Der Auftragskiller - Tobias Riepers knallharter Job
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Termin:
Spieler:
Testurteil:
85
Steuerung
-
Grafik
80
Sound
80
Multiplayer
-
12.08.2003 10:30 Uhr - Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, führst du mich ins Licht zurück. Gib meinem Herzen Frieden ..." diese Worte aus dem Munde eines Auftragskillers würde man kaum für möglich halten. Aber Tobias Rieper alias Hitman - Codename 47 - ist geläutert. Die Zeiten, in denen er dafür bezahlt wurde, diverse Schergen ins Jenseits zu befördern und so lautlos zu gehen, wie er gekommen war, gehören für immer der Vergangenheit an - zumindest denkt er das. Für seinen Altersruhestand bestens gerüstet, zieht er sich in ein sizilianisches Kloster zurück. Eine kleine Gartenlaube dient ihm an diesem besinnlichen Ort als geheimes Versteck. Als Pater Vittorio jedoch eines Tages von der russischen Mafia entführt wird, ist es mit der Ruhe vorbei! Um Informationen über die möglichen Täter zu erhalten, setzt Hitman sich mit seiner alten Agentur in Verbindung. Diana, eine Angestellte der Agentur, ist zwar bereit, ihn mit nützlichen Hinweisen zu versorgen, aber nur unter einer Bedingung: 47 soll wieder für die Agentur tätig werden. Einem ihrer Klienten sind nämlich etliche russische Offiziere ein Dorn im Auge. Da Pater Vittorio für 47 mittlerweile ein guter Freund geworden war, willigt er schließlich ein. Bekanntlich ist ja nur der Tod umsonst und der kostet das Leben! Die schändliche Welt der Korruption, der Machtgier und des Verrats hat ihn also wieder! In der Rolle des gewissenlosen Auftragskillers werdet ihr von Diana über Funk mit den wichtigsten Informationen versorgt. Sie stellt euch Fotos, Lagepläne oder auch Überwachungsvideos zur Verfügung, die ihr zu Beginn jeder Mission von eurem Laptop in der klösterlichen Gartenlaube abrufen könnt. Schließlich müsst ihr genauestens über die jeweiligen Zielpersonen informiert sein und wissen, wie ihr sie am schnellsten und sichersten ausschalten könnt.
Nervenkitzelgarantie 20 nervenaufreibende Missionen erwarten euch in diesem spannenden 3D-Stealth-Action-Adventure. Wie ihr bei euren Exekutionsaufträgen vorgeht, bleibt dabei absolut euch selbst überlassen. Wer sich allerdings wie ein Wilder ans Missionsziel ballern will, wird sehr schnell ausgebremst. Die Hauptaufgabe besteht nämlich darin, unbemerkt in die Nähe eurer Zielperson zu gelangen. Eine Verkleidung ist hierbei die beste Tarnung. Jedes betäubte bzw. getötete Opfer kann nämlich seiner Klamotten beraubt werden. Mit aufgestecktem Schalldämpfer lässt sich das am leichtesten bewerkstelligen. Ihr könnt allerdings auch die etwas elegantere, dafür aber um einiges schwierigere Variante wählen: Als 47 habt ihr nämlich sogar eine Klaviersaite zum Strangulieren im Gepäck! Erlaubt ist eigentlich fast alles, was ans Ziel führt - eine vorsichtige, taktische Vorgehensweise ist dabei aber immer das A und O. Denn selbst im leichtesten Schwierigkeitsgrad kann die KI nicht gerade als dümmlich bezeichnet werden. Wenn ihr ein zu hohes Risiko eingeht, hetzen euch aufmerksame Wachen blitzschnell ganze Horden bewaffneter Kerle auf den Hals. Um das zu vermeiden, könnt ihr jede ausgeschaltete Person an ein uneinsehbares Örtchen schleifen.
Unbemerkt, präzise und schnell Aber nicht nur gut überlegtes taktisches Vorgehen ist gefragt. In einigen Missionen ist zudem noch ein Zeitlimit vorgegeben. Falls ihr zu lange überlegt oder euch zu viel mit unliebsamem Wachpersonal beschäftigt, ist euer Auftrag schnell zum Scheitern verurteilt. Versucht ihr beispielsweise, eine Geisel zu befreien, so kann die Mission abrupt enden, einfach aus dem Grund, weil die Geisel zwischenzeitlich erschossen wurde. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein erweist sich nicht selten als ein äußerst kniffliges Problem. Einige Missionen zwingen euch daher zu x-maligen Versuchen. Der relativ hohe Schwierigkeitsgrad hat zur Folge, dass jede Aktion sorgfältig durchdacht sein muss. Aufgaben ohne Zeitlimit hingegen ermöglichen euch das Experimentieren mit den verschiedensten Taktiken. Vor allem Ego-Shooter-Fans dürften darüber erfreut sein, dass mithilfe des digitalen Steuerkreuzes jederzeit auch in die First-Person-Perspektive gewechselt werden kann, was ab und an das Anvisieren eines Gegners doch etwas erleichtert. Nach einigen geglückten Operationen sammeln sich in eurer kleinen Gartenlaube jedenfalls allerlei Waffen an. Die Palette reicht von MGs über Präzisionsgewehre bis hin zu Armbrüsten und Äxten. Sogar Chloroform hat Hitman dort gebunkert, um Personen nur für kurze Zeit ruhig stellen zu können. Nach einiger Spielzeit entwickelt sich das kleine Versteck zu einem wahren Paradies für Waffenliebhaber! Vor jeder neuen Mission könnt ihr euch dort mit den geeigneten Waffen und genügend Munition eindecken.
Operation geglückt Exzellent gelungen ist den Entwicklern auch die deutsche Sprachausgabe. Hitmans tiefe, etwas raue Stimme passt hervorragend zu seinem knallharten Charakter. Die Gegner hingegen sprechen in ihrer Landessprache, was dem Spiel die nötige globale Atmosphäre verpasst. Das nervenaufreibende Gameplay ist außerdem mit einem musikalischen Ohrenschmaus untermalt. Das Budapester Symphonieorchester leistete hierbei ganze Arbeit und trug dazu bei, dem Titel noch mehr Atmosphäre zu verleihen. Für ein weiteres Fünkchen an Realismus sorgen zudem auch gelungene Schattenwürfe. So runden die dynamischen Licht- und Schatteneffekte das hervorragende Gesamtbild allgemein sehr schön ab. Vor allem diejenigen unter euch, die sich Nikoladze bereits gekrallt haben, sollten sich dieses Spiel nicht entgehen lassen.
Gelungene Schattenwürfe sorgen für ein realistischeres Gameplay.
In dieses besinnliche Paradies hat sich Hitman zurückgezogen.
Die Umgebungen sind größtenteils sehr detailliert gestaltet.
Als 47 sollte man eigentlich andere Schweine ins Visier
nehmen.
Die Uniform eines toten Offiziers ist die perfekte Tarnung.
Einige Aufträge könnt ihr nur mit einem Scharfschützgewehr ausführen.
Die Entwickler haben sich wirklich ganz schön ins Zeug gelegt. Dieses Spiel zog mich von Anfang an unweigerlich in seinen Bann. Die musikalische Untermalung sorgt zudem für ein weiteres Quentchen Nervenkitzel. Für Gelegenheitsspieler ist es aufgrund des relativ hohen Schwierigkeitsgrades vielleicht nicht unbedingt geeignet, wer aber bereit ist, viel Geduld und Beharrlichkeit aufzubringen, wird sicherlich ebenso begeistert sein. Hat man sich einmal eingespielt, fällt es schwer, den Controller wieder aus der Hand zu legen. Angesichts des verspäteten Erscheinens auf dem GC
hätten die auch in der PS2- und Xbox-Version deutlich erkennbaren Ruckeleinlagen eigentlich noch beseitigt werden können!