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Test
18.01.2005 12:31 Uhr

GoldenEye: Rogue Agent

Der Kampf Böse gegen Böse! Der Stoff aus dem EAs neuer Shooter-Traum ist.

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
85
 
Steuerung
84
Grafik
78
Sound
85
Multiplayer
85
18.01.2005 12:31 Uhr - Jeder von uns hat ihn schon einmal erlebt: einen richtig besch... Tag, an dem einem einfach alles und jeder so richtig auf die Nerven geht. An dem man am liebsten so richtig böse wäre und ein freundliches "Guten Morgen, wie geht’s denn so?" mit einem Faustschlag ins Gesicht beantworten würde. Zum Glück halten uns der gesunde Menschenverstand und die Kon-sequenzen, die so ein Verhalten nach sich ziehen würde, zurück.

Der Protagonist in EAs neuem Ego-Shooter GoldenEye: Rogue Agent hingegen pfeift auf jegliche Moralvorstellungen und mögliche Konsequenzen. Er begegnet kriminellen Subjekten mit rücksichtsloser und skrupelloser Brutalität. Die-ses Verhalten wurde von seinem Arbeitgeber, dem britischen Geheimdienst MI6, dem auch Agent 007 James Bond angehört, lange Zeit mit zwei zugedrückten Augen hingenommen. Doch die Geduld endet, als 007 bei einem Einsatz ums Leben kommt. MI6 macht den namenlosen Agenten für den Tod von James Bond verantwortlich und suspendiert ihn kurzerhand. Goldfinger hat während des letzten Einsatzes das brutale Potenzial des Agenten erkannt und ihm ein Angebot gemacht, das er nach seinem Rauswurf natürlich dankend annimmt. Fortan kämpft er gegen Dr. No, der mit Goldfinger einen erbitterten Krieg um die Herrschaft über die Unterwelt führt.

Schau mir ins Auge, Kleines
Während des Einsatzes in Fort Knox verliert er nicht nur einen Kollegen und dadurch später auch seinen Job, sondern auch sein rechtes Auge. Hochtechnisierten Ersatz in Form eines mechanischen, goldenen Auges bekommt er von Francesco Scaramanga, der ihm damit auch zu seinem neuen Namen verhilft: GoldenEye. Das wertvolle Sehorgan beschert dem Rogue Agent und somit auch dem Spieler insgesamt vier besondere Fähigkeiten (siehe Extrakasten auf Seite 50). Ganz seiner mörderischen Veranlagung entsprechend lässt GoldenEye allerdings überwiegend die Waffen sprechen. Und derer gibt es genug, um jeden Shooter-Fan zufrieden zu stellen. Zum Glück ist man nicht auf eine Waffe beschränkt, sondern kann auch zwei Bleispritzen gleichzeitig mit sich herumtragen. Der Clou an der ganzen Sache ist die getrennte Steuerung beider Hände über die L- und R-Schultertasten und die daraus resultierende Kombination zweier unterschiedlicher Waffenarten. Für dicke Wummen wie den Raketenwerfer, die Chaingun, das schwere MG AR4 Commando oder die fiese Omen-XR-Waffe, die bei einem einzigen Treffer das Opfer in seine Atome aufspaltet, benötigt man jedoch beide Hände. Diese Einschränkung wird aber durch die erhöhte Durchschlagskraft wieder ausgeglichen.

Köpfchen ist alles
Die Entwickler von EA Los Angeles haben sich sehr viel Mühe gegeben, allen Gegnern eine überzeugende Prise Grips zu verpassen, um dem Spieler das Leben schwer zu machen. Und das ist zweifelsfrei wirklich beeindruckend gelungen. Dr. Nos Einheiten agieren so überzeugend schlau, dass sie oftmals eine ganz eigene Herausforderung darstellen. Sie suchen Schutz hinter Kisten, versuchen euch einzukreisen und rufen Verstärkung. Gerade in späteren Levels treten Feinde mit dicker Panzerung und starker Bewaffnung auf, die dem Spieler einiges an Können abverlangen und in einigen Fällen schneller ein Bildschirmleben kosten, als einem lieb sein kann. Einfaches Drauflosstürmen in Rambo-Manier führt demnach fast immer zum Tod.

Noch 'ne Textur, bitte!
GoldenEye: Rogue Agent definiert das Genre der Ego-Shooter bestimmt nicht neu, überzeugt aber durch die überragende KI der Gegner und die schnörkellose und pausenlose Action. Für richtig coole Abwechslung sorgen die Funktionen des goldenen Auges. Es macht unwahrscheinlich Laune, mit der Röntgenblick-Funktion auf der Lauer zu liegen und anschließend mit der Railgun ein paar Gegner zu eliminieren, die gar nicht wissen, woher die Schüsse kommen. Zudem ist der Vierspieler-Modus sehr gut. Allerdings muss das Spiel erst im Kampagne-Modus durchgespielt werden, bis alle Maps zur Verfügung stehen. Insgesamt sorgen drei unterschiedliche Spielarten und eine überzeugende Auswahl an sehr gut gestalteten Levels für ausgedehnte Schusswechsel im heimischen Wohnzimmer. In spielerischer Hinsicht haben die Entwickler also einen richtig guten Job gemacht. Was den technischen Aspekt betrifft, hätten sie dem GameCube aber durchaus ein paar abwechslungsreiche Texturen mehr aus dem Grafik-Prozessor kitzeln können: Die Umgebungen wirken leider etwas eintönig. Der Sound präsentiert sich hingegen routiniert mit anheizenden Musikstücken und Sprachsamples. In der deutschen Version konnten die Entwickler leider nicht für alle Hauptfiguren die Original-Synchronsprecher verpflichten, trotzdem ist die Synchronarbeit sehr gut gelungen. Electronic Arts präsentiert uns also mit GoldenEye: Rogue Agent einen sehr guten Ego-Shooter , der mit dem indizierten N64-Titel übrigens nichts zu tun.

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Udo Crnjak
Meine Meinung - Udo Crnjak
Die Videospielewelt braucht mehr Antihelden. Aufseiten der Guten zu kämpfen macht zwar Spaß, aber Spiele, in denen man einen richtigen Fiesling übernimmt, sind irgendwie reizvoller. Bei Rogue Agent kommt das Bad-Guy-Feeling nicht so gut rüber, da man ständig andere Gangster umnietet. Trotz allem macht der Titel eine Menge Spaß, was zum größten Teil der exzellenten künstlichen Intelligenz zu verdanken ist. Alle feindlichen Einheiten verhalten sich überaus schlau und erbitterte Feuergefechte kommen im Minutentakt auf den Spieler zu. Sehr gut wurden auch die GoldenEye-Funktionen ins lineare Action-Spektakel integriert. Der gelungene Mehrspieler-Modus bietet - ergänzend zum Einspieler-Part - genug Umfang, um mehrere bleihaltige Abende mit Freunden zu verbringen.
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