05.11.2006 15:00 Uhr - Nur mit viel Körpereinsatz habt ihr eine Chance, den Krieg zu gewinnen. Nintendos Pressekonferenz in London enthüllte nicht nur wichtige Wii-Details, sondern bot auch die Gelegenheit, viele der angekündigten Wii-Titel in Aktion zu erleben. Endlich konnten wir den kommenden Weltkriegs-Shooter Call of Duty 3 in Aktion erleben und uns ein Bild davon machen, wie sich der Titel genau steuern lässt. Obendrein zeigen wir endlich viele neue Wii-Screenshots zum Spiel und erklären euch, warum ihr mit dem Spiel fit für den nächsten Paddelurlaub werdet. Wie Hollywood
Der zweite Weltkrieg wird als Videospiel-Szenario wohl nie aus der Mode kommen. Shooter und Strategietitel für PCs und Konsolen werden diesen Konflikt immer wieder aufgreifen, weswegen wir in ferner Zukunft auch Call of Duty 4, 5 und 6 erwarten. Zunächst jedoch steht uns der dritte Teil ins Haus und der verspricht wieder einmal besonders packend zu sein. Zum einen liegt das an der starken Inszenierung der Bildschirmaction: In Call of Duty läuft man nicht einfach durch die Levels, man wird durch sie hindurchgejagt. Ständig ereignen sich geskriptete - also vorbestimmte - Ereignisse, die das Schlachtfeld unglaublich lebendig und echt wirken lassen. Einen Nachteil hatte dieses Effektgewitter bisher jedoch: strikte Linearität. Die einzelnen Missionen konnte man nur bestehen, wenn man die jeweiligen Einsatzziele eins nach dem anderen bewältigte. Mehrere Lösungswege oder gar völlige Freiheit waren da bisher Fehlanzeige. Immerhin spielt man ja die Rolle eines kleinen Soldaten und der muss eben Befehle entgegennehmen - und was nützen die tollsten Ereignisse auf dem Schlachtfeld, wenn man nicht da ist, um sie zu sehen? Teil drei will aber wirklich alternative Lösungswege anbieten, sodass man innerhalb der Levels auf verschiedene Art und Weise zum Sieg kommen kann, sei es als Scharfschütze oder mittels MG. Die typisch tolle Inszenierung leidet dabei jedoch nicht, denn bei der Wii-Version gefiel uns besonders die dichte Atmosphäre. Soldaten rennen umher, brüllen sich Befehle zu, schreien, schießen und wir sind mittendrin. Langsam fallendes Laub oder die schönen Raucheffekte zeugen davon, dass die Entwickler großen Wert auf solch stimmungsvolle Details legen. Wir können euch also versichern, dass das Spiel in Aktion einen sehr guten Eindruck macht. Richtig glänzen kann die Grafik jedoch nicht, schließlich sind die Texturen nicht so detailreich, wie wir das gehofft hatten. Handgreiflichkeiten
Besonders spannend gestaltet sich die Steuerung des Actionspektakels. Zwar ähnelt die Handhabung prinzipiell Genre-Kollegen wie Red Steel oder Metroid Prime 3: Echoes, doch gibt es einige kleine, aber feine Unterschiede. Viele der Aktionen im Kampf werden durch Controller-Gesten ausgeführt, die dem echten Handgriff sehr gut entsprechen. Zum Nachladen muss man den Nunchuk nach oben stoßen, als würde man ein Magazin ins Gewehr rammen. Kommt man dem Gegner sehr nah, kann man ihn mit einem Schlag des Gewehrkolbens ins Reich der Träume schicken. Andere Konsolenspieler erledigen das per Tastendruck, während ihr mit der Wii Remote einfach einen Schlag nach vorn ausführt. Auch bei den verschiedenen benutzbaren Fahrzeugen werden recht ungewöhnliche Controllergesten benutzt. Sitzt man etwa am Steuer eines Jeeps, muss man beide Controller halten, als hätte man ein großes Lenkrad in der Hand. An Bord eines Schlauchboots muss man tatsächlich rudern, um voranzukommen. Weitere Details zur "lebensnahen" Steuerung verrät euch Martin Pitzl im Interview. Fast unverwundbar
Spielerisch dürften sich Kenner des Vorgängers sofort zu Hause fühlen. Mit maximal zwei Gewehren bewaffnet und einigen Granaten im Gepäck zieht man diesmal in der Normandie zu Felde. Man schlüpft dabei in kanadische, polnische, britische und amerikanische Uniformen und kämpft sich durch die französische Provinz. Fahrpassagen sind genauso dabei wie die Möglichkeit, das eigene Gewehr direkt anzulegen, um präzisere Treffer zu landen. Liegend, kauernd oder stehend versucht man, keine Zielscheibe darzustellen und muss Wege finden, die Feinde von der Flanke aus anzugreifen oder auf andere Art und Weise zu besiegen. Eine sichere Deckung gibt es übrigens seltener. Holz hält dem Kugelhagel nicht lange stand und wer sich hinter eine Kiste kauert, ist ganz schnell freigeballert. Es ist auch möglich, in ein Handgemenge mit einem feindlichen Soldaten zu geraten. Dann muss um die eigene Waffe gerungen werden. Neu ist der Umgang mit der Lebensenergie des Spielers, auf die schlichtweg verzichtet wurde. Denn wie in der PC- und 360-Version von Call of Duty 2 kann man praktisch unendlich viele Kugeln einfangen, ohne sein Bildschirmleben auszuhauchen. Man fällt nämlich nur dann, wenn man oft genug hintereinander getroffen wird. Auf zum Baggersee!
Was können wir also vom ersten Call of Duty für Wii erwarten? Zum einen eine unglaublich dichte Schlachtatmosphäre mit jeder Menge Action und einem hohen Realitätsanspruch - zumindest, was das militärische Drumherum angeht. Ihr schultert also Waffen, die damals ihren Dienst getan haben, etwa die M1 Garand oder die legendäre Thompson A1. Auch eure Einsätze werden historisch verankert sein. In Saint Lô und an den Hängen des Mont-Ormel fanden tatsächlich Kämpfe statt, weswegen sich diese Orte im Spiel wiederfinden. Dank der intuitiven Steuerung ist man wirklich näher am Geschehen als auf jeder anderen Konsole, auch wenn die Grafik nicht auf Next-Generation-Niveau rangiert. Über einen Mehrspielermodus konnten wir leider immer noch keine Details erfahren. Sollten wir neue Infos bekommen, melden wir sie natürlich umgehend. Im vierten Quartal dieses Jahres ist es schon so weit und ihr dürft euch - bewaffnet mit Nunchuk und Wii-Fernbedienung - ins Kampfgetümmel stürzen. Bis dahin könnt ihr ja einmal mit dem Schlauboot zum Baggersee fahren und den richtigen Paddelschwung üben. Ihr werdet ihn brauchen!
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Euch stehen Soldaten
und auch Panzer zur Seite. BILD: ACTIVISION
Hier durchbricht ein gegnerischer Panzer plötzlich eine Mauer.
BILD: ACTIVISION
Gleich sind's nur noch drei Feinde!
BILD: ACTIVISION
Die Rauch- und Hitzeeffekte machen einen tollen Eindruck.
BILD: ACTIVISION
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