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Test
12.11.2003 14:45 Uhr

XIII

Dieser stylische Ego-Shooter ist ein Lizenzprodukt der etwas anderen Art.

Hersteller: Ubisoft
Termin: 30.10.2003 Spieler: -
Testurteil:
87
 
Steuerung
-
Grafik
85
Sound
87
Multiplayer
-
Das Spiel gibt es außerdem
für folgende Plattformen:
12.11.2003 14:45 Uhr - Es soll ja böse Zungen geben, die behaupten, es gäbe zwar zwei Arten von Lizenzprodukten, die beide nicht viel taugen. Zum einen sind das Versoftungen von Filmen, die meistens an gehörigem Zeitmangel scheitern. Und dann gibt es Spiele zu Büchern, Comics oder Fernsehserien, die diesem Zeitdruck eigentlich nicht unterliegen, aber dennoch von weniger berauschender Qualität sind - frei nach dem Motto: "Die vielen Hardcore-Fans kaufen’s ja sowieso!" Bei XIII sieht das aber etwas anders aus. Von Zeitdruck kann keine Rede sein - XIII wurde bereits vor über eineinhalb Jahren angekündigt. Und die gleichnamige Comicserie, auf der das Spiel basiert, ist so gut wie unbekannt. Die Entwickler mussten sich also ganz schön ins Zeug legen, um ein Spiel zu kreieren, das auch ohne Kenntnisse der Vorlage von Jean van Hamme funktioniert. Letztendlich ist dennoch ein spannender und gut spielbarer Comic daraus geworden.

Stylischer als Dante
Der Stil des Spiels ist in dieser Form wohl als einzigartig zu bezeichnen. Für die grafische Umsetzung hat man sich für den Cel-Shading-Stil entschieden. Obwohl dieser inzwischen schon sehr oft verwendet wurde, hat Ubisoft es geschafft, das Spiel einfach anders und von vorne bis hinten durchgestylt aussehen zu lassen. Ob Figuren, Objekte oder Umgebungen - alles sieht aus, als hätte man es direkt aus den Comics herausgenommen und ins Spiel übertragen. Auf den Lorbeeren, die Ubisoft dafür schon im Vorfeld erhalten hatte, haben sich die Entwickler aber keinesfalls ausgeruht. So sind die Levels alle höchst unterschiedlich gestaltet. Neben Militärbasen, Fabriken, einer Bank oder der freien Natur finden Sie sich sogar in einer Irrenanstalt oder einem U-Boot wieder. Insgesamt 15 umfangreiche Umgebungen, die in über 30 Levels unterteilt sind, machen Sie im Verlaufe des Spiels unsicher. Das tun Sie mal mit
reiner Waffengewalt, mal in bester Stealth-Manier, mal mit einer Geisel im Schlepptau. Abwechslung ist hier das Stichwort - auch wenn die Levels an sich zugegebenermaßen etwas geradlinig sind.

Amnes(t)ie International
Warum Sie diese kleine Odyssee überhaupt machen müssen? Nun, man beschuldigt Sie, den Präsidenten der Vereinigten Staaten umgebracht zu haben. Zu dumm, dass Sie an einer akuten Amnesie leiden und sich an absolut nichts erinnern können. Ihr einziger Anhaltspunkt ist eine römische 13, die auf Ihre Brust tätowiert ist. Was es damit und dem Präsidenten-Mord auf sich hat, decken Sie Stück für Stück während des Spiels auf. Die Story wird mittels Flashbacks, in denen sich die Hauptfigur an vergangene Geschehnisse erinnert, und Einblendungen ähnlich denen aus Comics erzählt. Dieser Comicstil wird während des Spielverlaufes mit coolen Effekten auf die Spitze getrieben. Über getroffenen Gegnern erscheinen Texteinblendungen wie "ARGH!" oder "NOOO!", große Explosionen werden mit einem fetten "KABOOM!" untermalt. Wenn Sie einem Kontrahenten mit einer bestimmten Waffe (Glasscherben, Wurfmesser, Scharfschützengewehr und Armbrust) das Lebenslicht ausblasen, werden Sie sogar mit einer sehr makabren Bild-im-Bild-Animation belohnt, die in Einzelschritten die Exekution darstellt. Belauschen Sie heimlich ein paar Figuren, wird deren Gespräch nicht nur in der hervorragenden deutschen Synchronisation wiedergegeben, sondern auch in eingeblendeten Sprechblasen. Übrigens konnte man für die deutsche Synchro einige bekannte Schauspieler gewinnen. So leiht zum Beispiel Ben Becker der Hauptfigur seine Stimme.

Vielseitiger Tausendsassa
Natürlich belassen Sie es nicht dabei, die Gegner zu belauschen. Was für ein Ego-Shooter wäre XIII, wenn man nicht auch sein umfangreiches Waffenarsenal ein Wörtchen mitreden lassen dürfte? Mit
Gebrauchsgegenständen wie Stühlen, Aschenbechern oder Besen können Sie sich der vielen Gegner aber auch leise aus dem Hinterhalt entledigen. Zu guter Letzt finden Sie einige nützliche Gadgets, wie einen Dietrich oder einen Enterhaken, im Inventar. Doch selbst all diese Hilfsmittelchen waren den Entwicklern von XIII noch nicht genug. So spendierte man der Hauptfigur auch einige Eigenschaften und Fähigkeiten, die Sie nach und nach wieder erlernen. Bei einem Sprung ins kühle Nass erinnern Sie sich beispielsweise, dass Sie nicht nur das Seepferdchen-Abzeichen in der Grundschule gemeistert, sondern auch eine komplette Kampftaucherausbildung absolviert haben! Längere Tauchgänge sind so kein Problem mehr. Nach und nach lernen Sie so Gegner mit einem Handkantenschlag ins Reich der Träume zu schicken, mit einem Scharfschützengewehr umzugehen, Gegner anhand ihrer Gehgeräusche zu orten oder selbst so leise umherzuschleichen, dass man Sie nur schwer entdecken kann.

Strohdoof
Das alles hört sich an, als könnte XIII locker den Genrethron besteigen. Grundsätzlich hat der Titel auch das Potenzial dazu, gäbe es da nicht diese eine Sache, die einen Vorstoß in höhere Wertungsregionen verhindert: die fürchterliche Gegner-KI. Hierzu ein paar Beispiele: Entdeckt Sie ein Gegner, wird er zwar sofort Alarm schlagen und Sie kurzzeitig verfolgen. Wenn Sie sich aber einfach hinter der nächstbesten Tür verstecken, wird er die Verfolgung in vielen Fällen bald aufgeben. Dann begibt er sich zurück an seine Ausgangsposition und wartet dort geduldig darauf, ausgeschaltet zu werden. Leichen von besiegten Gegnern können Sie zwar huckepack nehmen und verstecken, unbedingt nötig ist das aber nicht immer. Falls ein toter Gegner von seinen Kollegen entdeckt wird, verhalten die sich nämlich fast genauso wie ihr abgemurkster Kamerad zuvor. Sie geben kurz Alarm, schauen sich flüchtig um und lassen’s dann aber auch schon wieder gut sein. In reinen Schleichmissionen müssen Sie darauf achten, auf keinen Fall entdeckt zu werden, sonst dürfen Sie von vorne beginnen. Mit häufigem virtuellen Ableben werden Sie übrigens trotzdem rechnen müssen: Die Gegner sind zahlreich und stark und lassen sich nicht immer aus dem Hinterhalt erledigen. Oft kommt es so zu nervigen Wiederholungen nach dem Trial-and-Error-Prinzip: Nach dem Hinscheiden beginnen Sie den aktuellen Level von vorne oder vom letzten Checkpoint aus.

Mals was Anderes
Wer sich an diesem Manko nicht oder zumindest nur wenig stört, erhält mit XIII einen spannenden und fesselnden Ego-Shooter, der besonders für Einzelspieler wie gemacht ist. Einen sehr guten Mehrspielermodus hat man dem Titel aber obendrein noch spendiert. Action-Fans können mit XIII also eigentlich nichts falsch machen. Lediglich das nervige Verhalten der Gegner fällt stellenweise schon sehr negativ auf. In technischer Hinsicht gibt es ansonsten aber nichts zu mäkeln. Das Spiel läuft trotz des recht aufwendigen und performancefressenden Grafikstils die meiste
Zeit flüssig. Die Musik- und Soundkulisse untermalt das Spiel perfekt und der abgefahrene Stil ist einfach einzigartig. Wer von epischen Kriegs-Spielen oder Science-Fiction-Ballereien genug hat, sollte es also mal mit XIII versuchen. Wer Angst hat, in der deutschen Version könnten die etwas deftigeren Spielszenen fehlen, sei beruhigt: XIII ist auch bei uns ungeschnitten.
In manchen Missionen geht Schleichen über Schießen.
Einer gegen vier – aber wir haben ein Ass im Ärmel.
In diesem Level müssen Sie General Carrington wohlbehalten durch eine Militärbasis führen.
So spart man Munition! Mit einer Schaufel erledigen wir diesen Gegner von hinten.
Dieser Soldat merkt nicht mal, dass wir seinen Kollegen umgenietet haben.
Zivilisten lassen Sie besser am Leben.
Obligatorische Bossfights dürfen nicht fehlen.
In der U-Boot-Mission ist Schleicharbeit angesagt. Achten Sie auf das „Tap Tap“, das nahende Feinde verrät.
Dieses Logo erinnert uns an eine billige Bacardi-Kopie.
Mit der Harpune kann man alle möglichen Körperteile piercen – zum Beispiel Hälse.
Erledigte Gegner verstecken Sie in dunklen Gassen.
Unter Wasser ist die Harpune die einzig verlässliche Waffe.
Nach und nach decken Sie die Identität der Rädelsführer einer Verschwörung auf.
Granaten sind ein gutes Mittel zur Gegner-Dezimierung.
Die Luft ist wieder so rein wie ein frisch gepuderter Babypopo.
Der Raketenwerfer haut tierisch rein.

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Christian Schönlein
Meine Meinung - Christian Schönlein
Ganz so perfekt wie erhofft ist XIII leider nicht geworden. So nerven einige Wiederholungen nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Manchmal tappen Sie aus versehen ins Sichtfeld eines Feindes oder Ihnen gehen die Medipacks aus. Oft hilft da nur, die Levels so oft zu spielen, bis Sie sie auswendig kennen. Auch die Gegner-KI hat mich enttäuscht. Wir wollen den Teufel aber nicht an die Wand malen, denn XIII ist trotz dieser Mängel ein toller Titel. Das liegt sicherlich auch am absolut coolen Stil. Blickt man hinter die Comic-Kulisse, erhält man einen spannenden Shooter, der sich besonders für Einzelspieler eignet. Dank des umfangreichen Mehrspielermodus und des Online-Supports werden auch Multiplayer-Fans bedient. Außerdem lobenswert: die hervorragende Lokalisierung. Die deutschen Sprecher leisten tolle Arbeit.
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 In diesem Level müssen Sie General Carrington wohlbehalten durch eine 
Militärbasis führen.
 So spart man Munition!  Mit einer Schaufel erledigen wir diesen Gegner von hinten.
 Dieser Soldat merkt nicht mal, dass wir seinen Kollegen umgenietet haben.
 Erledigte Gegner verstecken Sie in dunklen Gassen.
 In manchen Missionen geht Schleichen über Schießen.
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Allgemeine Infos
System: PS2
Genre: Ego-Shooter
Entwickler: Ubisoft Entertainment SA (FR)
Publisher: Ubisoft
Sprache: Deutsch
Schwierigkeit: nicht bekannt
Internet: http://www.ubisoft.de
Spieler: nicht bekannt
USK: ab 16 Jahren
Preis: € 60.00
Termin: 30.10.2003
 
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