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Test
26.09.2005 14:35 Uhr

Fantastic Four

Vier mutierte Wissenschaftler stürmen den GameCube - eine heldenhafte Filmumsetzung?

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
67
 
Steuerung
80
Grafik
67
Sound
73
Multiplayer
67
26.09.2005 14:35 Uhr - Superhelden sind wieder stark im Kommen: Spider-Man, Catwoman, Batman, X-Men und Hulk - es mangelt nicht an Weltrettern mit fantastischen Kräften und ultracoolen Outfits.

"Aber wie wird man eigentlich Superheld", werden sich Jugendliche ohne klares Berufsziel vielleicht fragen? Tja, leider meist nur durch ein Missgeschick, wenn wir den zahlreichen Comics und Filmen Glauben schenken dürfen, denn eine Ausbildung zum Helden gibt es bis heute noch nicht. Die einen werden von einer Spinne gebissen, andere haben sich eine Atomexplosion aus direkter Nähe gegeben und wiederum andere sind durch genetische Schönheitsexperimente mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet.

Bei den Fantastic Four hat ein "kleiner" Unfall bemerkenswerte Folgen: Eine kosmische Wolke zerlegt nicht nur eine sündhaft teure Raumstation in ihre Einzelteile, sondern verleiht auch vier harmlosen Wissenschaftlern diverse Superkräfte und schafft dadurch das dynamischste Superheldenquartett des Marvel-Universums. Pünktlich zum Kinostart dieses Action-Spektakels bringt uns Activision die Umsetzung der Fantastic Four für Nintendos kleinen Würfel.

Manege frei für Superakrobaten

Ihr erwacht in einem Sanatorium, eure letzte Erinnerung ist nur noch schemenhaft: die explodierende Raumstation. Schnell stellt ihr fest, dass etwas nicht stimmt, denn die Sicherheitsroboter der Einrichtung schützen euch nicht, sondern rücken euch mit Lasersalven zu Leibe. Aber was ist das? Ihr könnt euch beliebig dehnen und strecken, fast wie ein Gummimensch! Anfangs irritiert, gewöhnt ihr euch rasch an diesen Zustand, erleichtert es doch die Vernichtung der Gegner ungemein, denn einfach mal eine lange Faust gemacht und schon ist Ruhe im Karton.

Schnell stellt ihr fest, dass auch eure Kollegen nicht ohne gravierende Folgeschäden davongekommen sind. Aus ihnen sind das Ding, die Unsichtbare und die menschliche Fackel geworden. So zieht das Team mit Flammen, überdimensionalen Kräften, einem elastischen Körper und der Fähigkeit, unsichtbar zu werden, in den Kampf.

Zerstörungsorgie

Durch große Kraft entsteht große Verantwortung - so auch in Fantastic Four, denn insgesamt acht Superschurken, von Victor von Doom, Mole Man und Diablo über den Dragon Man bis hin zum Puppet Master, haben nichts Besseres zu tun, als die Welt zu bedrohen. Als macht sich das im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftige Quartett auf, den Schurken das Handwerk zu legen.

Ihr startet in Brooklyn, besucht später Aztekentempel, schlagt euch durch die Kanalisation und stellt euch jederzeit den wahnsinnigen Superschurken und ihren Helfern in den Weg. Überdimensionale Spinnen, gepanzerte Mechroboter, Raptoren, Mumien und Eingeborene - es gibt es eine kunterbunte Palette an Gegnern. Dabei seid ihr mal auf euch alleine gestellt und gebt den Fieslingen Saures, dann tretet ihr wieder als Duo an oder bekämpft diverse Endgegner auch mit allen Helden gleichzeitig.

Ein geschickter Wechsel zwischen den Charakteren ist dabei oftmals mehr als klug. So kann die Unsichtbare mit ihren Kräften Gegner einfrieren, während das Ding anschließend kräftig zuschlägt. Aber nicht nur bei den Oberfieslingen, auch im täglichen Geprügel sollten sich die Helden gegenseitig helfen.

So kann beispielsweise die Unsichtbare ihre Freunde durch einen Schutzschild schützen und ermöglicht dadurch das Passieren von Laserbarrieren. Die speziellen Fähigkeiten der vier sind dabei oft gefragt: Die lebende Fackel schweißt Wasserrohre zusammen, Mr. Fantastic überbrückt mit seinem elastischen Körper tiefe Schluchten und das Ding verstopft mit Geröll feindliche Tunnelsysteme. Diese kleinen Rätsel und Spezialaufgaben lockern das sonst geradlinige Gameplay etwas auf, bringen aber langfristig zu wenig Abwechslung.

Um etwas Pepp in das wilde Gerangel zu bringen, haben die Entwickler kleine Rollenspiel-Elemente integriert. Von Zeit zu Zeit erhaltet ihr für jeden Charakter individuelle neue Special Moves, die zusätzlich in je drei Ausbaustufen verfügbar sind. Abhängig von euren Fähigkeiten als Straßenkämpfer erhaltet ihr für gelungene Schlagkombinationen oder spezielle Aufgaben Bonuspunkte, die jederzeit in eure Fähigkeiten investiert werden können.

Optische Unterschiede seht ihr bei den stärkeren Attacken zwar nicht, aber sie richten einen wesentlich größeren Schaden an. Die Spezialangriffe stehen euch allerdings nicht immer zur Verfügung, hierfür braucht ihr kosmische Kräfte. Gott sei Dank hinterlassen die Fieslinge genug Energie, um mit den Superkräften richtig auszuteilen. Wem das nicht schlagkräftig genug ist, der aktiviert die Super-Moves - damit schafft die Unsichtbare noch stärkere Kraftfelder und Mr. Fantastic rollt als menschliches Rad über Gegner hinweg - effektvolle Inszenierung inklusive.

Wo bleibt die Stimmung?

Obwohl die Fähigkeiten des Gespanns gut umgesetzt sind und auch die Schauplätze des Films ihren Weg in das Spiel gefunden haben, kommt keine richtige Atmosphäre auf. Dies mag zum einen an der eher schlichten Präsentation liegen, zum anderen an den kleinen Zwischensequenzen, die oftmals den Spielfluss unterbrechen, aber auch an aufgesetzten Spiel-Elementen und lieblos aneinander gereihten Szenarien.

Während des gesamten Spiels hatte ich den Eindruck, die Entwickler hätten versucht, dem Spiel eine gewisse Tiefe zu verleihen und die Stimmung des Films einzufangen, was aber leider nie gelingt. Die miserable Kameraführung zerrt dabei zusätzlich an den Nerven und bringt euch in so manche missliche Situation, in der ihr komplett den Überblick verliert.

Auch in puncto Geradlinigkeit treibt das Spiel seltsame Blüten, denn die mangelnde Bewegungsfreiheit, starre Abläufe und häufige Logikfehler mindern den Spielspaß weiter. Die Geradlinigkeit führt so weit, dass euer Charakter neben einem Fahrstuhl steht, die passende Stelle farblich markiert ist und der zu drückende Button auch noch angegeben ist - ein wenig Denkarbeit darf doch wohl noch erwartet werden, oder? Richtig Spaß machen die vier Superhelden jedoch im Zweispieler-Kooperations-Modus. Fantastic Four ist ein solides Beat ’em Up mit überflüssigen Rollenspiel-Elementen, das aufgrund der lieblosen Präsentation und des eintönigen Spielprinzips jedoch in erster Linie Kinofans ansprechen dürfte.
Leuchtende Augen ... Aber nicht mehr lange, dank dem Ding!
Hier ist das Zusammenspiel aller vier Superhelden gefragt.

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Sascha Dowidat
Meine Meinung - Sascha Dowidat
Ich bin verärgert. Warum gibt man so viel Geld für eine Lizenz aus und schustert dann so ein liebloses Spiel zusammen? Mit den verschiedenen Charakteren, Superschurken und zahlreichen Szenarien wäre genug Potenzial für eine gelungene Versoftung vorhanden gewesen. So bleibt der Spielspaß häufig auf der Strecke.
Zum Profil von Sascha Dowidat
 
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