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Test
16.12.2003 10:59 Uhr

True Crime: Streets of L.A.

Wie gut ist Activisions Antwort auf die GTA-Serie?

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
86
 
Steuerung
-
Grafik
75
Sound
88
Multiplayer
-
16.12.2003 10:59 Uhr - Zwei Spiele dominierten in den vergangenen Jahren die Videospiele-Charts: Rockstars GTA III und GTA Vice City (dt. Version). Das Besondere an GTA ist der Genre-Mix aus Baller-Action und Rennspiel, garniert mit zahlreichen Mini-Spielen. Hinzu kommt, dass ihr auch noch eine ganze Stadt erforschen dürft. Leider erschienen die Chartstürmer bislang ausschließlich auf PC und PlayStation 2, Ende 2003 werden auch Xbox-Gamer in den Genuss der GTA-Serie kommen. Doch GameCube-Besitzer müssen nicht verzweifeln. Denn Activision hat mit True Crime: Streets of L.A. ein ganz heißes Eisen im Feuer, das auf den Spuren von GTA wandelt. Eins wollen wir aber direkt zu Anfang sagen: True Crime gehört nicht in Kinderhände. Das Spiel ist aufgrund der heftigen Gewaltdarstellung erst ab 18 Jahren freigegeben. Held von True Crime ist Nick Kang. Der unbeliebte Einzelgänger räumt als Polizist die Straßen von Los Angeles auf. In bester GTA-Manier braust ihr mit eurem Auto zu den Zielorten und nehmt die Gegner aufs Korn. Per Funk erhaltet ihr erste Infos über das Verbrechen. Von sexueller Belästigung über Raub bis hin zu Schießereien und Mord sind viele in der Realität existierende Verbrechen auch im Spiel vertreten. Besonders abgedreht wird es, wenn ihr einen Verbrecher namens Steven Seagull dingfest machen müsst oder ein durchgeknallter Michael-Jack-son-Imitator mit zwei Spritzen in der Hand Menschen mit dem HIV-Virus infizieren will. Hauptaugenmerk des Spiels liegt aber ganz klar auf der Story, in der ihr es mit der russischen und chinesischen Mafia aufnehmt.

Das Spielsystem
Zu Beginn des Spiels werdet ihr langsam an das Gameplay herangeführt. Ihr macht mit Nick Schießübungen am Übungsstand der Polizei und lasst euch zum E.O.D. (Elite Operations Division) versetzen. Diese Spezialeinheit greift auch mal hart und unorthodox durch, um die immer stärker zunehmende Kriminalität in L.A. in den Griff zu bekommen. Diese Einheit ist wie geschaffen für Hitzkopf Nick. Dort trifft er seine neue Partnerin Rosie. Um sich besser kennen zu lernen, ordnet die Chefin ein gemeinsames Mittagessen an. Doch im Bistro um die Ecke machen die beiden neuen Partner bereits Bekanntschaft mit der chinesischen Mafia. Ein Abgesandter der Schlitzaugen will von der Bistro-Besitzerin Schutzgeld erpressen. Dumm nur, dass Nick und Rosie am Tisch nebenan sitzen und alles mitbekommen. Ihr erhaltet die Kontrolle über Nick und nehmt den Typen in einer wilden Prügelszene, bei der das Interieur des Bistros mächtig leidet, auseinander. Im Spielverlauf werdet ihr immer wieder in solche Prügeleien verstrickt (siehe auch Extrakasten). Habt ihr ein Verbrechen verhindert, fahrt ihr zur nächsten Mission. Witzigerweise dürft ihr nicht nur mit Nicks eigenem Cabrio fahren, sondern im Auftrag der Polizei auch ein vorbeifahrendes Auto anhalten und dem verdutzten Besitzer das Auto abnehmen. Dies ist besonders praktisch, wenn einer der Kriminellen sich seinerseits ein Auto klaut und ihr schnellstmöglich die Verfolgung aufnehmen müsst. Und genau von diesen Situationen lebt True Crime: Streets of L.A. Ihr erhaltet per Funk beispielsweise den Auftrag, eine Gruppe von fünf Leuten in Chinatown aufzuhalten, die eine verbotene Demonstration abhalten. Mit laut heulender Polizeisirene macht ihr euch auf den Weg. Kaum dort angekommen, wird euer Auto erst einmal von ein paar Kugeln durchsiebt. Gerade noch springt ihr aus dem brennenden Wagen und geht hinter einer Wand in Deckung.

Non-stop-Action
Ihr zieht eure Waffen und ballert zwei Demonstranten über den Haufen, einen dritten setzt ihr mit einem gezielten Beinschuss außer Gefecht. Ein weiterer Demonstrant wird in einem unachtsamen Moment von einem vorbeifahrenden Auto erfasst. Der letzte verbliebene Demonstrant zieht an einer Ampel einen völlig überraschten Fahrer aus seinem Auto und macht sich auf die Flucht. Ihr nehmt die Verfolgung auf, rennt bei dem Versuch, ein Auto zu ergattern, beinahe eine alte Oma über den Haufen und bleibt an einem Zaun hängen. Endlich hat sich der Besitzer eines kleinen Omnibusses mehr oder weniger freiwillig dazu bereit erklärt, euch sein Fahrzeug zu überlassen. Vor seinen Augen haut ihr den Rückwärtsgang rein, fahrt gegen einen Hydranten, streift ein parkendes Auto und semmelt die Ampel um. Der flüchtende Verbrecher hat bereits einen gehörigen Vorsprung. Ein Blick auf die Karte am unteren Bildschirmrand verrät euch die Position des Flüchtenden. Eine kurze, aber wilde Verfolgungsjagd durch den dichten Stadtverkehr bringt euch in Schussweite. Nach einigen erfolglosen Versuchen, die Reifen des flüchtigen Autos zu zerschießen, ballert ihr den Wagen zu Schrott. Völlig am Ende steigt der Täter aus dem Auto und ergibt sich. Ihr legt ihm Handschellen an und bekommt für die erfolgreiche Jagd Punkte. In diesem Zusammenhang ist das Good-Cop/Bad-Cop-Rating von besonderer Bedeutung. Denn je nachdem, wie brutal ihr vorgeht und Verluste in der Zivilbevölkerung in Kauf nehmt, erhaltet ihr Punkte gutgeschrieben oder abgezogen. Für 100 Punkte gibt es ein Polizeiabzeichen. Diese Abzeichen verschaffen euch den Zutritt zu den bereits angesprochenen Dojos oder Schießständen, in denen ihr neue Moves oder Waffen erspielt. Ob man ein guter oder böser Cop ist, hat auch Auswirkungen auf die im Spiel vorkommenden Handlungsstränge. Die Entwickler spendierten True Crime zahlreiche verschiedene Videosequenzen für die unterschiedlichsten Missions-Ausgänge. So müsst ihr nicht automatisch einen Auftrag wiederholen, wenn ihr an einer Mission scheitert. Schafft ihr es zum Beispiel nicht, innerhalb des Zeitlimits an den Zielort zu kommen, kann es sein, dass die Bar bereits in Flammen steht. Wärt ihr schneller gewesen, hättet ihr das Verbrechen verhindern können. So unterhaltsam True Crime spielerisch auch ist, technisch hätte man mehr aus dem GameCube herausholen können. Die PS2-Version war die Hauptplattform während der Entwicklung - und das merkt man der GameCube-Fassung leider auch an. Die Texturen sind teilweise stark verwaschen und die Gebäude-fassaden sehen nicht besonders hübsch aus. Darüber hinaus gerät die Grafik ein ums andere Mal ins Ruckeln. Allerdings ist es auch nicht einfach, eine 400 km² große Stadt mit jeder Menge Autos und Fußgänger ohne nennenswerte Ladezeiten während der Fahrsequenzen zu realisieren.

Sehr gut gefallen hat uns das Schadensmodell der Autos. Es gibt klappernde Türen, zersplitterte Scheiben, brennende Motoren, zerschossene Reifen, Kofferraumdeckel, die nicht mehr zugehen, und jede Menge sichtbare Beulen. Gute Arbeit haben die Entwickler auch beim Sound geleistet. Der Soundtrack bietet viel Rap und Hip-Hop von namhaften Künstlern wie Coolio, Snoop Dogg oder Ice-T. Die Soundeffekte klingen gut und passen perfekt. Jedes Auto hört sich unterschiedlich an und ihr könnt genau unterscheiden, ob ihr eine Parkuhr oder den Laternenpfahl umgemäht habt. Besonderes Lob verdient die Sprachausgabe im Spiel, die teilweise von echten Hollywood-Stars übernommen wurde. So wird Nick Kang beispielsweise von Russell Wong gesprochen, der in Filmen wie God's Army II, Monkey King und Romeo must die mitgespielt hat. Gary Oldman, bekannt aus Filmen wie JFK - Tatort Dallas, Das fünfte Element oder Air Force One, leiht dem russischen Mafia-Boss seine Stimme. Altstar Christopher Walken, der unter anderem in Pulp Fiction, Batmans Rückkehr oder Sleepy Hollow zu sehen war, übernahm die Rolle von George, einem rüstigen Polizisten, der Nick immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht. Schade ist, dass das Spiel zwischendurch immer wieder von störenden Ladezeiten unterbrochen wird, sobald ihr ein Haus betretet oder eine Mission beendet ist. Hinzu kommt, dass viele der Moves, die man im Spiel erlernt, mehr nettes Beiwerk als spielerisch notwendig sind. Etwas enttäuschend ist auch, dass man außer seinen Aufträgen in den Städten nichts erledigen kann. Während es beim großen Vorbild GTA unter anderem jede Menge Geschäfte gibt, die man betreten kann, lebt True Crime hauptsächlich von der Story. Außerdem macht True Crime als Good Cop längst nicht so viel Spaß wie als Bad Cop. Das Spiel bezieht seinen Reiz vornehmlich aus der Tatsache, dass man alles über den Haufen fährt, in wilde Schießereien verstrickt ist und alles zerstören kann. Als Good Cop bekommt man in so einem Fall direkt Punkte abgezogen, die man aber für das Besuchen der Dojos und Schießstände braucht. Nichtsdestotrotz ist True Crime: Streets of L.A. ein geiles Spiel. Die Entwickler bauten viele Gags und Anspielungen auf Hollywood-Filme ein. True Crime ist somit trotz einiger Mängel ein sehr unterhaltsames Spiel.
Bei Rennen verdient ihr euch bessere Autos.
Da wird sich der Bistro-Besitzer freuen!
„Ich muss sie auf Drogen untersuchen, Ma’am!“
Hier nehmt ihr ein Gangster-Nest aus.
Eure Chefin ist nicht die schlimmste Person!
Die Prügelszenen machen so richtig Laune!
Die Verkaufsversion wird deutsche Untertitel bieten.
Das Schadensmodell ist hervorragend!
Per Kick könnt ihr Waffen der Gangster nehmen.
Auf Knopfdruck holt Nick in seinem Auto die Sirene raus.
Mit der Zielfunktion nehmt ihr die Gegner aufs Korn.
(Fabian Sluga)

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Fabian Sluga
Meine Meinung - Fabian Sluga
True Crime: Streets of L.A. ist ein richtig cooles Spiel. Zumindest, wenn man über die teils nicht so hübsche Grafik und die nervenden Ladezeiten hinwegsehen kann. Das Spiel bietet jede Menge tolle Zwischensequenzen und viele witzige Einfälle. So wiederholen sich die Verbrechen in L.A. zwar auch nach einer gewissen Zeit, zwischendurch wird man jedoch immer wieder von dem einen oder anderen Ereignis überrascht. Klasse sind natürlich die verschiedenen Handlungsstränge sowie die Tatsache, dass, wenn man mal keine Lust auf die Story hat, jederzeit einfach durch die Stadt cruisen und ein paar Verbrechen lösen kann.
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