Das lange Warten hat sich gelohnt. Endlich bekommen auch die Kids in Europa ihr eigenes Dorf voller Tierfreunde.
Hersteller:
Termin:
Spieler:
Testurteil:
89
Steuerung
-
Grafik
59
Sound
58
Multiplayer
-
18.10.2004 12:43 Uhr - Endlich ist es so weit. Am 24. September erscheint Animal Crossing auch in Deutschland. Wir konnten das Spiel für euch bereits genauer unter die Lupe nehmen.
Wie im richtigen Leben Animal Crossing setzt neue Maßstäbe bei den Simulationsspielen. Zu Beginn findet sich der Spieler in einem Zug wieder. Nachdem man den Spielernamen eingegeben hat - hier besteht sogar die Möglichkeit, zwischen Jungen- und Mädchencharakter zu wählen - denkt man sich noch einen Namen für die Stadt aus, in die der Zug fährt. Anschließend wird dem Spieler eine Bleibe in dem neuen Ort angeboten, was sich zuerst wie ein richtiges Schnäppchen anhört. Doch kaum ist man angekommen, trifft einen gleich der Schlag: Fast 20.000 Sternis Schulden durch den Hauskauf. Um da wieder herauszukommen, bleibt nichts anderes übrig, als den Job bei Tom Nook anzunehmen und dessen Arbeiten auszuführen.
Erkunde die Umgebung Zum Glück schickt Tom einen auch mal los, um alle Mitbewohner in der Stadt zu begrüßen. Diese sind übrigens bei jedem neuen Spieler und bei jeder neuen Stadt immer wieder anders. Insgesamt gibt es über 200 verschiedene Charaktere - und alle außer euch sind Tiere. Wenn man durch den Austausch von Memory Cards oder das Anschließen eines Game Boy Advance neue Orte besucht, kann man alle Charaktere kennen lernen. Am Anfang hat man allerdings nur etwa sechs Mitbewohner. Dazu kommen noch die Tiere, die in der Stadt beschäftigt sind, wie zum Beispiel der Bürgermeister. Aber je länger man spielt, desto mehr Mitbewohner gesellen sich hinzu. In der Stadt gibt es viel zu tun. Man kann zum Beispiel Früchte sammeln und sie später an Tom Nook verkaufen. Insekten und Fische fangen macht besonders Spaß und bringt auch gutes Geld bei Tom. Das geht allerdings erst, wenn man sich Netz und Angel beschafft hat, die wiederum an bestimmten Tagen bei Tom gekauft werden können. Tom Nook, der Ladenbesitzer, ist auf jeden Fall ein wichtiger Stadtbewohner, mit dem man sich gut stellen sollte.
Besonderheiten Eines der wunderbarsten und innovativsten Dinge an Animal Crossing ist mit Sicherheit der Echtzeit-Faktor. Das Spiel reagiert nämlich auf die GameCube-Uhr. Ist es Abend, wenn man spielt, dann ist es in Animal City auch dunkel. Schleicht man sich hingegen ganz in der Früh zum GameCube, kann es schon mal passieren, dass die Nachbarn im Spiel noch feste schlummern. Das Game reagiert ebenso auf die unterschiedlichen Jahreszeiten, das Wetter und die Feiertage im Jahr. Es ist sogar möglich, den Geburtstag des Spielers zu vermerken - dann gibt es auch tatsächlich Geschenke. Natürlich würde das Ganze nur halb so viel Spaß machen, wenn man den GameCube nicht diesbezüglich austricksen könnte. Zum Beispiel kann man einfach so direkt an Weihnachten weiterspielen, um die Besonderheiten der Feiertage zu erleben. Zum Manipulieren der Zeit gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste, das Drücken der Reset-Taste, ist weniger empfehlenswert. Nach dem Reset lassen sich dann ein völlig anderes Datum und eine andere Uhrzeit einstellen. Doch kaum ist man wieder im Spiel, erscheint Resetti, der Aufpasser. Er schimpft ordentlich und wird dabei immer unverschämter. Wer besonders neugierig ist, kann es ja trotzdem mal ausprobieren. Die weitaus bessere Möglichkeit, in der Zeit hin und her zu springen, ist, einfach "Speichern/Ende" zu drücken. Das geht bei dem Gyroiden, der vor dem Haus des Spielers rumwackelt. Anschließend kann man gleich wieder ins Spiel zurückkehren, und bevor man "ja" eingibt, noch das Datum beliebig verstellen. Dieses Vorgehen ist unter anderem wichtig, um Items zu erwerben, etwa die Angel. Sie kann nur an bestimmten Tagen gekauft werden, und wenn Zeitsprünge nicht möglich wären, könnte es Wochen dauern, bis die Angel endlich zum Kauf bereitliegt.
Grafik und Sound In Anbetracht der Tatsache, dass das Spiel bereits zwei Jahre auf dem Buckel hat, sollte man es etwas wohlwollender betrachten. Trotzdem gab es schon auf dem N64 bessere Grafiken. Auch der Sound lässt zu wünschen übrig. Bei Spielen wie zum Beispiel Metroid Prime sieht man deutlich, was in dieser Hinsicht technisch möglich ist. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass Grafik und Sound bei Animal Crossing in der Wertung nicht so gut wegkommen. Gott sei Dank spielt die technische Komponente bei diesem Titel aber nur eine nebensächliche Rolle - entscheidend ist der Spielspaß, und der ist überzeugend. Deshalb verdient Animal Crossing dennoch eine so gute Gesamtwertung.
Langzeitspaß Selbst nachdem der Kredit abbezahlt ist, hat das Spiel noch jede Menge zu bieten. Es sind zum Beispiel Original-NES-Spiele integriert, die auch richtig gezockt werden dürfen. Für Abwechslung sorgen auch besondere Gäste, die nur ab und zu die Stadt besuchen. Es gibt richtige Feiertage, an denen für Überraschungen gesorgt wird. Zudem kann man seinem Sammeltrieb freien Lauf lassen und über hundert verschiedene Dinge sammeln, verkaufen und tauschen. Nicht zu vergessen ist das Briefeschreiben und die individuellen Designs. Diese bereiten besonderen Spaß. Im Schneiderladen ist es nämlich möglich, sich selbst mit einem Modul ein Design zu kreieren; dabei gibt es verschiedene Farben und Muster zur Verwendung. Dieses eigene Design wird dann gespeichert. Danach kann man Kleidung, Teppich und andere Dinge damit schmücken. Ein weiterer Garant für den Langzeitspielspaß ist es, sein Haus einzurichten. Ist man erst mal schuldenfrei, wird es größer und es gibt noch jede Menge mehr schöne Gegenstände zu bunkern. Auf diese Weise ist im Spiel immer wieder für nette Abwechslung gesorgt. So, jetzt haben wir aber schon genug verraten. Animal Crossing hat noch das ein oder andere Geheimnis, das gelüftet werden will. Dazu erzählen wir euch dann mehr in der nächsten Ausgabe.
Natürlich sind die Bäume zum festlichen Anlass geschmückt.
Ich verstehe wirklich nicht, warum sich Nintendo mit Animal Crossing so lange Zeit gelassen hat. Der Titel ist wirklich einzigartig und besticht durch die schier endlose Langzeitmotivation. Wer auf Spiele wie Die Sims brechen aus oder Harvest Moon: A wonderful Life steht, braucht Animal Crossing. Natürlich merkt man dem Titel an, dass er schon zwei Jahre auf dem Buckel hat. Die Grafik, welche schon damals kaum über N64-Niveau hinauskam, gewinnt keinen Schönheitspreis. Auch die Musik bietet nicht mehr als das übliche Gedudel. Allerdings wirkt das ganze Konzept so stimmig und es gibt Nintendo-typisch unglaublich viele liebevolle Details, dass man über die technischen Mängel gerne hinwegsieht. Simulations-Fans sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren.