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Test
30.11.2004 12:01 Uhr

Def Jam: Fight for NY

What´s up, Punk?! Im New Yorker Underground bringen euch nur harte Worte und Gewalt an die Spitze.

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
87
 
Steuerung
84
Grafik
80
Sound
87
Multiplayer
83
30.11.2004 12:01 Uhr - Endlich ist es so weit! Großmäulige Hip-Hopper verteilen in EAs neuem Beat-'em-Up-Titel Schläge verbaler und physischer Art. Wie das fertige Produkt zeigt, geht es hier äußerst brutal und hemmungslos zur Sache. Die Gewaltorgie wurde von den Entwicklern in einen sehr ansprechend inszenierten Story-Modus verpackt, der von der Präsentation her wie eine Kreuzung aus den Filmen Boyz'n the Hood und Fight Club anmutet. Zu Anfang steht die Befreiung von Bandenboss D-Mob aus polizeilichem Gewahrsam auf dem Programm. Im Hauptquartier der Gesetzeshüter wird nach dem Zwischenfall das Aussehen eures Gangsters im Rahmen einer Personenbeschreibung bestimmt. Neben fünf vorgefertigten Ganoven steht auch ein Editor zur Verfügung, um euer virtuelles Alter Ego zu kreieren. Nachdem euer Fighter in D-Mobs Gang aufgenommen wurde, die sich mit Crows Leuten einen erbitterten und blutigen Kampf um die Herrschaft des New Yorker Untergrund liefert, muss er zunächst beweisen, dass er seine Fäuste effektiv einsetzen kann.

Vorsicht, Verletzungsgefahr!
Dazu entscheidet ihr euch für einen von fünf Kampfstilen: Kickboxen, Street-Fighting, Martial-Arts, Submission oder Wrestling. Danach folgt eine Kampfprobe, die als Tutorial verpackt wurde und eher schlecht als recht ihren Zweck erfüllt. Somit fällt der Einstieg ins Kampfsystem und in die vielen Eigenheiten, zum Beispiel das Einbeziehen der Umgebung in die Auseinandersetzungen, relativ schwer. Erst nach einiger Zeit hat man die Steuerung voll und ganz verinnerlicht und kann kreativ mit den zahlreichen Möglichkeiten herumspielen, die das Gameplay und die Arenen bieten. Zum Beispiel kann der Gegner mit voller Wucht an einen Betonpfeiler geschleudert werden. Eine Musicbox eignet sich ebenfalls perfekt dazu, euren Kontrahenten festzunageln und euer virtuelles Knie in seinem Gesicht zu vergraben. Die Vielzahl solcher Zweckentfremdungsmöglickeiten des Interieurs ist wirklich beeindruckend und sorgt sehr oft für spektakuläre Kameraeinstellungen und abwechslungsreiche Moves. Weiterhin vergeht kaum ein Kampf, in dem das Publikum eine reine Statistenrolle übernimmt. Schleudert man seinen Kontrahenten in Richtung der gewaltgeilen Gaffer, wird er postwendend wieder zurückgeschubst. Der mitgebrachte Schwung kann wiederum für das Ausführen spezieller Zuschauer-Moves benutzt werden. Manchmal hält die grölende Menge euer Gegenüber auch fest und liefert ihn so euren Schlägen und Tritten aus. Umherliegende Gegenstände wie Flaschen, Schaufeln und Schraubenschlüssel erweitern die Möglichkeiten, eurer sadistischen Ader freien Lauf zu lassen.

Bitte nicht nachmachen
Die schon aus dem Vorgänger bekannte Spezial-Leiste ist auch wieder mit dabei und bietet dem Spieler, nachdem sie vollständig gefüllt wurde, die Chance, einen sehr spek-takulär in Szene gesetzten -Blaze-Move auszuführen. Diese besonders heftigen Schlag-, Tritt- und/oder Griff-Kombinationen stellen die Spitze der in Def Jam Fight For NY zelebrierten Gewalt dar. Da werden Genicke, Arme und Beine gebrochen oder der wehrlose Körper des Gegners durch die Luft gewirbelt, um dann krachend auf dem Boden aufzuschlagen. Aus diesem Grund hat die USK auch den Stempel "Keine Jugendfreigabe" vergeben. Mit der Durchführung des Blaze-Moves sollte man sich aber nicht zu viel Zeit lassen, da der durch den C-Stick aktivierte Blaze-Zustand nicht sehr lange anhält. Nach dem Kampf kassiert man entsprechend seiner Vorstellung Kohle. Der hart verdiente Schotter wartet nur darauf, in vier Läden für alles Mögliche ausgegeben zu werden (siehe Extrakasten). Um die Statuswerte des eigenen Gangsters zu verbessern, lassen sich im Kampf verdiente Development-Points auf die Punkte Upper und Lower Strength, Speed, Toughness und Health verteilen. Mit der Zeit wächst euer Charakter aber nicht nur an Erfahrung und Stärke, sondern kann sich auch noch zwei weitere Kampfstile und zusätzliche Blaze-Moves aneignen.

Geniale Präsentation
In Spielegrafik dargestellte Zwischensequenzen treiben die Story voran und vermitteln zudem überaus gut das Gangsterflair. Wenn Method Man, Redman, Ice-T, Lil' Kim oder Snoop Dogg im besten Gangster-Dirty-Talk - und vor allem mit ihren jeweiligen Originalstimmen - Beschimpfungen und Drohungen vom Stapel lassen, fühlt man sich wie ein Teil der Gang. EA hat sich bei der Digitalisierung der Hip-Hop-Stars viel Mühe gegeben, was an der sehr authentischen Darstellung deutlich wird. Somit erwartet den Spieler die unglaubliche Zahl von 74 Charakteren, die entweder im Story-Modus durch einen Sieg über die Figur oder im Battle-Modus gegen Bezahlung von erspielten Reward-Points verfügbar werden. Wer sich zudem gerne virtuell mit Freunden prügelt, hat in diesem Modus die Gelegenheit dazu. Die insgesamt 24 Umgebungen sind allesamt sehr abwechslungsreich und überzeugen durch eine tolle Lebendigkeit. Oftmals tummeln sich knapp zwei Dutzend voll polygonal dargestellte Zuschauer am Rand, bejubeln gelungene Aktionen und greifen sogar aktiv in die Fights ein. Musicboxen, Lautsprecher, Billardtische, Betonpfeiler, Autos oder Gitter sind quasi der dritte Kämpfer im Ring und stehen gerne für knochenbrechende Aktionen zur Verfügung.

Kleine Schönheitsfehler
Auf der einen Seite ist die grafische Darstellung im Großen und Ganzen wirklich gut gelungen. Auf der anderen Seite jedoch merkt man dem Spiel deutlich an, dass die Entwickler der PS2- und Xbox-Version die größte Aufmerksamkeit geschenkt haben. Unschöne Ruckler, vor allem wenn sich die beiden Kämpfer weit voneinander entfernen und die Kamera weit herauszoomt oder wenn vier Protagonisten gleichzeitig aufeinander losgehen, trüben den positiven Gesamteindruck. Auch die unschön pixeligen Details wie Tattoos oder Kleidungsaufdrucke beweisen, dass die GameCube-Version eher stiefmütterlich behandelt wurde. Akustisch gibt sich der Titel aber keine Blöße und überzeugt mit exzellenten Sprachsamples und fetter Musik, die echt genial zum Spielgeschehen passt. Nicht zuletzt durch die heftige Gewaltdarstellung und die Ansiedelung im Hip-Hop-Bereich ist der Titel reine Geschmackssache. Fight For NY ist auf jeden Fall ein sehr spaßiges Spektakel, das durch den genialen Story-Modus glänzt.

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Udo Crnjak
Meine Meinung - Udo Crnjak
Ich muss schon sagen, der Einstieg ist mir bei anderen Spielen leichter gefallen. Nach der etwas zu langen Eingewöhnungszeit entfaltet der Titel allerdings seine gesamte Stärke und zieht den Spieler unweigerlich in seinen Bann. Der Story-Modus ist mit seinem coolen Ambiente und zahlreichen Wendungen das absolute Highlight und einfach genial in Szene gesetzt. Zwar kann der Mehrspieler-Part mit seinen vielen unterschiedlichen Spiel-Modi durchaus auch überzeugen, erreicht aber nicht die Klasse der Einspieler-Variante. Dafür verantwortlich ist hauptsächlich die fehlende Übersicht. Besonders viel Laune macht die Möglichkeit, nahezu jedes Detail der Arena in die Kämpfe einfließen zu lassen, wodurch immer genügend Abwechslung geboten ist. Neben der USK-Einschätzung erschwert weiterhin die Ansiedelung des Titels im Hip-Hop-Bereich die Zugänglichkeit für die breite Masse. Fans des Sprechgesangs mit einem Faible für Beat ‘em Ups können ihre Spielesammlung aber um ein weiteres Highlight erweitern.
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