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Test
24.10.2003 11:11 Uhr

Mario Golf Toadstool Tour

Auf dem N64 zum Überraschungshit avanciert, setzt Mario erneut zum Abschlag an!

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
81
 
Steuerung
-
Grafik
77
Sound
73
Multiplayer
85
24.10.2003 11:11 Uhr - Wo Mario draufsteht, da ist Qualität drin. Egal ob Super Mario Sunshine (Jump & Run), Paper Mario (Rollenspiel), Mario Kart (Funracer) oder Mario Tennis (Tennisspiel) - Nintendo stellt sicher, dass die Spiele mit dem berühmtesten Klempner der Welt in jedem Genre eine Klasse für sich sind. Mit Mario Golf: Toadstool Tour möchte Nintendo nun auf dem GameCube die Golf-Krone für sich sichern. Bereits auf dem Nintendo 64 und dem Game Boy war Mario Golf ein voller Erfolg. Doch auf dem GameCube hat man mit Tiger Woods PGA Tour 2003 von Electronic Arts einen erstklassigen Konkurrenten.

Abschlag Mario
Anders als Tiger Woods PGA Tour ist Mario Golf keine bierernste Simulation. Genau wie bei den Vorgängern verbindet man das anspruchsvolle Golfspiel mit dem Mario-Universum. So schlagt ihr den Ball zwar genau wie bei Tiger Woods PGA Tour an Bäumen und Seen vorbei über das Grün aber eben im typischen Mario-Comic-Stil. Dies eröffnet ganz eigene Möglichkeiten. Denn über die gewöhnlichen Grün-Kurse hinaus müsst ihr z. B. auch auf den feurigen Kursen von Bowser bestehen oder euch mit diversen Pflanzen oder Feinden aus dem Mario-Universum herumschlagen. Wenn ihr den Ball beispielsweise zu sehr in die Nähe einer Pflanze schlagt, frisst sie ihn und spuckt ihn an einer anderen Stelle wieder aus. Trefft ihr aus Versehen eine Bombe, schleudert die Explosion euren Ball mitunter in eine ungünstige Position. Diese Ereignisse sind jedoch kein Produkt des Zufalls und nehmen auch nicht überhand. Es liegt vor allem daran, wo ihr den Ball hinspielt. Mario Golf bietet eine Vielzahl an Spielmodi. Da gibt es zum Beispiel die Side Games, bei denen ihr eine Reihe an Herausforderungen - wie das Erzielen von Birdies auf mehreren Löchern hintereinander - bestehen müsst. Bei den Near Pin Challenges kommt es allein darauf an, den Ball mit einem Schlag so nahe wie möglich an die Fahne zu schlagen. Beim Speed Golf müsst ihr den Ball in möglichst kurzer Zeit einlochen. Im Stroke Play kommt es nicht auf die Zeit, sondern vielmehr auf die Anzahl der Schläge an, die ihr benötigt, um den Ball ins Loch zu bringen. Und im Character Match wählt ihr euren Lieblingscharakter und tretet gegen ihn an. Das Herzstück von Mario Golf ist aber der Tournament-Modus, bei dem ihr nach und nach sämtliche Kurse und Charaktere freischaltet. Das Spiel beginnt hier relativ unspektakulär. Die ersten Turniere sind recht konventionell und schnell durchgespielt. Erst bei den letzten beiden der sechs Turniere dreht Mario Golf mit jeder Menge Hindernissen und Warp-Röhren richtig auf, so dass sie auch für erfahrene Mario Golf-Veteranen eine Herausforderung darstellen.

Intuitiv, aber nicht revolutionär
Was Mario Golf schon immer hervorragend demonstrierte, war, wie man ein anspruchsvolles Spiel wie Golf mit einer relativ simplen Steuerung auch für Einsteiger zugänglich macht. Mario Golf ist hier nicht anders. Gestandene N64-Mario-Golfer werden sofort mit der Steuerung zurechtkommen, da sie sich kaum verändert hat. Indem ihr auf dem Analogstick nach oben oder unten drückt, könnt ihr den richtigen Schläger wählen - von Holzschlägern, bei denen die Bälle nach der Landung noch deutlich weiter springen, über Eisenschläger, wo die Bälle relativ flott liegen bleiben, bis zum Putter ist hier alles vertreten. Indem ihr nach links oder rechts lenkt, bestimmt ihr, wo der Ball landen soll. Die Weite des Schlages hängt vom gewählten Schläger ab. Allerdings könnt ihr mit den L- und R-Tasten auch die Schlagstärke bestimmen. Dies ist anders als bei Tiger Woods PGA Tour, wo die Schlagstärke davon abhängt, wie weit ihr den Analogstick betätigt. Mit der Y-Taste erhaltet ihr eine Karte vom kompletten Golf-Kurs und mit X könnt ihr zum Landeplatz zoomen. Ein Gitternetz zeigt euch dabei stets an, wo der Ball (hoffentlich) landen wird. Mit dem B-Knopf schaltet ihr zwischen einem normalen Schlag und einem so genannten Powerschlag um. Diese sind allerdings pro Turnier begrenzt und sollten weise eingesetzt werden (es sei denn, ihr seid so gut, dass ihr euch neue Powerschläge verdient). Mit einem Powerschlag kann man über die normale Schlagdistanz hinaus schlagen. Dies ist insbesondere bei Par-5-Löchern besonders sinnvoll, da man so eine größe-re Strecke mit einem Schlag zurücklegen und sich dadurch hoffentlich den einen oder anderen Schlag sparen kann. Doch bevor ihr jetzt zum Abschlag antretet, solltet ihr auch berücksichtigen, ob eventuelle Hindernisse im Weg stehen, wie der Ball landen soll, von welcher Seite der Wind kommt und ob der Ball auf dem Fairway, in tiefem Gras oder im Sandbunker liegt. Denn mit dem Digi-Kreuz könnt ihr den Ball von links oder rechts anschneiden sowie ihm eine flachere oder höhere Flugkurve verleihen. Mit dem A-Knopf macht ihr letztlich den Abschlag. Genau wie auf dem N64 könnt ihr auf einer Leiste am unteren Bildschirmrand genau bestimmen, wie weit ihr schlagen wollt. Klingt alles kompliziert? Keine Sorge, schon nach kurzer Eingewöhnungszeit geht euch die Steuerung in Fleisch und Blut über. Und außerdem könnt ihr euch auch in einem langen Tutorial-Video alles erklären lassen.

Ein flotter Vierer gefällig?
Mario Golf kann man problemlos mit drei weiteren Kumpels zocken. Der Turnier-Modus bleibt zwar außen vor, dafür könnt ihr euch allerdings auf allen Golf-Kursen in den verschiedensten Spielmodi versuchen. Besonders witzig ist, dass man die anderen Mitspieler auf Knopfdruck ärgern kann. So lässt Yoshi zum Beispiel ein "Wo soll der denn hin?" vom Stapel, während Wario seine Gegner fies auslacht und dem Gegner eine Übungsstunde anbietet. Jeder Charakter verfügt über ganz eigene Sprüche. Schade nur, dass nicht jeder Charakter über Sprachausgabe verfügt, sondern einige Figuren nur (Mario-typische) Geräusche von sich geben. Die Übersetzung wird dann auf dem Bildschirm angezeigt. Grafisch ist der Titel solide, ohne allerdings zu begeistern. Die Weitsicht ist gut, die individuellen Animationen der Charaktere witzig und auch einige neckische Details wur-den integriert. So weht das Gras im Wind oder am Himmel ziehen Vögel vorbei. Schade ist allerdings, dass man immer dieselben Animationen zu Gesicht bekommt. Bei Yoshi sieht man beispielsweise stets einen Regenbogen, auf dem der Ball entlanggleitet, wenn man den Abschlag besonders gut trifft. Des Weiteren hat die knallbunte Mario-Grafik zwar ihren eigenen Charme, mit dem realistischen, aber trotzdem nicht biederen Look von Tiger Woods Golf kann sie aber nicht ganz mithalten. Auch der Sound von Mario Golf kommt nicht gänzlich ohne Kritik weg. So sind die Soundeffekte zwar recht solide und die Musik kennt man aus den Mario-Spielen - allerdings hätte man hier eine bessere Qualität sowie mehr Dynamik erreichen können. Sehr schön sind dagegen die kurzen Ladezeiten. Wesentlich wichtiger als die technische Seite ist aber die Spielbarkeit. Und hier kann Mario Golf überzeugen. Man könnte sich allerdings darüber streiten, ob die Dual-Analog-Steuerung von Tiger Woods Golf nicht mehr Golf-Feeling aufkommen lässt. Und so witzig der Mehrspielermodus mit den Kommentaren der menschlichen Mitspieler auch ist, manchmal kann es ganz schön nervig sein, wenn der Bildschirm mit Meldungen überflutet ist und die Übersicht darunter leidet. Fazit: Mario Golf: Toadtstool Tour ist ein sehr gutes Golfspiel, das aber nur eine geringe Evolution gegenüber dem N64-Original durchgemacht hat.
Eine der hübschesten und witzigsten Stellen im Spiel!
Es ist gar nicht so einfach, auf einem Baum zu spielen!
Bowser versucht, um ein Hindernis zu spielen.
Donkey nimmt's locker und schlägt mit nur einer Hand.
Die Informationen auf dem Bildschirm sind übersichtlich und einsteigerfreundlich.
Die Bowser Badlands zählen zu den schwierigsten Kursen!
Da freut sich Waluigi! Birdo hatte keine Chance.
(Fabian Sluga)

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Heinrich Lenhardt
Meine Meinung - Heinrich Lenhardt
So gut sich Mario Golf auch spielt, so liebevoll die (nur) sechs Kurse designt sind, geht mir doch einiges ab. Zum Beispiel eine Direktschwung-Steuerung à la Tiger Woods. Oder der hochmotivierende Rollenspiel-Modus der Game-Boy-Color-Version. So wirkt das Ganze nur wie ein frisch getünchtes Remake der N64-Version mit etwas wenig Inspiration und Innovation. Wer eine komplexere Golf-Simulation sucht, sollte auf Tiger Woods PGA Tour 2004 warten.
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