Na, urlaubsreif? In diesem idyllischen Landleben dürft ihr so richtig entspannen!
Hersteller:
Termin:
Spieler:
Testurteil:
78
Steuerung
-
Grafik
74
Sound
78
Multiplayer
-
11.05.2004 12:05 Uhr - Na, urlaubsreif? In diesem idyllischen Landleben dürft ihr so richtig entspannen!
Mittlerweile sind Natsumes knuffige Mini-Landwirte aus der Videospielbranche gar nicht mehr wegzudenken. Bislang tummelten sich Ubisofts fleißige Naturburschen auf den verschiedensten Plattformen wie PSX, PSone, GBC etc. Nun haben die drolligen Knirpse endlich auch auf dem GameCube ein neues Zuhause gefunden. Am grundlegenden Spielprinzip hat sich nichts geändert: Ihr schlüpft in die Haut eines kleinen Bauernburschen und versucht, die geerbte, brachliegende Farm eures Vaters wieder auf Vordermann zu bringen. Der Freund eures alten Herrn, Takakura, steht euch dabei mit Rat und Tat zur Seite. Auf dem Stückchen Land findet ihr eine große Weide, eine Wohnstube, einen Werkzeugschuppen, einen Hühnerstall, eine Scheune, ein Lagerhäuschen sowie drei unterschiedlich große Anbauflächen.
Immer schön fleißig In weiser Voraussicht hat Takakura bereits für die nötigsten Dinge gesorgt: Neben Sichel, Harke und zwei Beutelchen Saatgut hat er euch gleich noch eine Kuh bestellt. Als Hofhund adoptiert ihr ratzfatz einen niedlichen, herrenlosen Welpen und schon kann's losgehen. Takakura wird sich übrigens täglich um den Verkauf von Milch und Eiern und um Bestellungen kümmern, falls ihr irgendetwas benötigt.
Das Leben ist kein Zuckerschlecken Wollt ihr später neben Milch und Eiern weitere Produkte verkaufen oder etwas bestellen, was nicht auf Takakuras Liste steht, könnt ihr euer Glück entweder bei benachbarten Farmern oder im nahe gelegenen Dorf versuchen. Van, der Handelsvertreter, baut hier nämlich immer seinen Marktstand auf. Egal was es ist, bei Van könnt ihr eigentlich absolut alles zu halbwegs guten Preisen verscherbeln. Außerdem hat er ein paar nützliche landwirtschaftliche Geräte in seinem Sortiment, diese sind aber nicht gerade billig. Etwas Cash in der Tasche könnte daher nicht schaden. Allerdings dauert es eine Weile, bis ihr genügend Kröten zusammenhabt. Morgens, gleich nach dem Aufstehen, macht ihr am besten sofort die Glotze an. Auf dem Kanal rund um Ackerbau und Viehzucht erhaltet ihr beispielsweise allerlei nützliche Tipps, während der Wetterkanal Auskunft darüber gibt, ob man sich das Bewässern nicht ausnahmsweise auch mal sparen könnte. Ob im Dorf irgendwelche Events wie Erntedankfest oder gar ein Pferderennen geplant sind, verrät der Blick auf euren Wandkalender. Anschließend macht ihr euch an die Arbeit: Ihr grabt Beete um, streut Saatgut aus, bewässert alles gründlich, füttert sämtliche Tiere auf dem Hof, melkt eure Kühe, schert alle zehn Tage eure Schafe, schnappt euch unbefruchtete Eier für den Verkauf, befruchtete legt ihr in den Brutkasten und so weiter und so fort. Wollt ihr erheblich produktiver sein, müsst ihr zu anderen Mitteln greifen: Eure Tierchen wol- len nämlich auch verhätschelt werden und sind für freundliche Worte, Streicheleinheiten, Putzaktionen, Weidegänge oder Ähnliches äußerst dankbar. Hühner legen mehr Eier, Kühe geben mehr Milch und Schafe tragen irgendwann sogar ein goldenes Wollkleid. Beim Ackerbau genügt lediglich etwas Dünger. Im Gegensatz zu den Vorgängern können jetzt sogar Pflanzen gekreuzt und erheblich teurer verkauft werden. Vernachlässigt ihr eure Pflichten, verkümmern eure Pflanzen und eure Tiere werden krank. Mit etwas Tiermedizin sind sie zwar relativ schnell wieder gesund, ihr seid aber auch um einiges ärmer. Wer will, darf sich auch noch etwas nebenher verdienen. Denn sogar für Blumen erweist sich Händler Van als bereitwilliger Abnehmer. Geduldige Naturen sollten außerdem ein paar Kröten in eine Angel investieren und ihr Glück an den mitten in der Pampa gelegenen Teichen versuchen.
Noch realistischer In puncto nicht-lineares Echtzeit-Gameplay gab sich Entwicklerschmiede Natsume diesmal ganz besonders Mühe. Wechselnde Wetterbedingungen, Tages- und Jahreszeiten war man ja bereits gewohnt, allerdings war das Leben bislang von nicht allzu langer Dauer. Diesmal dürft ihr ganze 30 Jahre (à 40 Tage) simulieren und den Bauernburschen auf seinem Lebensweg begleiten und zwar mit allem, was dazugehört: Knirps inklusive Welpe werden nämlich auch allmählich erwachsen. Ist die Zeit reif, solltet ihr auf Brautschau gehen und die süßen Harvest Moon-Schnecken etwas genauer unter die Lupe nehmen. Als potenzielle Braut kommen eigentlich nur drei der Mädels infrage, die sich nicht nur im Aussehen, sondern auch hinsichtlich ihrer Charaktereigenschaften unterscheiden. Aber erst einmal müsst ihr mit kleinen, ihrem Charakter entsprechenden Geschenken um die Gunst eurer zukünftigen Braut werben. Bei Erfolg folgt kurz darauf die Hochzeit. Ob ihr wirklich eine gute Wahl getroffen habt, wird sich bald herausstellen. Für euer Lebenswerk muss natürlich auch ein Erbe her, schließlich soll die jahrelange Mühe nicht umsonst gewesen sein. Drei verschiedene Baby-Typen können euch beschert werden, die eurer Frau im Aussehen und im Wesen stark ähneln.
Unser Resümee Entspannende, je nach Schauplatz wechselnde Melodien und typische, ländliche Soundeffekte gestalten das virtuelle Farmerleben sehr lebendig. Die Tiere verhalten sich zwar im Normalfall recht ruhig, bringen aber Wohlbefinden oder Missfallen durch Laute wie Muhen, Wiehern, Gackern oder Ähnliches eindeutig zum Ausdruck. Auf eine Sprachausgabe haben die Entwickler jedoch gänzlich verzichtet und man muss sich damit begnügen, von den nicht spielbaren Charakteren lediglich durch die Einblendung von Sprechblasen zugetextet zu werden. Auch grafisch haut einen das Spiel nicht unbedingt vom Hocker. Einige Charaktermodelle wirken ein bisschen kantig und sind zum Teil unschön animiert, der leichte Anime-Touch steht ihnen dennoch recht gut. Vor allem die enorme Detailverliebtheit sticht unweigerlich ins Auge. So ist das Innenleben der kleinen Häuschen meist absolut entzückend, der Herbst färbt Wiesen und Bäume kunterbunt oder man erkennt auf weichem Untergrund die eigenen Fußspuren. Mit Harvest Moon wird sich zwar nicht jeder anfreunden können, aber Fans werden von den neuen Features und der absolut tollen Knuddel-Atmosphäre begeistert sein
Auf dieser Karte findet ihr alle Locations.
Laut Wetterbericht fällt das Bewässern heute flach.
Was in eurem Rucksack keinen Platz mehr hat, findet ihr im Startmenü.
Jeder Neuankömmling bekommt natürlich auch einen Namen.
Es dauert eine Weile,
bis ein Fisch an der Angelrute zappelt.
Ist ein Jahr vergangen, dürft ihr euer Glück versuchen.
Alle zehn Tage macht ihr eure Schafe nackig.
Der neu gekaufte Hahn hat prompt eine Henne beglückt.
Anfangs zieht sich das Gameplay sehr schleppend dahin. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass das Spiel im Frühjahr beginnt. Es dauert eben eine Weile, bis Blumen, Wiesen und Felder ihre volle Pracht entfalten. Ist es dann so weit, ist man von den zahllosen Details angenehm überrascht. Die meisten Pluspunkte heimst das Spiel durch die verlängerte Lebenszeit von 30 Jahren ein.