Action ist das große Schlagwort bei Red Steel: Mal müsst ihr die Fahrt eines Yakuza-Fluchtwagens vorzeitig mit einem Schuss beenden, an anderer Stelle bewegt ihr euch auf einem Fließband vorwärts oder nehmt von der Ladefläche eines Pick-up-Vehikels eure Feinde ins Visier. Erkauft wird diese Dauer-Action durch vorgegebene Ereignisse und einen hohen Grad an Linearität. Auch die Intelligenz der Gegner ist nicht besonders hoch - doch dies wird gut dadurch kaschiert, dass sich die Feinde meist hinter Kisten verschanzen und durch regelmäßiges Auftauchen nach eurem Leben trachten. Eisen ist gesund!
Die Solinger Metall-Manufaktur wäre stolz darauf, einen solchen Großabnehmer für ihre gestählten Klingen zu haben: Da der Yakuza Pistolen allein zu öde sind, fuchteln die Jungs gerne mal mit Schwertern um sich. An bestimmten Punkten - etwa alle 20 Minuten im Spiel - mutiert eure Wii-Fernbedienung zur rasiermesserscharfen Riesenklinge. Mit dem Nunchuk blockt ihr dabei die Angriffe eures Rivalen und eröffnet mit der rechten Hand den Angriff. Die Bewegungen werden, wie wir in der letzten N-ZONE schon herausgefunden haben, hier zwar nicht 1:1 auf den Bildschirm übertragen, stattdessen gibt es acht vorgegebene Aktionen. Die Balance zwischen den Pistolen-Schießereien und den Schwertmissionen ist während des ganzen Spiels aber gut ausgewogen - da vor jedem Klingenstreich außerdem ein Checkpoint platziert ist, bleiben Frustmomente weitgehend erspart. Der Technik-Check
Grafisch ist Red Steel ein durchweg nettes Spiel, das anhand hübscher Bodenspiegelungen, netter Lichteffekte und dem gut inszenierten Slow-Motion-Zielmodus zeigt, was man aus der ersten Generation an Wii-Software herausholen kann. Dass das Ende der Fahnenstange aber bei weitem noch nicht erreicht ist, zeigt manche verwaschene Textur, außerdem ruckelt es hier und da. Vor allem im Multiplayer-Modus, in dem sich bis zu vier Spieler ohne die Beteiligung von computergesteuerten Bots mit Pistolen duellieren, geht die Aufbaurate manchmal in die Knie.
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Mit dem Nunchuk wird geblockt, die Wii-Fernbedienung lässt euren Degen rasseln.
BILD: N-ZONE
Nach dem Kampf entscheidet ihr, ob ihr dem Typen den "Finishing Move" verpasst oder nicht.
BILD: N-ZONE
Dieses Mädel stören wir malbesser nicht in ihrem Berufsumfeld!
BILD: N-ZONE
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