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18.02.2005 11:22 Uhr
Call of Duty: Finest Hour
Zweiter Weltkrieg und kein Ende: Ein weiterer erfolgreicher PC-Shooter bekommt jetzt einen eigenständigen Konsolenableger.
| Steuerung 72 |
Grafik 72 |
Sound 83 |
Multiplayer - |
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18.02.2005 11:22 Uhr - Nachdem PC-Spieler schon seit einiger Zeit mit Kriegs-Shootern überhäuft werden, hat der Erfolg von EAs Medal of Honor-Reihe nun eine ähnliche Welle auf den Konsolen losgetreten. Diese Titel punkten vor allem hinsichtlich Atmosphäre und Authenti-zität, gerade auf Sonys PlayStation 2 ist die Auswahl an Kriegs-Shootern mittlerweile groß. Auf dem GameCube haben es bisher nur die besagten Medal of Honor-Titel zu entsprechender Aufmerksamkeit gebracht. Grund genug, den vielversprechenden Ego-Shooter Call of Duty von Activision genauer unter die Lupe zu nehmen. Vom PC zum Cube
Die auf dem PC schon zwei Teile umfassende Call of Duty-Reihe wurde für den Game-Cube nicht öde konvertiert, sondern man gönnte PlayStation 2, Xbox und GameCube einen komplett neu konzipierten Teil, um den Anforderungen der Konsolen und deren Spielern gerecht zu werden. Der Spieler steht auch hier nicht aufseiten der Nazis, er muss sich im Kampf gegen die Kriegsinitiatoren bewähren. Wie bei Call of Duty üblich, kämpft man im Laufe des Spiels an drei verschiedenen Fronten. Geschichte erleben
Den Anfang macht die russische Front im Jahr 1942. Gerade als sich die Deutschen bis Stalingrad vorgekämpft haben, sitzen sie in der Falle. Immer mehr russische Truppen kommen dort an, um der deutschen Armee die Stirn zu bieten und sie zurückzudrängen. Der Spieler beginnt als einer dieser russischen Soldaten und wechselt später in die Rolle einer russischen Scharfschützin und anschließend in die eines russischen Panzerfahrers. Dementsprechend wandeln sich die Aufgaben, die er zu bewältigen hat. In Russland gilt es, deutlich mehr zu tun, als nur sicher von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Das Einnehmen eines feindlichen Stützpunktes gehört noch zu den eher einfachen Missionszielen, da man sich so langsam und allmählich vorarbeiten kann. Ein Gebäude vor Eindringlingen zu schützen ist dagegen schon wesentlich schwieriger, wenn die Gegner mit unterschied-lichen Waffen an unterschiedlichen Orten in größerer Anzahl aufkreuzen. Von Russland über Afrika nach Aachen
Doch damit ist erst ein Teil der Missionen in Call of Duty erfüllt. Die nächste Aufgabe muss der Spieler in der Haut des Kämpfers einer britischen Spezialeinheit in Afrika er-füllen. Nachdem der Wüstenfuchs Rommel nach Tunesien zurückgedrängt werden konnte, gilt es nun, wichtige Stützpunkte einzunehmen und per Jeep den deutschen Nachschub in die Schranken zu weisen. Schließlich erhält man 1944 als amerikanischer Soldat die Order, die Deutschen in ihr Territorium hinter den Rhein zu drängen und zuerst per pedes und dann per Panzer Aachen einzunehmen. Positiv überraschte uns, dass dieses Mal auf die Umsetzung des D-Days verzichtet wurde, denn das bieten ja bereits viele an-dere Spiele. Nur im Team ist man stark
Hilfreich bei all diesen Missionen ist, dass man nie alleine kämpft, sondern immer mit der eigenen Truppe unterwegs ist. Mindestens ein weiterer Soldat begleitet den Spieler auf dem Weg zum nächsten wichtigen Punkt. Trotzdem erweist sich der Spielaufbau als frustig: Der Spieler kämpft sich durch teilweise relativ große Levels, die aber keine Rücksetzpunkte besitzen. Gespeichert wird automatisch am Ende eines absolvierten Abschnitts. Wer kurz vor dem Ziel ins Gras beißt, muss leider wieder am Beginn des Levels starten. Da ist der Frust vorprogrammiert. Obwohl man seinen Mitgliedern auch Befehle geben kann, bleibt Call of Duty: Finest Hour ein reinrassiger Ego-Shooter, der auf Teamtaktik-Anleihen à la Ghost Recon verzichtet. Irgendwie nichts Besonderes
Besonders erfreulich ist, dass der Titel technisch durchaus ordentlich gemacht ist. Grafisch passt er sich gut in die triste Frontatmosphäre ein, allerdings wirkt er aufgrund wenig abwechslungreicher Texturen etwas hausbacken. Einige Explosionen sind hingegen gut in Szene gesetzt, auch wenn diese ab und zu von unschönen Slowdowns begleitet werden. Vor allem der Sound macht mit einer ordentlichen Pro-Logic-II-fähigen Anlage richtig Spaß. Der Einsatz geskripteter Ereignisse (erzählte Einführung, filmisch umgesetzter Leveleinstieg) soll den Spieler zudem noch weiter in das Spiel eintauchen lassen. Kleiner Wermutstropfen: In der deutschen Fassung klingt der aufgesetzte russische Akzent eher nervig als authentisch. Ein Grund, weshalb beim Spielen einfach nicht so richtige Frontatmosphäre aufkommen will. Zum großen Teil liegt das aber auch am Gameplay, das dem Spieler so manches Mal das Leben unnötig schwer macht. Neben der angesprochenen Checkpoint-Problematik stört vor allem die Tatsache, dass die Durchschlagskraft der Waffen höchst unterschiedlicher Natur ist. So bleibt ein mit dem Scharfschützengewehr auf 300 Meter Entfernung zielgenau beschossener Soldat sofort liegen, ein anderer von dem Spieler mit einer PPSh41 unter Dauerbeschuss gesetzter Soldat leistet hingegen heftigste Gegenwehr, auch wenn er kaum weiter als 20 Meter entfernt ist. Schade ist ebenso, dass das Game-Cube-Pad die Steuerung unnötig erschwert, gerade wenn man im Panzer des Öfteren zwischen Z und R wechseln muss. Leider fehlen dem Titel zudem echte Aha-Erlebnisse. Gerade Vielspieler und Shooter-Fans werden das Gefühl nicht los, alles schon einmal in anderen Spielen gesehen zu haben. Spielen ohne Netz
Während Microsoft- und Sony-User zumindest noch online gegen andere Mitstreiter zu Felde ziehen können, gucken Cube-Fans wie immer allein in die Röhre. Die Solo-Kampagne ist für Shooter-Fans in unter zehn Stunden geknackt, weniger Geübte benötigen vielleicht auch 15 Stunden. Der Wiederspielwert wird trotz des authentischen Waffenarsenals und freispielbarer Extras aufgrund fehlender Besonderheiten gegen null gehen.
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Technisch macht Call of Duty: Finest Hour auf dem Cube eine ordentliche Figur, satter Sound und ansehnliche Grafik machen durchaus was her. Leider hinkt die gesamte Atmosphäre der technischen Aufbereitung etwas hinterher, was den kleinen Schnitzern im Gameplay zuzuschreiben ist. Ständig bangt man, vor dem nächsten Exitus auch wirklich noch den nächsten Checkpoint zu erreichen. Denn wer das nicht schafft, wacht unter Umständen am Beginn des Levels wieder auf - da ist Frust vorprogrammiert. Ein biss-chen mehr Feinschliff an einigen Stellen und der Steuerung und der Hitstempel wäre in greifbarer Nähe gewesen. So bleibt es ein solider Kriegs-Shooter. Wer noch immer nicht genug vom Zweiten Weltkrieg hat, kann sich den Titel ansehen, alle anderen greifen wohl eher zu Medal of Honor: Frontline.
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