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Test
09.12.2003 11:17 Uhr

XIII

Revolutionärer Shooter oder doch nur ein gewöhnlicher Action-Titel?

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
88
 
Steuerung
-
Grafik
86
Sound
84
Multiplayer
85
09.12.2003 11:17 Uhr - Der vielleicht vielversprechendste Ego-Shooter des Jahres erscheint am 13. November in Europa: XIII! Wir haben euch bereits in den vergangenen Monaten regelmäßig mit neuen Infos und Bildern zu dem Action-Spektakel versorgt. Die Entwickler setzen dabei auf den aus Zelda: The Wind Waker bekannten Cel-Shading-Grafikstil. Dahinter steht die Absicht, der Comic-Vorlage von Jean van Hamme sehr nahe zu kommen. Und trotz Zeichentrick-Grafik ist XIII alles andere als harmlos. Spätestens nachdem man die ersten Blutspritzer während einer Sterbesequenz gesehen hat, ist klar: XIII richtet sich an eine erwachsene Zielgruppe.

Die Story
Das Spiel beginnt mit einer hübschen Intro-Sequenz in Spielgrafik. Hier seht ihr, wie euer Spielcharakter über einen Passagierdampfer rennt, gehetzt von schießwütigen Verfolgern. Kaum ist er an Deck angekommen, wird er umzingelt. Ihm bleibt nur eine Wahl: über Bord zu springen. Doch ein Streifschuss verletzt ihn am Kopf. Er wacht an einem Strand der US-Küste wieder auf. Das Gedächtnis ist ausgelöscht und er kennt nicht einmal seinen Namen. Einzige Hinweise auf seine Identität geben eine tätowierte römische XIII auf seiner Schulter sowie ein Schlüssel für ein Bankschließfach in der Tasche. Doch für Rätselraten bleibt keine Zeit. Die hübsche Baywatch-Nixe, die ihm gerade eben noch vom Strand gerettet hat, wird in seiner Anwesenheit hinterrücks niedergeschossen. Doch völlig überraschend streckt er die bewaffneten Feinde mit der Kaltblütigkeit eines professionellen Killers nieder. Wenig später erfahrt ihr, dass der Protagonist angeblich den amerikanischen Präsidenten William Sheridan ermordet hat. Wahrheit oder eine dunkle Verschwörung?

Tolle Atmosphäre
In vielen Flashbacks in Spielgrafik erhaltet ihr weitere wertvolle Informationen, die Licht ins Dunkel bringen. Diese Zwischensequenzen werden teilweise mit einem über das Bild gelegten Schwarz-Weiß-Filter verfremdet, um mehr Atmosphäre zu erzeugen. Geradezu genial ist es den Entwicklern gelungen, die Cutscenes in das Gameplay einzufügen. Denn während ihr in bester Ego-Shooter-Manier durch die Levels stapft, treffen euch eure Erinnerungen schlagartig beim Anblick bestimmter Gegenstände, Gebäude oder Personen. Dies ist nicht nur realistisch, sondern lässt euch die Geschichte auch hautnah miterleben. Kein anderer GameCube-Shooter erzeugt so eine dichte Atmosphäre und eine so intensive Einbindung in die Geschichte! Spielerisch geht XIII dagegen kaum neue Wege, sondern bietet altbekannte, aber gute Ego-Shooter-Kost. Der Levelaufbau ist sehr geradlinig und ihr findet meist sehr schnell die richtige Key-Card oder den Ausgang. Außer ein paar versteckten Health-Packs, Munitions-Schachteln oder Schutzwesten braucht ihr keine Angst zu haben, irgendwelche Geheimnisse zu verpassen.

Der sechste Sinn
Das Besondere an XIII ist der sechste Sinn des Hauptcharakters. Wenn ihr beispielsweise vor einer Tür steht, erscheint in typischer Comic-Manier plötzlich ein "tap tap tap"-Schriftzug auf dem Bildschirm, der von rechts nach links und wieder zurück wandert. Jetzt wisst ihr, dass ein Wachmann hinter der Tür auf und ab schreitet. Dank eures sechsten Sinns könnt ihr auch Gespräche wahrnehmen und belauschen. Diese Visualisierung passt sehr gut zum Comic-Stil des Spiels. Unterstrichen wird dieser Stil von drei kleinen Fenstern, die bei besonderen Ereignissen am oberen linken Bildrand erscheinen. Trefft ihr einen Feind beispielsweise mit dem Sniper-Gewehr aus großer Distanz, so erkennt ihr in den Fenstern, wie der Gegner langsam zu Boden sinkt. Eine ähnliche Animation erhaltet ihr, wenn ihr einen Feind mit einer Flasche oder einem Stuhl von hinten niederstreckt. Denn im Spiel gibt es oft genug Abschnitte, in denen ihr keine Waffe tragt und schleichen müsst. In diesen Fällen eignet sich das Interieur der Levels ganz ausgezeichnet zur Selbstverteidigung. Dies ist ein einzigartiges Feature, das in Ego-Shootern bislang nicht genutzt wurde. Darüber hinaus dürft ihr euch mit Messern, Revolvern, Schrotflinten, Granaten und Raketenwerfern zur Wehr setzen. Je nach Level müsst ihr eure Waffe auch dazu einsetzen, euch hinterrücks eine Geisel zu schnappen und in Schach zu halten. So bleiben euch die herumlaufenden Wachen vom Leib, bis ihr in Sicherheit seid. Um weitere Abwechslung ins Gameplay zu bringen, haben die Entwickler auch einen Enterhaken in das Spiel integriert, mit dem ihr euch James-Bond-mäßig auf- und abseilen könnt. In insgesamt 14 sehr abwechslungsreichen Missionen mit diversen Unterabschnitten müsst ihr euer Können beweisen. Wer aber schnell frustriert ist, sollte lieber die Finger von XIII lassen. Die Levels sind teilweise knackig schwer. Da nützen auch die unendlichen Continues nichts.

Technik mit Stil
Die extra für XIII umprogrammierte Unreal-Engine bietet eine geniale Cel-Shading-Optik, die dem Spiel einen einzigartigen Stil verleiht. Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich die Top-Cel-Shading-Titel The Legend of Zelda: The Wind Waker, Viewtiful Joe und XIII trotz gleichen Grafikstils aussehen. Die Charaktere sind toll modelliert und es gibt viel zu sehen. Die Grafik läuft dank 60-Hertz-Modus, abgesehen von kleineren Rucklern, stets mit flüssigen 50 Bildern pro Sekunde. Sehr stark präsentiert sich auch der Sound, der mit einem tollen, komplett dynamischen Soundtrack aufwarten kann. Ebenfalls klasse ist die deutsche Synchronisation, für die sogar Schauspieler Ben Becker verpflichtet wurde. Und es ist einfach unglaublich, wie gut sich Grafik und Sound in manchen Situationen zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen. So gibt es beispielsweise eine Szene im Spiel, in der ihr aus einem FBI-Gebäude in eine heruntergekommene Baracke lauft. Ihr seht verwitterte Türflügel und eingeschlagene Fensterscheiben. Der Putz ist an vielen Stellen von den Wänden gebröckelt. Plötzlich geht ein Windhauch und Blätter fliegen durch die Luft. Die Bodendielen knarren und Stimmen dringen an euer Ohr. "Er ist hier! Gleich haben wir ihn!", schallt es durch das Gemäuer. Euer sechster Sinn warnt euch. "Tap tap tap" - und schon taucht der erste Bursche mit einer Waffe im Anschlag hinter der Ecke auf. Ihr könnt gerade noch hinter ein paar Kisten in Deckung gehen. Es sind diese Situationen, von denen XIII lebt und an denen man merkt, welche Möglichkeiten die heutigen Konsolen mittlerweile bieten. XIII zählt zusammen mit TimeSplitters 2 zu den besten Ego-Shootern für den GameCube.
Mit einer Geisel haltet ihr euch die Wachen vom Hals.
Die Schrotflinte ist durchschlagskräftig.
Mit dem Sniper holt ihr einen Gegner vom Gebäude.
Stühle oder Flaschen eignen sich gut zur Betäubung.
Euer sechster Sinn warnt euch rechtzeitig.
Mit dem Enterhaken geht es aufwärts.
Die Story wurde gut in das Gameplay integriert.
(Fabian Sluga)

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Fabian Sluga
Meine Meinung - Fabian Sluga
XIII kann die hoch gesteckten Erwartungen erfüllen und die positiven Vorabeindrucke bestätigen. Euch erwartet der beste Ego-Shooter des Jahres. Die Suche nach der Wahrheit hat absoluten Kinofilmcharakter und ist hoch spannend. Ungeduldige Spieler sollten aber lieber ein anderes Spiel bevorzugen. XIII ist teilweise sehr schwer. Etwas weniger spannend fand ich den Mehrspielermodus, der mit nur vier Spielmodi daherkommt.
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 Die Story wurde gut in das Gameplay integriert.
 Mit dem Enterhaken geht es aufwärts.
 Stühle oder Flaschen eignen sich gut zur Betäubung.
 Mit dem Sniper holt ihr einen Gegner vom Gebäude.
 Die Schrotflinte ist durchschlagskräftig.
 Euer sechster Sinn warnt euch rechtzeitig.
 Mit einer Geisel haltet ihr euch die Wachen vom Hals.
 
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