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Test
19.12.2005 15:00 Uhr

Ultimate Spider-Man

Aus dem Comicheft direkt auf die Konsole!

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
80
 
Steuerung
80
Grafik
80
Sound
70
Multiplayer
-
19.12.2005 15:00 Uhr - Viele Entwickler sind in der Vergangenheit bereits an dem Vorhaben gescheitert, eine perfekte Comic-Umsetzung zu programmieren. Die Tony Hawk-Schöpfer Treyarch zeigen allen erfolglosen Kollegen, wie ein Spiel zu einem Comic auszusehen hat. Gerade was die Darstellung der Charaktere angeht, hatten die Amerikaner mit ihrer getunten Cel-Shading-Grafikengine "3D Comic Inking Technology" einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Alle Figuren sind von einer dezenten schwarzen Außenlinie umgeben und beeindruckend Comic-ähnlich koloriert. Zusammen mit den flüssigen Animationen sind Spider-Man, Venom, Beetle,Rhino und alle anderen Hauptfiguren DIE grafischen Highlights des Titels. Weniger beeindruckend sind leider die Umgebungen. Außerhalb eines recht kleinen Radius verschwinden Gebäude-Texturen und Straßen leeren sich plötzlich, was durch unschöne Textur- und Häuser-Pop-ups zusätzlich für Minuspunkte auf dem Grafik-Konto sorgt.

Animierter Comic-Zwilling

Was Ultimate Spider-Man wirklich zum einem digitalen Comicheft werden lässt, ist die famose Präsentation des Titels. Die Zwischensequenzen sind durch die geschickte Bild-in-Bild-Technik - auch Comic-Panels genannt - einem Comic so nah wie bisher kein anderes Spiel. Wenn Venom über eine animierte Comicseite hinweg springt, blüht das Herz eines jeden Comic-Fans auf.

Auf diese bisher unbekannte Comic-authentische Weise wird nicht nur die Entstehungsgeschichte des Venom-Anzuges inklusive der Beziehung von Peter Parker zu seinem alten Jugendfreund Eddie Brocks erzählt. Brian Michael Bendis, der kreative Kopf hinter der Comic-Story, hat für das Videospiel zusätzlich eine Geschichte geschaffen, die auch für Nicht-Comic-Kenner sehr gut funktioniert und mit Auftritten von Beetle, Rhino, dem grünen Kobold, Electro, Silver Sable und auch Carnage (Jippie!!!) für viele spektakuläre Momente sorgt.

Leider machen die Zwischensequenzen durch zu harte Schnitte einen etwas unfertigen Eindruck und verhindern einen flüssigen, angenehmen Storyablauf. Die teilweise unmotivierten und unpassenden deutschen Synchronsprecher schmälern, gerade im Vergleich zur englischsprachigen Originalfassung, zusätzlich den Charme und den Witz des Titels.

Im Schatten der Präsentation

In der Haut von Spidey macht sich der Spieler in Manhattan und Queens auf die Suche nach mehr oder weniger gut versteckten Symbolen, nimmt diverse Trickrennen in Angriff oder vermöbelt zahlreiche Gegner im Rahmen einer Kampftour. Das Aufgaben-Quartett wird durch unterschiedliche Stadt-ereignisse vervollständigt. Gerade aufgrund der coolen Schwing-Physik macht es einen Heidenspaß, sich abseits der Story einfach die Zeit in Manhattan und Queens zu vertreiben und Jagd auf Zufallsereignisse zu machen oder ein Rennen nach dem anderen zu absolvieren.

Hat man hauptsächlich prügelnd eine festgelegte Anzahl der vier Aufgaben-Typen erledigt, wird die nächste Story-Mission verfügbar. Da dies durch die Unregelmäßigkeit der Stadt-ereignisse schon mal etwas dauern kann, bleibt hier etwas Atmosphäre auf der Strecke, da man das Gefühl bekommt, das Spiel wird durch die gemeinnützigen Jobs künstlich in die Länge gezogen.

Daran ändern leider auch die Venom-Passagen kaum etwas, die für Spider-Man-Comic-Fans zweifelsfrei ein Highlight sein dürften. Zusammen mit vereinzelten Trial&Error-Passagen, zum Beispiel bei Verfolgungs-jagden, bleibt auch spielerisch ein kleiner bitterer Nachgeschmack zurück, der dem Titel leider den Hitstempel verwehrt.
Verbrechen gibt es in Manhattan genug.
Die Comic-Präsentation ist einfach unglaublich stimmungsvoll.
Venom kennt keine Gnade und erledigt einen Heli mit einem gezielten PKW-Wurf.

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Udo Crnjak
Meine Meinung - Udo Crnjak
Leider haben mich die holprigen Cut-Scene-Schnitte und die teilweise verkorkste deutsche Synchronisation etwas enttäuscht. Spielerisch gibt es bis auf ein paar Design-Mängel nichts zu meckern. Manhattan und Queens laden gerade durch die coole Schwing-Physik zu längeren Entdeckungstouren ein. Der Titel hat zwar viel Charme, allerdings hätte man mit etwas mehr Feintuning noch mehr herausholen können - auch was die Wertung angeht.
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 Verbrechen gibt es in Manhattan genug.
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