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19.04.2004 11:13 Uhr
Final Fantasy Crystal Chronicles
Nach einem knappen halben Jahr kommt die PAL-Version des Rollenspiel-Epos auch nach Europa.
| Steuerung - |
Grafik 89 |
Sound 88 |
Multiplayer 84 |
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19.04.2004 11:13 Uhr - Zu Zeiten des NES und SNES hatten Fans der beliebten Rollenspiel-Serie, die Besitzer eines der beiden Geräte waren, noch gut lachen. Mit insgesamt sechs Teilen für beide Systeme war die Auswahl an fesselnden Geschichten durchaus großzügig. Leider änderte sich die Situation mit Erscheinen der Sony PlayStation und Final Fantasy-Fans mussten umsatteln. Bis jetzt hat sich nichts an diesem Zustand geändert, auch wenn Final Fantasy: Crystal Chronicles nun weltweit für den GameCube erhältlich ist. Von Kristallen und Karawanen Schauplatz der aktuellen Geschehnisse ist eine Welt, in der das Leben nicht gerade einfach ist. Eine mysteriöse Substanz, Miasma genannt, die einfach überall vorhanden ist, sorgt bei ungeschütztem Kontakt dafür, dass man recht schnell das Zeitliche segnet. Den einzigen Schutz vor diesem teuflischen Nebel bieten Kristal-le, die jedes Dorf und jede Stadt mit einer schützenden Aura umgeben. Der Haken an der sonst recht gut funktionierenden Sache ist die geringe Lebensdauer der Kristalle. Jedes Jahr müssen sie mit Myrrhe, welche auf speziellen Bäumen zu finden ist, gereinigt werden. Das Herankarren dieser Substanz ist die Aufgabe von jungen Frauen und Männern aus dem jeweiligen Ort. Nach der sehr schön in Szene gesetzten Eröffnungssequenz gibt man seinem Heimatdorf einen Namen. Bei der Auswahl des Charakters stehen dem Spieler zwei Geschlechter (männlich und weiblich), vier Rassen (Clavat, Lilty, Yuke und Selkie) und jeweils vier unterschiedliche Erscheinungsformen zur Verfügung. Wie zu erwarten war, sind die Unterschiede zwischen den vier Rassen nicht nur auf das Äußerlichebeschränkt. So hat jede Spezies ein Spezialgebiet und eine charakteristische Eigenschaft. Die Clavats sind zum Beispiel im defensiven Bereich stark und besitzen weiterhin eine hohe Resistenz und Talente im Bereich der Magie. Wer Lust dazu hat, kann seine Karawane mit bis zu acht Mitgliedern besetzen. Aller Anfang ist schwer Nach einer rührenden Abschiedsszene im Heimatdorf macht sich der Spieler auf, das erste Jahr des Spieles hinter sich zu bringen. Dazu bewegt er auf der Landkarte seine Kristall-Karawane auf vorgegebenen Wegen von einer Station zur nächsten. Noch bevor man überhaupt einen Dungeon ansteuern kann, wird man Zeuge einer Zufallsbegegnung, die sich als Tutorial entpuppt. Hier werden dem Spieler sämtliche Informationen zu der Welt von Final Fantasy: Crystal Chronicles präsentiert. Neben Erklärungen zum Miasma, den Kristallen und den Myrrhebäumen wird auch geschildert, was es mit dem Kristallkelch auf sich hat. Dieses Gefäß ist das Transportmittel für die Myrrhe und zugleich schützt es die Reisenden vor dem tödlichen Miasma. Getragen wird der Kelch entweder von dem Hauptcharakter oder von Mogu, einem kleinen, fliegenden Mogry. Diese kleinen Wesen sind gegen die Miasma-Substanz immun und für den Briefverkehr zwischen der Hauptfigur und ihrer Familie zuständig. Das Kampf- und Magiesystem wird in kleinen Trainingseinheiten mit simplen Gegnern erklärt und lässt nach dieser Übung keine Fragen offen. Von Kontinent zu Kontinent Erwähnenswert sind vor allem auch die Kristallbrunnen, die man in den Dungeons vorfindet. An diesen Quellen lässt sich das Element eures Kristallkelches ändern. Wenn man bereits einen Dungeon komplett gelöst hat, lässt sich das Element wechseln, ohne das Gebiet erneut betreten zu müssen. Die verschiedenen Landesteile sind durch Miasma-Ströme, die jeweils ein Element als Polarität besitzen, getrennt. Möchte man zum Beispiel einen Wasser-Übergang passieren, so muss man dem Kristallkelch erst dieses Element verpassen. Dies wiederum kann man nur bei Dungeons, die den jeweiligen Kristallbrunnen beherbergen. Jedes Jahr gilt es drei Myrrhetropfen einzusammeln und zum Heimatdorf zurückzubringen. Um an einen Tropfen dieser lebensrettenden Substanz heranzukommen, muss man sich erst durch einen Dungeon schlagen und es mit einem Endgegner aufnehmen. Wunderschön, aber tödlich Nach der sehr hübschen und stimmungsvollen Vorstellung des Gebietes geht die Arbeit auch schon so richtig los. Immer mit dabei ist Mugo, dem man gleich das Tragen des Kristallkelches überlassen kann. Zahlreiche Gegner, deren Angriffe sich am Anfang noch auf physische Attacken beschränken, versperren euch den Weg. Zu Beginn sind die meisten Feinde noch relativ einfach zu bezwingen. Mit fortschreitendem Verlauf werden diese allerdings zunehmend stärker und benutzen immer öfter magische Angriffe, um euch am Weiterkommen zu hindern. Allerdings ist man ja bestens für solche Konfliktsituationen gerüstet und die bösen Jungs bekommen so lange mit dem Schwert eins auf die Glocke, bis sie klein beigeben. Nach dem Ableben überlassen sie euch dann entweder Energie, Artefakte, Geld oder Zaubersteine. Letztere ermöglichen euch das Ausführen von Zauberangriffen. Generell gibt es sechs unterschiedliche Zaubersprüche, die auch miteinander kombiniert werden können. Vereinzelte Rätsel müssen auf eurem Weg ebenfalls gelöst werden - entweder durch physische Aktionen oder durch den Einsatz von Magie. Nicht die Größe ist entscheidend Am Ende jedes Dungeons stellt sich euch ein meist sehr imposanter Endgegner in den Weg. Während sich am Anfang noch sehr schnell eine effektive Strategie ermitteln lässt, um die Brocken zu besiegen, verlangen spätere Bosse doch einiges an spielerischem und strategischem Geschick. Nachdem man dann den Abgang des Gegners - übrigens sehr spektakulär in Szene gesetzt - beäugen konnte, erhält man einen Myrrhetropfen. Zusätzlich dazu kann man eines der Artefakte, die man ebenfalls in den Dungeons findet, auswählen und dauerhaft in seinen Besitz übergehen lassen. Diese sorgen für eine Erhöhung des angezeigten Attributes. Um den Kontakt zu seiner Familie nicht abreißen zu lassen, bekommt man nach jedem erfolgreich gelösten Dungeon einen Brief seiner Familie. Und neben einer Antwort kann man auch noch das eine oder andere Goodie zurückschicken. In Städten könnt ihr euch zudem bei Händlern mit nützlichen Gegenständen wie Fleisch, Früchten oder Waffen- und Ausrüstungsskizzen ausstatten. Letztere bringt man zusammen mit den benötigten Materialien zu einem Schmied, der euch gegen die entsprechende Bezahlung ein neues Schwert oder eine neue Rüstung anfertigt. Der Mehrspielermodus von Final Fantasy: Crystal Chronicles ist leider nicht so überzeugend gelungen wie die Einzelspieler-Variante. Schuld daran ist nicht nur die Tatsache, dass jeder Teilnehmer mit einem GBA spielen muss, sondern auch die missglückte Menüführung während des Spiels. Einzig und allein zu viert macht der Titel Laune. Vor allem, weil man sich gegenseitig den Rücken freihalten kann. Einfach umwerfend Auch wenn das Spielprinzip im Vergleich zu den PS2-Kollegen andere Wege geht, so bleibt dennoch die Technik auf einem gewohnt hohen Niveau. Die Charaktere und sämtliche Umgebungen wurden mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und umgesetzt. Jede Gefahrenzone wird mit einer tollen Kamerafahrt und mystischen Erzählungen vorgestellt. Inmitten der feindlichen Linien gibt es sehr viele Unholde, an denen man sehr schön die akribische Sorgfalt von Square Enix erkennen kann. Wirklich alles ist nur so mit fantastischen Details voll gestopft. So offenbaren zum Beispiel die Zaubersteine bei näherer Betrachtung nette Runen in der Mitte. Die Licht- und Partikeleffekte passen perfekt zu dem Fantasy-Geschehen und sorgen des Öfteren für offene Münder. Steht man einem Endgegner gegenüber, wird ein geniales Effektfeuerwerk abgebrannt. Wer sich also auf diesen Final Fantasy-untypischen Rollenspiel-Exkurs einlässt, wird auf keinen Fall enttäuscht werden.
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In Bewegung sehen die brillanten Spiegelungen auf den Steinen einfach nur genial aus.
Nachdem man den Endgegner erledigt hat, erhält man einen der begehrten Tropfen.
Die Zugänge zu den Mogry-Nestern sind in Städten und Dungeons sehr gut versteckt.
Gleich zu Beginn des Abenteuers werdet ihr in alle Grundlagen eingeführt.
Neben vergangenen Erlebnissen findet man hier auch den ein oder anderen Tipp.
Gerade bei den Endgegnern bekommt ihr geniale Lichteffekte zu Gesicht.
Diese Gegner halten nicht sehr viel von Fairness.
Dieser Endgegner sieht gefährlicher aus, als er im Endeffekt ist.
So spektakulär der Auftritt auch war, gebracht hat es dieser Riesenkrabbe nichts.
Bei diesen Übergängen muss man den Kelch selber tragen.
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Rollenspiele haben es bei mir eigentlich sehr schwer. Final Fantasy hingegen konnte mich schon als Import-Version begeistern, obwohl ich kein Wort verstanden habe. Von der grafischen Leistung war ich schon vor einem halben Jahr total begeistert und bin es heute noch. Mit so vielen genialen Lichteffekten und einfach toll gestalteten Welten und Gegnern kann sonst kein anderes Spiel auf dem GameCube überzeugen. Spielerisch geht Crystal Chronicles einen anderen Weg als die Kollegen auf der PS2. Das erste Mal bestreitet man Auseinandersetzungen nicht in rundenbasierenden, sondern in Echtzeit-Kämpfen. Manche werden damit zurechtkommen, andere wiederum wenden sich mit Grausen ab. Wenn man sich erst einmal an die Echtzeit-Action gewöhnt hat, erlebt man ein tolles Abenteuer. Der Mehrspielermodus ist eigentlich nur zu viert richtig spielbar. Die Ablenkung bei der Menüführung ist einfach zu groß und man ist sehr auf die Hilfe seiner Mitspieler angewiesen. Ebenfalls negativ ist die zwingende Notwendigkeit, mit GBA und Linkkabel spielen zu müssen.
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