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18.03.2005 13:03 Uhr
TimeSplitters Future Perfect
Der Abschluss der abgedrehten Actionserie ist geistreich und logisch. Wer´s glaubt ...!
| Steuerung 90 |
Grafik 80 |
Sound 86 |
Multiplayer 90 |
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18.03.2005 13:03 Uhr - Der GameCube hat im Ego-Shooter-Genre zweifelsfrei eine feine Auswahl an guten Titeln zu bieten. Vertreter der oberen Wertungsbereiche überzeugen nicht nur durch gute Spielbarkeit, Atmosphäre oder Leveldesign, sondern auch durch eine gute und anspruchsvolle Hintergrundgeschichte. XIII, Medal of Honor: Frontline, James Bond 007: Nightfire, Metroid Prime 2: Echoes und TimeSplitters 2 sind hierfür sehr gute Beispiele. Moment, TimeSplitters 2 hat eine ernste und anspruchsvolle Story? Nie im Leben! Richtig, das ist aber auch die einzige Ausnahme. Free Radical Designs verfolgte mit der Geschichte vom Kampf der Menschheit gegen die TimeSplitters auch gar nicht das Ziel, eine anspruchsvolle und von Intrigen durchsetzte Story zu erzählen, vielmehr stehen hier außergewöhnliche Charaktere und Humor im Vordergrund. Jeder, der den zweiten Teil gespielt hat, wird dies bestätigen können. Für alle Neueinsteiger möchten wir noch einmal kurz die Geschehnisse des zweiten Teils kompakt wiedergeben. Space Marine Cortez wurde in Time-Splitters 2 durch verschiedene Zeitepochen geschickt, um die TimeSplitters (richtig böse Jungs) daran zu hindern, die Menschheit zu vernichten. Dabei übernahm er bei jedem neuen Einsatz die Rolle eines anderen, in dieser Zeitperiode heimischen Charakters und ballerte sich durch Massen von Feinden. Hört sich ziemlich abgefahren an? Ist es auch. Die große Popularität und die sehr guten Wertungen sind der Beweis dafür, dass die Entwickler ihren Job gut gemacht haben. Wieso sollten sie also beim dritten und letzten Teil der Ego-Shooter-Serie etwas daran ändern? Cortez im Dauereinsatz Kaum ist Cortez nach den lebensgefährlichen Ereignissen des Vorgängers nach Hause zurückgekehrt, wird er postwendend zur nächsten Mission geschickt. Wissenschaftler haben nämlich ein Verfahren entwickelt, um die Zeitkristalle zu lokalisieren, durch die die Zeitsprünge von Cortez und den TimeSplitters überhaupt möglich sind. Dadurch soll die Entdeckung der Kristalle komplett verhindert werden, um den Krieg zwischen den beiden Parteien erst gar nicht entstehen zu lassen. Außerdem erfährt man den Ursprung der TimeSplitters. Die Entwickler haben bei Teil 3 noch einmal gehörig an der Humorschraube gedreht und liefern das bisher abgedrehteste Abenteuer ab. Cortez selbst ist sich für keinen dummen Machospruch zu schade und schliddert am laufenden Band in slapstickartige Situationen. Ein Großteil des Humors ergibt sich aber aus Cortez' Begegnungen mit zahlreichen Nebencharakteren, die er in den einzelnen Zeitepochen trifft und die ihm tatkräftig zur Seite stehen. Der chillige Hippie-James-Bond Harry Tipper ist beispielsweise in den 60er-Jahren heimisch und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. In einem knallengen Frauenkostüm hoppelt er mit scheinbar gebrochenen Handgelenken und engelsgleichen Bewegungen herum und bleibt dabei so cool wie ein Eisblock. In der fernen Zukunft lässt ein Kampfroboter, nachdem er sich mit einem Virus infiziert hat, Sprüche wie "Ein neuer Sheriff ist in der Stadt" oder "Treten wir denen in die Ärsche" ab. Zum Glück greifen diese Nebenfiguren nicht nur das Zwerchfell des Spielers an, sondern auch Cortez' Feinde. Dabei machen sie ihren Job überwiegend gut und versperren nur selten eure Schusslinie. Totale Verwirrung Cortez alleine sorgt schon für eine Menge Wirbel. Zu zweit aber ist die Verwirrung perfekt. Wieso zu zweit, werdet ihr euch fragen? Nun, ab und an wird Cortez Opfer eines durch ein Wurmloch ausgelösten Zeit-Paradoxons. Diese Verzerrung des Raum-Zeit-Kontinuums sorgt dann dafür, dass er sich selbst über den Weg läuft. Meistens erlebt man solche Situationen aus der Sicht von beiden Hauptfiguren. Zum Beispiel erhält Cortez in einer Szene von sich selbst einen Schlüssel, um weiterzukommen. Später gelangt man an die Stelle, an der Cortez den Schlüssel von Cortez bekommen hat, und gibt ihn an Cortez weiter. Verwirrt? Keine Bange, das ist völlig normal. Erlebt man solche Situationen selbst, erscheint alles "logisch" - wenn man dabei überhaupt von Logik reden kann. Gegen Ende geht dieses Verwirrspiel dann so weit, dass ... Ahh, nein, das müsst ihr schon selbst herausfinden. Viele der abwechslungsreichen Schauplätze sind von Spielen wie denen der Medal of Honor- oder Resident Evil-Serie inspiriert und nehmen sie dabei gekonnt auf die Schippe. Im Schottland der 20er-Jahre ist Cortez beispielsweise auf einer Insel unterwegs, die gerade von der Luftwaffe unter heftigen Beschuss genommen wird. Eine einsame Villa ist bis unters Dach mit Zombies und Dämonen voll gestopft und erinnert frappierend an Resident Evil. Eines haben alle Levels gemeinsam: pausenlose Action. Egal, wo sich Cortez gerade auf der Jagd nach den Zeitkristallen befindet, er hat immer mindestens eine Knarre dabei, die Schwerstarbeit leistet. Angesichts der Ballermänner wie Maschinengewehr, Raketenwerfer, Flammenwerfer, Plasmagewehr, Granaten oder Scharfschützengewehr geht dem verwöhnten Ballerfan das Herz auf. Zwar hat Cortez auch ein Utensil, den Up-Link, dabei, mit dem er Gegenstände wie explosive Fässer oder Kisten zum Schweben bringen und in Richtung Gegner schleudern kann, nur ist dieses nette Gimmick im harten Kampf gegen waffenstrotzende Feinde eher nutzlos. An einigen wenigen Stellen schwingt man sich auch hinters Steuer eines Vehikels und legt kurze Strecken zurück. Zum Glück kommen solche Situationen nicht oft vor, da das Fahrverhalten und demzufolge die Kontrolle des fahrbaren Untersatzes nicht besonders gut gelungen ist. Die Entwickler haben auch die finale Episode der TimeSplitters-Reihe bis zum Bersten mit Spielmodi für Solisten und maximal vier Spieler voll gepackt. Der Story-Modus beispielsweise kann kooperativ mit einem Kumpel gespielt werden. Unter "Herausforderung" warten abgefahrene Minispiele. Wem die vorgegebenen Levels nicht zusagen, der kann seinen eigenen Kampfschauplatz im umfangreichen Map-Maker erstellen. Bis auf ein paar Erweiterungen und Verbesserungen im Detail ist dieser mit dem des Vorgängers identisch. Hingucker mit Macken Free Radical Designs hat das Versprechen von 60 Bildern pro Sekunde größtenteils eingehalten. Wenn nicht gerade auf dem Bildschirm die Hölle los ist und das Sichtfeld mit Licht- und Partikeleffekten wie zum Beispiel fetten Explosionen oder Dutzenden von Lasersalven zugeballert wird, läuft das Spiel auch wirklich überaus flüssig. Allerdings haben sich die Entwickler die hohe Bildwiederholungsrate durch Mittelmäßigkeit bei den Texturen und der Levelarchitektur erkauft. Ab der zweiten Hälfte des Story-Modus legt die Grafik wieder etwas zu und glänzt stellenweise mit weitläufigen Arealen, die massenweise Gegner beherbergen und durch exzellente Lichteffekte und Spiegelungen eine sehr gute Stimmung vermitteln. Bei Vierspieler-Duellen per geteiltem Bildschirm sind ebenfalls Einbrüche bei der Framerate zu beobachten. Allerdings bewegen sie sich in einem akzeptablen Rahmen und stören das Ballervergnügen nur selten. Sämtliche Figuren glänzen durch das Time-Splitters-typische Charakterdesign und detailverliebte Animationen. Allerdings ist der besondere Stil wieder sehr vom persönlichen Geschmack abhängig. Fans der Serie bekommen also einen außerordentlich witzigen und sehr unterhaltsamen Ego-Shooter spendiert, der sowohl alte Tugenden als auch neue Einfälle und eine total abgedrehte Story zu bieten hat. Etwas überraschend ist allerdings die USK-Einstufung "Keine Jugendfreigabe".
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Wurmlöcher sorgen für verwirrende, aber unglaublich witzige Situationen.
Obwohl der Up-Link eigentlich ganz cool ist, kommt er viel zu kurz.
Trotz mittelmäßiger Texturen und gelegentlicher Ruckler bekommt man auch solche famosen Spezialeffekte zu Gesicht.
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Der Humor von Future Perfect ist dank der Nebendarsteller und der Zeitschleifen einfach grandios. Ungeschlagen bleibt auch wieder der Mehrspieler-Part. Die 15 Spielmodi haben einen unglaublichen Unterhaltungswert. Technisch kann es sich trotz Rucklern sehen lassen. Fans des Vorgängers müssen zugreifen.
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