12.11.2003 10:39 Uhr - Für die einen ist es ein unschlagbarer Partyspaß, für die anderen eine unverständliche Wurmkur. Von Team 17, dem gleichen Programmierteam der bisherigen Worms-Abenteuer, kommt jetzt Worms 3D für PC, PS2, Xbox und GameCube. Und wie der Name bereits andeutet, hat man versucht, das Spielprinzip in die dritte Dimension zu portieren. Operation gelungen?
Bekannte Strukturen Spielerisch hat sich, abgesehen vom Sprung in die dritte Dimension, nicht viel getan. Immer noch wuseln bis zu vier Wurm-Teams, mit je vier Würmern, über den Bildschirm und versuchen mit Waffengewalt die gegnerischen Würmer aus der Arena zu pusten. Gespielt wird nacheinander - Wurm nach Wurm. Jedem Team steht eine fest vorgegebene Zeit zur Verfügung, in der man sich bewegen und eine Waffe auswählen und benutzen kann. Vom Baseball-Schläger über die Bazooka bis hin zum Luftangriff kann man hier auf ein reichhaltiges Arsenal zurückgreifen. Neue Waffen sind allerdings Mangelware. Während Worms-Kenner also relativ fix ins Geschehen einsteigen können, sollten Neulinge erst einmal am Tutorial teilnehmen und sich in die Waffenkünste sowie die Steuerung einführen lassen.
Die dritte Dimension Die Programmierer konnten das Spielprinzip tatsächlich in die dritte Dimension retten, trotzdem gibt es ein paar kleinere Probleme. So ist der Mehrspieler-Modus zwar sehr unterhaltsam, allerdings ist es sehr schwierig, Entfernungen abzuschätzen. Denn wenn ihr mit der Bazooka auf einen feindlichen Wurm zielt, müsst ihr berücksichtigen, dass euer Schuss an Höhe verliert und vom Winde verweht werden könnte. Hatte man in der zweiten Dimension schnell den Bogen raus, ist die Lernkurve bei Worms 3D größer. Erstaunlicherweise ist der Einspieler-Modus dabei stärker einzuschätzen als der Mehrspieler-Modus. Denn während sich Worms-unerfahrene Spieler im Mehrspieler-Modus überfordert fühlen, findet man sich im Einspieler-Modus schnell zurecht. Die Levels sind relativ klein und die Teams lediglich an zwei Positionen auf der Karte verteilt. Im Mehrspieler-Modus sind die Würmer allesamt über die komplette Karte verteilt, so dass man schnell den Überblick verlieren kann. Hier sind klassische Multiplayer-Spiele wie Bomberman, Mario Kart oder Mario Party einfach einsteigerfreundlicher. Aufgelockert wird der Einspieler-Modus durch sehr witzige Zwischensequenzen. Bei der Grafik haben die Entwickler statt der klassischen Polygone auf Voxel-Technologie gesetzt. Nur so soll es möglich gewesen sein, komplett zerstörbare Levels zu kreieren. Das Ergebnis sind grafisch solide Levels, die aber nicht über den Durchschnitt hinauskommen. Der Sound bietet neben einem witzigen Menü-Song passende Soundeffekte während des Spiels und witzige Sprüche der Würmer. Weniger gelungen zeigt sich dagegen die Menüstruktur. So kann man hier zwar eigene Levels generieren und viele Einstellungsmöglichkeiten vornehmen. Dies geht allerdings auf Kosten der Übersichtlichkeit. Ein weniger verspieltes Menü wäre hier sinnvoller gewesen. Nichtsdestotrotz werden sich Worms-Spieler wie zu Hause fühlen. Ob einem das Wurmspektakel auch in der dritten Dimension Spaß macht, sollte man aber erst einmal bei einem Probespiel herausfinden. Unterschiede zwischen den Konsolen-Versionen existieren übrigens nicht.
Luftangriffe sind in 3D schwer zu platzieren.
Der Kampf tobt auch im Schnee.
Per Jetpack versucht der Wurm, sich eine bessere Position zu erarbeiten.
An Worms 3D werden sich die Geister scheiden. Während die einen es für die Fortsetzung eines der genialsten Spielprinzipien überhaupt halten, werden die anderen gelangweilt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Worms ist allerdings auch in 3D das perfekte Spiel für zwischendurch. Die sehr kurzweiligen Missionen laden regelmäßig zu einem kleinen Spiel ein. Und auch im Mehrspieler-Modus kann der Titel jede Menge Spaß machen, wenn man die richtigen Leute hat. Aber eins ist auch klar: In 3D ist Worms nicht so übersichtlich wie in 2D. Gerade Luftangriffe zu platzieren ist enorm schwierig. Auch das Teleportieren ist in 3D schwieriger, da man Bodenunebenheiten nicht gut erkennen kann und so schon mal von einem Vorsprung abrutscht und ins Wasser fällt. Fans sollten Probe spielen!