02.02.2007 15:00 Uhr -Zum ersten Mal streift Lara Croft auch auf dem GameCube durch mystische Tempel.
Die Jägerin der verlorenen Schätze hat es in ihrem siebten Abenteuer endlich auch auf den GameCube verschlagen. Dabei macht Lara Croft auch auf Nintendos Zauberwürfel eine gute Figur und man fragt sich, warum Eidos erst jetzt den Schritt wagt, Tomb Raider auf den GameCube umzusetzen. Inhaltlich handelt es sich bei Tomb Raider Legend um eine 1:1-Portierung des bereits im Frühjahr erschienenen Titels für die PlayStation 2. Darin verschlägt es euch in der Rolle der Archäologin Lara Croft unter anderem nach Peru, Ghana, Kasachstan und Nepal in uralte Tempel, Gräber und Heiligtümer - immer auf der Suche nach antiken Artefakten. Auch ein Ausflug in das Nachtleben von Tokio steht auf dem Programm.
Zwischendurch sorgen Motorradpassagen für Kurzweil, leider sind diese Abschnitte technisch und spielerisch etwas unaus-gegoren. An anderen Stellen müsst ihr im Stil von Resident Evil 4 Reaktionsschnelligkeit beweisen, damit sich Lara rechtzeitig vor einem herannahenden Balken duckt oder von einer abstürzenden Bodenplattform rettet. So wird in einigen Zwischensequenzen der Controller-Knopf eingeblendet, den ihr möglichst schnell drücken musst, damit Lara die gewünschte Aktion ausführt.
Die Schauplätze sind abwechslungsreich und atmosphärisch inszeniert und gewinnen im Verlauf des Abenteuers zunehmend an Qualität. Je länger man spielt, desto mehr zieht einen die mystisch angehauchte Geschichte, die tiefe Einblicke in Laras Familienleben und ihre Vergangenheit bietet, in ihren Bann und man möchte immer wissen, wie es weitergeht. Die zahlreichen Abschnitte bieten zudem versteckte Geheimnisse wie freischaltbare Cheat-Codes, Bonuskostüme oder Konzeptgrafiken. Darüber hinaus integrierten die Entwickler noch Laras Anwesen Croft Manor als groß angelegten und unabhängig vom Story-Modus anwählbaren Übungslevel ins Spiel.
Gelungene Abenteuer-Action-Mischung
Das Gameplay ist unterteilt in Adventure-, Baller- und Rätsel-Abschnitte. So kraxelt ihr ähnlich wie in der Prince of Persia-Trilogie an felsigen Wänden entlang, springt in einer Tempelruine von Säule zu Säule oder überwindet große Abgründe. Dabei erreicht Lara weder die optische Grazie noch die spielerische Brillanz des persischen Prinzen, kann aber dennoch überzeugen. Bei den Rätseln griffen die Entwickler auf bekannte Schemata zurück und integrierten zahlreiche Schalter- oder Schieberätsel ins Spiel.
Ganz so altbacken, wie es sich zunächst anhört, sind die Rätsel aber nicht. Denn die Programmierer schufen eine gute Physik-Engine für Tomb Raider Legend, die bei zahlreichen Aufgaben eine Rolle spielt. Ein Beispiel: Bei einem Rätsel müsst ihr drei Bodenplatten mit Kisten beschweren. Anfangs steht allerdings nur eine Kiste zur Verfügung. Die anderen beiden Kisten stehen in einem Wasserloch und müssen erst mit einer Wippe auf die höher gelegene Ebene mit den Bodenplatten katapultiert werden.
An anderen Stellen muss man auch Laras neues Spielzeug, einen Magnethaken, einsetzen. Befindet sich metallische Gegenstände in Laras näherer Umgebung, könnt ihr euch mithilfe des Hakens über Abgründe schwingen, entfernte Gegenstände zu euch ziehen oder Statuen umschmeißen. Technisch ist Tomb Raider Legend für den GameCube ordentlich, mehr aber auch nicht.
Während das Leveldesign sehr gut ist, kommt das Spielgeschehen gelegentlich ins Ruckeln und einige Texturen sind niedrig aufgelöst. Auf der akustischen Seite überzeugen die gute deutsche Synchronisation und die atmosphärische Musikbegleitung. Allen Action-Adventure-Fans sei Laras erstes und letztes GameCube-Abenteuer wärmstens ans Herz gelegt.
Manchmal rutscht Lara nach einem Sprung ab. Ein schneller Druck auf Y verhindert dies.
BILD: N-ZONE
Die Motorradabschnitte im Spiel sind etwas uninspiriert, sorgen aber für Abwechslung.
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In einigen Zwischensequenzen müsst ihr Lara per Knopfdruck vor dem Tod bewahren.
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Die ersten Tomb Raider-Spiele habe ich seinerzeit noch mit Genuss auf dem PC gespielt - die letzten Teile mangels Zeit und schnellem PC allerdings nicht mehr. Umso erfreulicher finde ich es, dass Lara jetzt endlich auf dem GameCube zur Schatzsuche ansetzt. Zwar hat mich Laras neuestes Abenteuer längst nicht so fasziniert wie die Auftritte des persischen Prinzen, Spaß gemacht hat mir der Titel dennoch.