Nintendo-Fans aufgepasst, denn am 24. Mai heißt es: LET´S GET READY TO RUMBLE!
Hersteller:
Termin:
Spieler:
Testurteil:
84
Steuerung
-
Grafik
86
Sound
87
Multiplayer
-
06.07.2003 20:50 Uhr - Die Stars von Nintendos Mega-Seller Super Smash Bros. Melee schlagen nun endlich auch in Europa zu. Das Beat'em-Up hat sich in Japan und den USA bereits über 1,5 Millionen mal verkauft und maßgeblich zum dortigen Erfolg des GameCube beigetragen. Wen wundert's, wanderte doch der N64-Vorgänger, trotz teilweise mäßiger Kritiken, weltweit über 5 Millionen mal über die Ladentheken. Die Spieler hatten ihren Spaß und so wurde der N64-Vorgänger zu einem der beliebtesten Spiele auf dem Modulschlucker. Doch was ist der Grund für den sensationellen Erfolg von Smash Brothers auf dem GameCube, wie auch auf dem N64? Die Ursache liegt zum einen in der Charakter-Auswahl, denn in keinem anderen Spiel treffen so viele Nintendo-Helden zusammen wie hier. Die GameCube-Version beinhaltet satte 25 Recken - von Mario über Samus Aran bis hin zu hier zu Lande eher unbekannten Helden wie Ness, der Titelfigur der in den USA sehr beliebten Earthbound-Serie. Zum anderen schließt Smash Brothers eine Lücke, denn Beat'em-Up-Spiele findet man auf Nintendo-Konsolen nicht gerade wie Sand am Meer. Außerdem versteht Nintendo es, die Spieler bei Laune zu halten. Zahlreiche versteckte Charaktere und Arenen müssen erst erspielt werden. Beispielsweise sind von den insgesamt 25 anwählbaren Charakteren nur 14 von Beginn an verfügbar. Der letzte Erfolgsgarant ist wohl die einfache Steuerung, die es auch Anfängern ermöglicht ihren Spaß zu haben. Am 24. Mai dürfen sich auch europäische Spieler ein Bild von Super Smash Bros. Melee machen, denn dann erscheint die PAL-Version, die inhaltlich komplett identisch mit der von uns getesteten japanischen NTSC-Fassung (Ausgabe 01/2002) ist.
Und Action!
Bevor man auf dem GameCube in den Ring steigen kann, muss sich der Spieler jedoch erst entscheiden, ob er alleine spielen will oder sich im Mehrspielermodus mit ein paar Freunden austoben möchte. Habt ihr gerade ein paar Kumpels zur Hand, wählt jeder Spieler erst mal einen Charakter. Alle Nintendo-Stars verfügen über individuelle Schlag- und Trittkombinationen sowie spezielle Waffen. So heizt Bowser den Gegnern mit seinem feurigen Atem ein, während Link auf sein gutes altes Schwert zurückgreift. Fox McCloud bevorzugt seine Laserpistole und die Prinzessin brät den Gegnern, ganz ladylike, eins mit dem Tennisschläger über. Als ob das nicht genug wäre, tauchen in den Arenen zahlreiche Extrawaffen auf, die euer Leben erheblich einfacher oder auch schwerer machen werden. So steht euch gerade noch ein aus einem Pokéball freigelassenes Pokémon hilfreich zur Seite, während euer Charakter im nächsten Moment von einem mächtigen Hammer zu Brei geschlagen wird. Werdet ihr getroffen, erhöht sich eure Prozentanzeige am unteren Bildschirmrand. Je höher der Wert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit aus der Arena geschmissen zu werden. Sieger ist, wer am Ende der Zeit die meisten Gegner über den Jordan befördert hat und selber am seltensten den Ring verlassen musste.
Spielspaß vom anderen Stern?
Obwohl Super Smash Bros. Melee im Mehrspielermodus kaum zu toppen ist, hat sich Nintendo bemüht, auch die Solo-Spieler bei Laune zu halten. Im Adventure-Modus hüpft der Spieler beispielsweise durch gute alte 2D-Levels, die sich an Nintendo-Klassikern wie Metroid oder Mario orientieren und mischt die anstürmenden Gegner ordentlich auf. Kurz vor dem Ende eines Levels gibt es meist noch einen abschließenden Fight mit einem oder mehreren besonders üblen Schergen. Habt ihr einen Level erfolgreich gemeistert, erhaltet ihr eine ausführliche Statistik, die zahlreiche Bonuspunkte aufführt. So erhaltet ihr z. B. Punkte dafür, dass ihr keinen Schaden genommen habt, den ersten Treffer beim Gegner gelandet oder spezielle Schlagkombinationen benutzt habt. Da die Punktestände gespeichert werden, seid ihr beim erneuten Durchspielen der Levels immer wieder bestrebt, den bisherigen Rekord zu brechen. Doch Solo-Spieler dürfen sich nicht nur im Adventure-Modus vergnügen, sondern auch in den Events. Diese dienen dem Training und dem Freispielen unzähliger Geheimnisse. Neben den über 50 Events gibt es noch die Stadium-Modi. Hier könnt ihr unter anderem im Target-Test und im Home-Run-Contest antreten. Beim Target-Test müsst ihr Zielscheiben zerstören, wobei die Arenen auf die Fähigkeiten der Charaktere zugeschnitten wurden. Beim Home-Run-Contest müsst ihr einem Sandsack möglichst viel Schaden zufügen, um ihn anschließend mit einem Baseballschläger so weit wie möglich zu schlagen. Je mehr Schaden der Sandsack im Vorfeld genommen hat, desto weiter fliegt er. Alles in allem reicht der Spielspaß der Einspieler-Modi zwar nicht an den Mehrspielermodus heran, ist aber um einiges unterhaltsamer als der Single-Player-Modus im N64-Vorgänger. Bei den zahlreichen Geheimnissen, die sowohl im Einspieler-Modus wie auch im Mehrspieler-Modus freigespielt werden wollen, hat Nintendo sich selbst übertroffen. Unzählige Trophäen, Arenen und Charaktere warten nur darauf, von euch entdeckt zu werden. So offenbart sich manches Geheimnis erst nach dem 500. Match! Für Langzeitmotivation ist also gesorgt.
Technik vom Feinsten
Die Optik zu Super Smash Bros. Melee ist Nintendo ausgezeichnet gelungen. Während die Arenen abwechslungsreich und in allen Farben erstrahlen, überzeugen vor allem die Effekte und die geschmeidigen Animationen der Charaktere. Besonders beeindruckend sind die vielen kleinen Details an die Nintendo gedacht hat. So wehen Haar und Kleid der weiblichen Spielcharaktere im Wind, oder die Protagonisten klopfen sich nach einem unfreiwilligen Bodenkontakt den Dreck von den Klamotten. Diese Kleinigkeiten hauchen dem Spiel Leben ein. Trotz der vielen kleinen Details gelang es Nintendo die Framerate stabil bei 60 Bildern in der Sekunde zu halten (50-Hertz-Modus=50 Bilder/Sekunde) - und das selbst, wenn auf dem Bildschirm ordentlich die Post abgeht. Aber auch beim Sound klotzte Nintendo ran und spendierte der Game Disc voll orchestrierte Versionen berühmter Nintendo-Spiele. So begleiten euch unter anderem die klassische Zelda-Musik, die Big-Blue-Musik aus F-Zero und die Titelmelodie von Mario Bros..
Der Boden der Tatsachen
Obwohl Super Smash Bros. Melee gerade im Mehrspieler enorm viel Spaß macht, ist das Spiel nicht ohne Schwächen. Insbesondere wenn auf dem Bildschirm viel passiert, leidet die Übersichtlichkeit. Häufig sucht man verzweifelt seinen Charakter und wundert sich dann, warum zum Teufel man kurz vor einem Abgrund steht. Die Steuerung hat positive wie auch negative Seiten. Nintendo hielt die Kontrollen bewusst einfach, so dass es auch Einsteigern möglich ist schnell zu gewinnen. Doch häufig mutiert ein Kampf in simples Knöpfchen-Gedrücke, ohne dass man genau weiß, was passiert. Diesbezüglich bieten Titel wie Tekken oder Virtua Fighter einfach mehr Spieltiefe. Des Weiteren sind die Kontrollen, insbesondere beim Springen, ungenau. So hüpft ihr schon mal unfreiwillig in den Tod, obwohl ihr euch eigentlich an einer Plattform festhalten wolltet. Nichtsdestotrotz ist Super Smash Bros. Melee ein Pflichttitel für jeden Nintendo-Fan und das ideale Spiel für Gelegenheitszocker.
Die Entwickler haben einen ausgezeichneten Job gemacht und mit Super Smash Bros. Melee einen würdigen Nachfolger des erfolgreichen N64-Spiels geschaffen. Grafik und Sound sind über jeden Zweifel erhaben und die zahlreichen Geheimnisse sowie der ausgezeichnete Multiplayer-Modus halten monatelang bei Laune. Allerdings bezweifle ich, dass Tekken- und Virtua-Fighter-Fans mit Super Smash Bros. Melee ihre Freude haben werden.