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Test
06.07.2003 16:17 Uhr

Starfox Adventures

Billiger Klon oder frecher Zelda-Killer? Wir nehmen die PAL-Version von Fox McClouds Landgang ausführlich unter die Lupe.

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
91
 
Steuerung
-
Grafik
89
Sound
90
Multiplayer
-
06.07.2003 16:17 Uhr - Nach einer Entwicklungszeit von über drei Jahren und diversen Messe-Präsenzen erblickt der letzte Rare-Titel für den GameCube das Licht der Welt. Schon früh wurde der Titel um den findigen Weltraum-Fuchs gehypt und als Zelda-Killer ausgemacht. In der Tat spielt sich Starfox Adventures in vielen Belangen exakt wie The Legend of Zelda - Ocarina of Time. Besser gut geklaut als selber schlecht gemacht, haben sich die Entwickler wohl gedacht. Dass die Rechnung aufgegangen ist, beweist die herausragende Qualität von Rares Abschiedstitel für den GameCube.

Der Anfang vom Ende

Eigentlich hätte es ein so schöner Tag werden können. Fox McCloud und seine Crew haben ihre letzten Aufträge erfolgreich gemeistert und warten nur noch auf die Überweisung der Belohnung aufs Konto. Plötzlich meldet sich General Pepper über Funk und teilt mit, dass das Geld erst nach dem Beenden der nächsten Mission überwiesen wird. Der Dinosaurier-Planet droht zu explodieren und die gesamte Lylat-Galaxie in Mitleidenschaft zu ziehen. Vorbei die Zeit der ruhenden Füße - ein neues Abenteuer beginnt. Also reisen Fox, Slippy, Peppy und Rob zum Dinosaurier-Planeten, Falco Lombardi hat sich ja zur rechten Zeit abgesetzt. Schon bald stellt sich heraus, dass der fiese Diktator General Scales hinter den merkwürdigen Geschehnissen steckt. Erzählt wird die Story in grandios inszenierten Zwischensequenzen, die jedoch von der Atmosphäre her nicht ganz an Eternal Darkness heranreichen. Um euch aber die Spannung nicht zu nehmen, verzichten wir auf weitere Details zur Hintergrundgeschichte. Anders als in bisherigen Starfox-Spielen ist Fox McClouds neuestes Abenteuer kein Weltraum-Shooter, sondern ein reinrassiges Action-Adventure. Der Spieler übernimmt die Kontrolle über Fox McCloud und steuert ihn über den Planeten. Von den zahlreichen Dinosauriern erhält er wertvolle Informationen, was auf dem Planeten passiert ist und wo man sich als Nächstes hinwenden muss. Außerdem wird einem auf einer Übersichtskarte das nächste Ziel immer eingeblendet. Kommt man an einer Stelle dennoch nicht weiter, kann man sich von Slippy jederzeit nützliche Hinweise geben lassen. Leider sind diese meist viel zu hilfreich und nicht so vage wie die Tipps der Fee Navi aus Ocarina of Time. Wer sich also den Spielspaß nicht vermiesen lassen möchte, der sollte Slippy wirklich nur in dringenden Notfällen kontaktieren. Fox ist bei seinem Abenteuer aber nicht die ganze Zeit zu Fuß unterwegs. Gelegentlich muss er sich auch auf einem Snowbike Wettrennen mit den fiesen Schergen von General Scales liefern oder in seinem Weltraum-Fighter, dem Arwing, auf einen Halbmond im Orbit des Planeten fliegen. Netterweise kann man in diesen recht simplen Weltraumszenen Punkte sammeln und seine High-Scores immer weiter verbessern. Dies trägt zwar nichts zum Spielspaß bei, ist aber ein nettes Spielchen für zwischendurch.

Gut geklaut ist halb gewonnen

Schon nach kurzem Aufenthalt auf dem Planeten trifft Fox auf Prince Tricky, einen kleinen Triceratops, der ihm fortan hilfreich zur Seite steht. Der freche Dino hört, solange er regelmäßig mit Pilzen gefüttert wird, aufs Wort, buddelt Geheimnisse aus, gräbt Tunnel oder spuckt Feuer. Praktischerweise hilft er Fox auch bei einigen Schalter-Rätseln, die der Weltraumfuchs alleine nicht bewältigen könnte. So gibt es beispielsweise, wie bei fast jedem Action-Adventure, Türen, die sich nach einem Druck auf einen Schalter öffnen, aber auch wieder schließen, sobald der Druck auf den Schalter nachlässt. Bei Zelda findet man dann meist ganz zufällig eine Kiste in der Nähe des Schalters; bei Starfox Adventures sagt man Prince Tricky dagegen einfach, er solle auf dem Schalter warten, bis man durch das Tor hindurchgeschritten ist. Praktischerweise braucht man sich nicht darum zu kümmern, wie der kleine Dino weiterkommt. Bis auf einige Stellen, wo Fox erst die Rahmenbedingungen schaffen muss, findet Prince Tricky immer einen Weg, dem Weltraumfuchs zu folgen. Die clevere Miteinbeziehung eines weiteren kontrollierbaren Spielcharakters in die Rätsel verleiht Starfox Adventures einen frischen Touch. Hoffentlich schauen sich Nintendo und diverse andere Hersteller dies von Starfox Adventures ab. Die Steuerung von Fox McCloud gestaltet sich als denkbar unkompliziert. Jeder, der mit der Steuerung von Link in The Legend of Zelda - Ocarina of Time zurechtgekommen ist, wird sich bei Starfox Adventures sofort heimisch fühlen. Ihr steuert Fox mit dem linken Analogstick, während euch die Kamera automatisch folgt. Ist der Blickwinkel trotz der guten Kamera doch einmal ungünstig, könnt ihr die Kamera mit einem Druck auf die L-Taste sofort hinter Fox zentrieren. A dient als Multifunktionstaste, mit der ihr beispielsweise Schalter umlegen, Gegenstände hochheben und mit Personen reden könnt. Außerdem nutzt ihr A auch, um Fox' Hauptwaffe im Spiel, einen magischen Zauberstab, zu zücken und Feinde zu bekämpfen. Praktischerweise wird ein Gegner automatisch anvisiert, sobald er in eurer Nähe auftaucht und ihr den Stab gezückt habt. So angenehm dieser Luxus auch ist, haben wir doch die Möglichkeit vermisst, den anvisierten Feind zu wechseln. Allzu tragisch ist dies allerdings nicht, da euch auch immer nur der Feind zu schaffen macht, der gerade anvisiert ist. Die anderen halten sich dezent im Hintergrund. Fox' Stab dient aber nicht nur als Waffe. Mittels verschiedener Upgrades, die ihr im Spiel erhaltet, wird der Stab auch zur Schusswaffe oder zum Jetpack (nur an vorgegebenen Stellen) umfunktioniert. Ähnlich wie bei Zelda wird an Vorsprüngen automatisch gesprungen. Sehr praktisch erschien uns auch die Möglichkeit, Gegenstände aus dem Inventar sowie die Befehle von Prince Tricky mittels des C-Sticks auswählen zu können. Auf X und Y könnt ihr häufig benutzte Gegenstände platzieren, während ihr mit B aus sämtlichen Menüs herauskommt und Fox' Stab wieder wegsteckt.

Technische Finessen

Die Grafik von Starfox Adventures gehört ohne Zweifel zu den besten, die wir je in einem Videospiel gesehen haben. Angefangen bei den grandiosen Licht-, Schatten- und Felleffekten über das spiegelnde Wasser bis hin zur fantasievollen Gestaltung des Dinosaurierplaneten - dieses Spiel ist eine grafische Wonne. Der Preis dieser wunderschönen Optik ist ein gelegentliches Ruckeln, das insbesondere beim Überblicken großer Areale auftritt. Die Spielbarkeit ist dadurch zwar nicht beeinträchtigt, auffällig ist es aber dennoch. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlich hohen Niveau wie die Grafik. So ist die Musik komplett interaktiv und ändert sich, sobald ihr einen neuen Abschnitt betretet oder ein Gegner auftaucht. Lediglich einige Melodien, wie beispielsweise das klassische Lylat Wars-Thema, sind von der Instrumentalisierung nicht gut gelungen. Die Sprachausgabe steht der Musik in nichts nach. Jeder Charakter bietet eine individuelle Sprachausgabe, die perfekt zum jeweiligen Wesen passt: Während Slippy mit quäkender Froschstimme daherbrabbelt, lispelt der hinterlistige Shopbesitzer mit einem ironischen Unterton, so wie man es von einem zwiespältigen Gesellen erwarten darf. Einige Geschöpfe reden gar in einer komplett eigenen Sprache; diese Gespräche sind aber gottlob untertitelt. Untertitelt sind in der deutschen Version übrigens sämtliche Dialoge, da man sich bei Nintendo dazu entschieden hat, die ausgezeichnete englische Sprachausgabe nicht durch deutsche Stimmen zu ersetzen - in Anbetracht des erheblichen finanziellen Aufwandes, den eine komplette Synchronisation erfordert, ein nachvollziehbarer Gedanke. Außerdem haben PSone-Besitzer ja mit Sicherheit noch die schlechte deutsche Synchronisation des Blockbusters Metal Gear Solid im Ohr. Prinzipiell würden wir uns am ehesten die Wahl zwischen einer englischen und einer deutschen Tonspur wünschen, so können wir aber auch gut mit der englischen Sprachausgabe leben. Man darf übrigens sehr auf The Legend of Zelda für den GameCube gespannt sein, welches überhaupt keine Sprachausgabe bieten wird. Wer übrigens über das passende Equipment verfügt, darf einen speziellen 16:9-Modus sowie die Unterstützung von Dolby Pro Logic II aktivieren. Neben Grafik und Sound haben es uns auch die nicht vorhandenen Ladezeiten angetan. Offensichtlich hat Rare es verstanden, die Daten so geschickt im Hintergrund zu streamen, dass man keine Sekunde warten muss. Top!

Fox im Fazit

Starfox Adventures ist ein klasse Spiel, das den hohen Erwartungen gerecht wird. Dank der tollen technischen Präsentation und der schön inszenierten Geschichte wird man für die Dauer des Spielens in eine fantastische Welt entführt. Wer sich den Spaß aber nicht nehmen möchte, sollte auf die Tipps von Slippy nur in Notfällen zurückgreifen, da man so die Spielzeit auf unter 20 Stunden drücken kann. Auch hätten dem Spiel ein paar weitere frische Ideen ganz gut getan, anstatt dermaßen viel bei Zelda zu klauen. Nichtsdestotrotz ist Starfox Adventures ein sehr gutes Game. Wer auf Action-Adventures steht, muss sofort zugreifen, alle anderen sollten zumindest mal Probe spielen. Man darf sehr gespannt sein, wie sich Miyamotos Zelda-Spiel für den GameCube im kommenden Frühjahr schlägt.
Mit dem hinterlistigen Shopbesitzer könnt ihr gelegentlich verhandeln.
Starfox Adventures wird im Spielverlauf immer besser.
In diesem idyllischen Blumenmeer findet Fox seine Hauptwaffe.
Blinkt das C-Stick-Symbol, könnt ihr ein Objekt aus dem Inventar benutzen.
Fox’ Fell sowie die Licht- und Schatteneffekte sind genial gelungen.
Während ihr Scales Schergen ablenkt, besorgt Prinz Tricky einen wertvollen Gegenstand.
Diesen Wächter müsst ihr erst bestechen, damit er euch vorbeilässt.
Den roten Pilzen solltet ihr besser ausweichen.
In einigen Spielabschnitten kommt ihr nur mit einer Laterne samt Flimmerfliegen weiter.
Die Weltraumabschnitte stellen eine nette Abwechslung dar.
Die Tag- und Nachtwechsel sehen hübsch aus...
...haben aber spielerisch keine Bedeutung.
Grafisch ist das Spiel eine Wonne – man achte nur einmal auf den Nebel am Boden!
Die Schwarzeis-Minen sind ein gefährlicher Ort.
Peppy zeigt euch auf seiner Übersichtskarte immer an, wo ihr als Nächstes hinmüsst.
Zu Beginn des Spiels übernehmt ihr zunächst die Kontrolle über Crystal.
Das Wasser im Spiel sieht schlichtweg genial aus.
(Fabian Sluga)

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Fabian Sluga
Meine Meinung - Fabian Sluga
Operation geglückt – Starfox macht auch am Boden einen Heidenspaß. Fox’ zweiter GameCube-Auftritt (nach Super Smash Bros. Melee) ist ein frecher Zelda-Klon, der zu den besten derzeit erhältlichen GameCube-Spielen zählt. Ein paar frische Ideen hätten Rares Abschieds-Spiel aber ganz gut getan. Dennoch ist Starfox Adventures ein Spitzen-Spiel, das in keiner GameCube-Spielesammlung fehlen sollte.
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 Grafisch ist das Spiel eine Wonne – man achte nur einmal auf den Nebel am Boden!
 ...haben aber spielerisch keine Bedeutung.
 In einigen Spielabschnitten kommt ihr nur mit einer Laterne samt Flimmerfliegen weiter.
 Die Weltraumabschnitte stellen eine nette Abwechslung dar.
 Die Tag- und Nachtwechsel sehen hübsch aus...
 Peppy zeigt euch auf seiner Übersichtskarte immer an, wo ihr als Nächstes hinmüsst.
 Während ihr Scales Schergen ablenkt, besorgt Prinz Tricky einen wertvollen Gegenstand.
 Diesen Wächter müsst ihr erst bestechen, damit er euch vorbeilässt.
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