|
06.07.2003 22:11 Uhr
Pikmin
Nintendo-Fans aufgepasst: Am 14. Juni veröffentlicht Nintendo Miyamotos neuestes Meisterwerk Pikmin in Europa!
| Steuerung - |
Grafik 89 |
Sound 82 |
Multiplayer - |
|
|
06.07.2003 22:11 Uhr - "Endlich Urlaub", denkt sich Captain Olimar, als er in sein Raumschiff steigt und zu seiner wohlverdienten Erholungsreise startet. Die letzten Wochen waren für den Weltraum-Forscher sehr stressig und eine kleine Entspannung würde ihm ganz gut tun. So macht er es sich in seinem Schiff, dem Dolphin, gemütlich und überlässt es dem Bord-Computer, den Weg zu bestimmen. Doch Olimars Ruhe wird jäh unterbrochen, als ein Komet das Schiff rammt und zu einer üblen Bruchlandung auf einem fremden Planeten zwingt. Und wenn es einmal übel kommt, dann gleich richtig: Bei dem Crash zerlegt es den Dolphin in sämtliche Einzelteile und zudem entpuppt sich der Planet auch noch als ein Platz, der jedem Riesen das Herz vor Freude rasen lassen würde - zumindest aus Olimars Sicht. Grashalme sind so groß wie Bäume, Pfützen wirken wie riesige Fluten und ein herumliegender Karton entpuppt sich als unüberwindbares Hindernis.
Gemeinsam sind wir stark
Doch bevor sich Olimar mit den Widrigkeiten der Umgebung auseinandersetzt, übernimmt erst einmal der Spieler die Kontrolle über den Weltraumtouristen. Und so erkundet ihr die Gegend und findet ganz in der Nähe eurer Absturzstelle eine merkwürdige Zwiebel auf drei Beinen und direkt daneben einen seltsamen Zipfel, der aus der Erde ragt. Kaum an dem Zipfel gezogen, springt dieser auch schon aus der Erde und euch steht ein rotes Pflanzenwesen gegenüber: ein Pikmin! Das Pikmin folgt euch dann auch sogleich und schleppt auf Kommando in der Gegend herumliegende Pillen zurück zur Zwiebel, aus denen dann neue Pikmin-Samen entstehen. Doch Pikmin züchtet ihr nicht nur aus Pillen, sondern auch aus Blumen und besiegten Gegnern. Feind in Sicht!
Und an Feinden mangelt es in der an sich idyllischen Landschaft nicht gerade. Begegnen euch zunächst eher kleinere Gegner, macht ihr schon bald die Bekanntschaft mit fetten Feinden, gegen die eure Pikmin nur im Team und mit der richtigen Taktik eine Chance haben. So solltet ihr es bei manchen Gegnern tunlichst vermeiden, sie von vorne anzugreifen, während ihr bei anderen Pikmin fressenden Gesellen erst die Schwachstelle herausfinden müsst. Die Kreaturen stehen dabei ganz in der Tradition von Miyamotos bisherigen Spielen und sind äußerst fantasievoll gestaltet. Von glubschäugigen Vierbeinern über eklige Schaben bis hin zu mehrbeinigem Riesen-Ungeziefer reicht die Palette der Gegner. Da sich bis zu hundert Pikmin gleichzeitig auf dem Bildschirm tummeln können, kommt es häufig zu erbitterten Massenschlachten mit allem, was kreucht und fleucht und euch und den Pikmin an die Wäsche möchte. Wahrlich, so hatte sich Olimar seinen Urlaub nicht vorgestellt! Stirbt ein Gegner, bleibt er auf dem Schlachtfeld liegen. Eure Pikmin können den Kadaver dann zurück zur Basis schleppen und dort in neue Pikmin-Samen umwandeln lassen. Wollt ihr einen herumliegenden Gegenstand, einen Feind oder ein Raumschiffteil abtransportieren sowie eine Brücke bauen, gibt eine Zahl über dem jeweiligen Objekt die Anzahl an Pikmins an, die benötigt werden, um die Aktion durchzuführen. Einen kleinen Wermutstropfen stellt dabei die künstliche Intelligenz eurer Pikmin dar. Denn gelegentlich handeln sie auf eigene Faust und verstricken sie sich in Kämpfe mit Gegnern, obwohl ihr es ihnen nicht befohlen habt. Meist verliert ihr bei diesen Kämpfen unnötig viele Pikmins, da ihr ja meist gar nicht mitbekommt, was eure Pflänzchen da treiben. Des Weiteren bleiben eure Pikmin auch schon mal an Vorsprüngen oder Wänden hängen. Das sind jedoch nur kleine Schwachpunkte.
Technisch ausgereift
Grafisch wurde das Spiel famos in Szene gesetzt. Auch wenn hundert Pikmin gleichzeitig über den Bildschirm wuseln, gerät die Optik nie ins Stocken. Hinzu kommen die vielen kleinen Details, die das Spiel lebendig wirken lassen. So bewegen sich die Grashalme, wenn ihr durch sie hindurchschreitet, das Wasser kräuselt sich realistisch und der herumliegende Müll könnte vom bösen Nachbarn stammen. Außerdem überzeugt Pikmin mit tollen Licht- und Schatteneffekten. Während morgens die Landschaft noch hinter hübschem Nebel versteckt ist, erstrahlt sie gegen Mittag in voller Pracht und ist am Abend in die warmen Rottöne einer untergehenden Sonne gehüllt. Kein Wunder, dass alles so lebendig wirkt: Holte sich Miyamoto seine Ideen und Anregungen doch aus dem hauseigenen Garten in Kyoto. Die Animationen von Freund und Feind sind absolut flüssig und witzig inszeniert. Die teilweise unscharfen Texturen fallen meist nur aus der Nähe auf und sind nur ein kleiner Wermutstropfen in der Grafikpracht. Soundtechnisch bietet das Spiel eher niedliche Musikstücke, die mit Sicherheit nicht jedermanns Sache sind, aber wunderbar zu Pikmin passen. Gut gelungen ist den Entwicklern auch die Dynamik der Musik, denn wenn auf dem Bildschirm nicht viel passiert, ist die Musik eher langsam und ruhig. Bahnt sich dagegen ein Kampf an, wird sie schneller und dramatischer. Sehr abwechslungsreich sind auch die zahlreichen Soundeffekte , die in guter Qualität auf die GameDisc gepresst wurden. Insgesamt ist Pikmin eine eindrucksvolle Demonstration der Leistungsfähigkeit von Nintendos neuem Konsolen-Flaggschiff.
Perfekte Kontrollen
Doch nicht nur Grafik und Sound wurden gut an den GameCube angepasst, auch die Steuerung wurde perfekt auf den Controller übertragen und ist sehr intuitiv. Mittels des linken Analogsticks lenkt ihr Olimar, den A-Knopf nutzt ihr zum Werfen der Pikmin, mit B ruft ihr eure Pikmin per Trillerpfeife, drückt ihr den X-Knopf, stellen sich eure Pikmin geordnet nach Farben auf, und mit Y ruft ihr einen Informations-Bildschirm auf. Mit dem rechten Analogstick kommandiert ihr eure Pikmin und L, R sowie Z dienen verschiedenen Kameraeinstellungen. Auch wenn alle Knöpfe konsequent genutzt wurden, werdet ihr schon nach kurzer Zeit Olimar und die Pikmin lässig über den Bildschirm steuern. Und die gute Steuerung kommt euch bei der Suche nach Olimars Raumschiffteilen auch sehr zugute, denn ihr habt gerade mal 30 Pikmin-Tage Zeit, bevor die Lebenserhaltungssysteme von Olimar versagen und er in der giftigen Atmosphäre des Planeten eingehen würde. Somit bleibt euch nicht allzu viel Zeit, dem Astronauten sein Schiff wieder alltüchtig zu machen. Denn ein Pikmin-Tag dauert gerade mal 15 Minuten, so dass ihr euch häufig entscheiden müsst: "Widme ich mich dem gemütlichen Ausbau meiner Pikmin-Armee oder begebe ich mich auf die Suche nach den Raumschiffteilen?" Rot, gelb oder blau?
Nachdem ihr die ersten Raumschiffteile gefunden habt, werdet ihr auch auf gelbe und blaue Pikmin treffen. Die unterschiedlich farbigen Pikmin verfügen über verschiedene Stärken und Schwächen. Während den roten Pikmin Feuer nichts ausmacht, können die gelben Bomben legen und die blauen Pikmin sind die einzigen Schwimmer unter den Pflanzenwesen. Nur wenn ihr die richtigen Pikmin zum richtigen Zeitpunkt einsetzt, könnt ihr das Spiel meistern und Olimar wieder auf seinen Heimatplaneten zurückschicken. Und genau das macht das Spiel zu etwas Besonderem, denn Pikmin bietet einen einzigartigen Mix aus Strategie-, Adventure- und Puzzle-Elementen. Doch was den Spielspaß und die Wertung drückt, ist die Tatsache, dass Pikmin bereits nach einer relativ kurzen Spieldauer (bei geübten Spielern um die zehn Stunden) schon wieder vorbei ist. Insbesondere die letzten beiden Levels der fünf Areale sind extrem herausfordernd und bieten clevere Puzzles und anspruchsvolle Boss-Kämpfe. Hätte Nintendo der GameDisc mehr Areale spendiert, die die Klasse der letzten Levels aufweisen, hätte einer 90er-Wertung nichts im Weg gestanden.
|
Speziell in den späteren Levels müsst ihr euch häufig gegen mehrere Gegner gleichzeitig wehren.
Diesen Käfer kann man nur von hinten attackieren.
Büßt Olimar seine Energie ein, verliert er alle herumlaufenden Pikmin und einen Tag.
Dieses Biest hat seinen Hunger gerade mit ein paar Pikmin gestillt!
|
(Fabian Sluga)
Bitte einloggen, um eine Bewertung abzugeben |
Der Beitrag ist noch nicht bewertet.
|
|
|
Ohne Zweifel, Pikmin ist eines der innovativsten Spielekonzepte der letzten Jahre. Dank der geschickten Kombination von Strategie-, Adventure- und Puzzle-Elementen ist für jeden Spielertypen etwas geboten. Echt schade, dass der Umfang von Miyamotos neuestem Streich etwas arg gering ausgefallen ist. Dennoch sollte Pikmin in keiner GameCube-Sammlung fehlen.
Zum Profil von Fabian Sluga
|
Es sind noch keine Antworten vorhanden
Wollen Sie einen Kommentar abgeben ?
Melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich, wenn Sie noch keine Kennung besitzen.
Registrieren
|
 |
|