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Test
10.03.2004 11:12 Uhr

James Bond 007: Alles oder Nichts

Großes Kino zum Mitspielen? Das neueste|007-Abenteuer macht´s möglich!

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
85
 
Steuerung
-
Grafik
83
Sound
87
Multiplayer
83
10.03.2004 11:12 Uhr - Mit dem neuesten Teil der Geheimagenten-Serie wollen die Entwickler an den Erfolg vergangener Spiele anknüpfen und einen weiteren Action-Hit für den GameCube abliefern. Um dies zu erreichen, wird allerdings nicht auf die bisher verwendete Ego-Shooter-Thematik gesetzt. Die Jungs von EA gehen völlig neue Wege. Durch die Verwendung der Third-Person-Perspektive möchte man frischen Wind in den Agentenalltag bringen. Dass demzufolge die gesamte Spielmechanik umgekrempelt werden musste, liegt natürlich auf der Hand. Herausgekommen ist ein sehr guter Titel, der - wie die Vorgänger auch schon - mit einer exzellenten Präsentation und spektakulär in Szene gesetzter Action überzeugen kann. Im Tutorial werden dem Spieler sämtliche Aktionen und die Steuerung von Q-Gadgets, wie der Q-Spider, in einem Virtual-Reality-Raum, ähnlich wie bei Metal Gear Solid: VR Missions, näher gebracht. An und für sich ist ein Tutorial - oder allgemein eine Übungsmöglichkeit, um sich die Steuerung zu verinnerlichen - ja sehr willkommen. Im Falle
von James Bond 007: Alles oder Nichts wäre es jedoch besser gewesen, das jeweils neu hinzugekommene Feature in einem kurzen Trainingspart im Spielverlauf unterzubringen.

Voll auf dieZwölf
Hier bekommt man immerhin die Gelegenheit, seine Fähigkeiten im Faustkampf zu trainieren, denn im Verlauf des Spiels kommt es schon mal vor, dass sich James auf seine Linke und seine Rechte verlassen muss. Dieses spielerische Element wurde sehr gut integriert und liefert dem Spieler oftmals coole Keilereien - wenn auch ohne richtigen Tiefgang -, die von cineastischen Kamerafahrten begleitet werden. Nach dem Tutorial geht es mit der ersten "richtigen" Mission weiter, bei der sich James Bond von einem riesigen Gebäude abseilen muss. Mithilfe eines neuen Q-Gadgets kann sich James von hohen Kanten herablassen oder diese auch hinaufsteigen. Auf jeden Fall wurde diese neue Art der Fortbewegung hervorragend in den übrigen Spielfluss integriert und ermöglicht nicht nur neue Wege, um ans Missionsziel zu kommen, sondern auch um die begehrten Bond-Events einzuheimsen. Je mehr man von diesen besonderen Ereignissen auslöst oder entdeckt, desto mehr Punkte werden auf dem Spielerkonto gutgeschrieben. Dies macht einen nicht nur stolz wie Oskar, sondern sorgt auch für eine gute Bewertung, die wiederum freischaltbare Goodies wie Artwork-Galerien zugänglich machen. Und die Motivation, die Missionen immer besser zu meistern, ist durchaus gegeben. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Tatsache, dass man für jede Mission den Schwierigkeitsgrad individuell einstellen kann. Und wenn wir schon beim Thema sind: Die Entwickler hätten mit diesem Punkt durchaus mehr Zeit verbringen können, da der Schwierigkeitsgrad insgesamt einfach zu unausgeglichen ist. Zudem kommen hin und wieder unfaire Stellen vor, bei denen man plötzlich von hinten unter Beschuss genommen wird - obwohl dies gar nicht möglich sein kann, da man den letzten Raum gerade akribisch genau inspiziert und von lästigen Gegnern befreit hat. So etwas ist wirklich ärgerlich. Außerdem hätte auch die Munitions- und Gesundheitspack-Verteilung etwas ausgewogener und gleichmäßiger verteilt sein können. So schlägt man sich die meiste Zeit im Trial-and-Error-Prinzip durch die Levels und steht manchmal recht wehrlos bzw. angeschlagen da.

Noch einmal - und zwar von vorn
Nach Bonds Ableben müssen zudem die Missionen von vorne gestartet werden, da keine Rücksetzpunkte eingebaut wurden. Für aggressive Stimmung sorgt manchmal auch das Zielsystem. Stehen zum Beispiel zwei Gegner um einen herum und gleichzeitig befindet sich noch ein Feind etwas weiter entfernt, so wird recht oft der Ganove im Hintergrund ins Visier genommen, während man von seinen teuflischen Nachbarn Saures bekommt. Wenn der virtuelle James Bond nicht gerade zu Fuß unterwegs ist, schwingt er sich hinters Steuer eines der vielen Fahrzeuge, an denen Qs Herz so inbrünstig hängt. In diesen Passagen bewegt man Vehikel wie den Porsche Cayenne Turbo, den Aston Martin Vanquish V12, einen Helikopter, ein Motorrad und später sogar einen Panzer. Stellenweise gerät in diesen Passagen die Grafik-Engine recht stark ins Ruckeln. Da diese Stellen aber nur selten vorkommen, fallen die Ruckler nicht weiter negativ ins Gewicht. Was aber wirklich Unverständnis hervorruft, ist das Ruckeln bei den Zwischensequenzen. Diese treiben jedoch eigentlich in einer sehr schönen Art und Weise die Geschichte voran, bei der ein Ex-KGB-Agent (Nikolai Diavolo) die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Wer nach dem Durchspielen der Einspieler-Variante immer noch Lust verspüren sollte, Agent zu spielen, kann sich mit mindestens einem Kumpel beim Mehrspielermodus die Zeit vertreiben. Entweder zu zweit kooperativ oder maximal zu viert in der Arena-Variante - Spaß macht's in beiden Fällen. Dumm ist allerdings, dass man erst den kooperativen Zweispielermodus knacken muss, bevor man in die Arena steigen kann.

Fast wie im Film
Unter künstlerischen Gesichtspunkten haben die Entwickler hervorragende Arbeit geleistet. Die gut aussehende Hauptcharaktermodelle sehen ihren realen Vorbildern verdammt ähnlich. Auch die Levels können durch eine fesselnde Gestaltung und grafische Details überzeugen. Was das Spiel zusätzlich fast filmreif werden lässt, ist der orchestrale und treibende Sound, der sehr gut zur jeweiligen Spielsituation passt. Getoppt wird die Musik nur noch von der Sprachausgabe. Unterm Strich bleibt ein sehr guter Actionfilm ... äh, -titel, der auf der einen Seite durch spielerische Abwechslung und bombastische Präsentation Punkte machen kann, auf der anderen Seite aufgrund des unausgeglichenen Schwierigkeitsgrades, der Ruckler bei den Zwischen- und Fahrsequenzen sowie der seltsamen Gestaltung des Mehrspielermodus aber auch wieder welche verliert.
Dieser bewaffnete Geselle scheint aus dem Nichts zu kommen. Das passiert im Spiel des Öfteren.
James Bond bekommt es nicht nur einmal mit dem Beißer zu tun.
Hinter dem Steuer des Helikopters ist besonderes Geschick gefragt – gerade in solch engen Höhlen.
Der Porsche Cayenne Turbo ist schnell und mit tödlichen Waffen bestückt.
Über uns geht das Gebäude in die Luft und unter uns brennt es lichterloh.
Trotz der Ruckler sind die Filmchen ganz nett geworden.
Q hat dieses Mal auch eine kleine, ferngesteuerte Spinne im Repertoire.
Der Aston Martin lässt auch die ein oder andere Abkürzung zu.
Der Bond Sense lüftet das eine oder andere Geheimnis in den Missionen und ist somit sehr hilfreich.
Diese Mission schafft man erst, wenn man sie auswendig kann.
Die neueste virtuelle Bond-Episode strotzt nur so vor fetten Explosionen.

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Udo Crnjak
Meine Meinung - Udo Crnjak
007: Nightfire habe ich sehr gerne und oft gespielt und ehrlich gesagt habe ich erst eine bisschen gebraucht, um mich an die neue Perspektive zu gewöhnen. Als diese anfängliche Umstellung dann vorbei war, konnte mich Alles oder Nichts sehr gut unterhalten. Neben der Bombast-Präsentation sorgt auch die einfache, fast schon anspruchslose Spielmechanik für fesselnde Action. Man stapft überwiegend im Trial-and-Error-Prinzip durch die Levels und ärgert sich manchmal – stellenweise flucht man regelrecht – über fehlende Checkpoints und die Tatsache, dass man den Level nach dem Ableben komplett von vorne spielen muss. Das Leveldesign ist in fast allen Belangen sehr gut gestaltet. Einzig und allein das unerklärliche Auftauchen von Gegnern lässt nicht nur Fragen, sondern auch stellenweise Frust aufkommen. Die genialen Charaktermodelle der Hauptfiguren, schöne Levels und viele grafische Spielereien wie der Tarneffekt machen das Spiel zu einem Hingucker – die Ruckler in den Zwischensequenzen und in den Fahrlevels wiederum nicht. Der Mehrspielermodus ist gut spielbar und sorgt ebenfalls für einen ordentlichen Unterhaltungswert.
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