Ratchet & Clank: Gelungenes Remake des PS2-Originals mit Verbesserungen an allen Ecken und Enden
Test
Ratchet & Clank im Test: Sie waren eigentlich nie weg - und trotzdem feiern Ratchet und Clank auf der PS4 eine Rückkehr: Und zwar jene zur Qualität ihrer frühen PlayStation-2-Abenteuer. Wir verraten, wie gut das Spiel wirklich geworden ist!
Quelle: PC Games
Ratchet und Clank haben seit dem ersten Teil der Serie nichts von ihrem sympathischen Charme eingebüßt.
Es gibt Spieleserien, die laufen über einen so langen Zeitraum, dass sie ihren Zenit irgendwann gezwungenermaßen überschreiten und qualitativ abfallen. Ratchet & Clank war so ein Fall - obwohl auch das schlechteste Spiel der Reihe nach wie vor anständig ist, war die Luft schon lange raus - bis jetzt. Passend zum ebenfalls startenden Ratchet & Clank-Animationsfilm haben sich die Entwickler den allerersten Teil der einst gefeierten Serie hergenommen und veröffentlichen ihn nun für die PS4. Von einem simplen HD-Port ist das Spiel aber genau weit entfernt wie Wolfgang vom Weltrekord im Stabhochsprung: Die Levels des Originals wurden erweitert, an allen Ecken und Enden wurden neue Spielinhalte eingefügt, die Präsentation wurde generalüberholt und befindet sich oftmals auf einem Niveau mit modernen CGI-Kinofilmen und die Grafik wurde nicht nur neu gestaltet, sondern entpuppt sich als eine der besten, welche die PS4 zu bieten hat.
Ratchet & Clank: Ein Remake, wie es sein sollte
Quelle: PC Games
Grafisch holt Ratchet & Clank einiges aus der PS4-Hardware raus und läuft durchgehend flüssig. So wünschen wir uns jedes Remake!
Der Serien-Reboot ist also ein Remake, wie es besser nicht sein könnte und lässt hoffentlich alle jene Entwickler vor Scham im Boden versinken, die ihre billig aufgehübschten Titel von anno dazumal auf die PS4 wuppen und das Ergebnis ebenfalls Remake nennen. Und einhergehend mit diesem Alles-Neu-Ansatz schaffen es die Entwickler auch generell, Ratchet und seinem mechanischen Kumpanen Clank qualitativ wieder dorthin zu befördern, wo sie eigentlich hingehören - ganz an die PS4-Spitze des Hüpfspiel-Genres nämlich. Das Abenteuer strotzt nur so vor Abwechslung und Herz und bietet eine toll gemachte Mischung aus allten Jump&Run-Tugenden und modernen Design-Grundsätzen.
Ratchet & Clank: Nette Handlung, lauer Humor
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Der strunzdumme, selbstverliebte Captain Qwark fungiert im Serien-Reboot als Erzähler, der die Ereignisse ab und an zurechtbiegt, damit er besser dasteht.
Die Entwickler haben sich für die Geschichte des Spiels einen netten Kniff überlegt, der wunderbar zu der Tatsache passt, dass wir es hier mit einem Reboot zu tun haben: Anstatt die Geschehnisse des Originals einfach noch einmal herunterzuleiern, ist es diesmal Serien-Altstar und Super-Dummdödel Captain Qwark, der uns in einer Rahmenhandlung erzählt, wie sich Ratchets und Clanks Kampf gegen die fiesen Blarks aus seiner Sicht zugetragen hat. Immer wieder mal dreht er die Ereignisse dabei so zurecht, dass er in einem besseren Licht dasteht - eine nette Idee! Die Geschichte an sich ist zwar relativ simpel und wird wohl niemandem von Hocker reißen, wird aber gut erzählt und überzeugt durch beeindruckend inszenierte Zwischensequenzen. Nur der sehr eindeutig an Kinder gerichtete Humor wird bei älteren Semestern wohl nicht immer zünden, ist aber auch niemals so daneben, dass er allzu negativ ins Gewicht fallen würde.
Ratchet & Clank: Planetarische Spielspaß-Parade
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Abwechslung wird in Ratchet & Clank groß geschrieben, auf jedem Planet erwartet uns eine neue Spielidee. Hier fahren wir etwa Hoverboard-Rennen.
Captain Qwark fungiert übrigens nicht nur als Erzähler, seine Erläuterungen dienen gleichzeitig dazu, uns in den Tutorials an die verschiedenen Gameplay-Mechaniken heranzuführen - ein sehr charmanter Einfall! Zu lernen gibt's viel, denn Ratchet verfügt über eine stattliche Anzahl an Bewegungsmanövern, die nach und nach zudem durch neue Moves erweitert wird. So kann er unter anderem einem Doppelsprung ausführen, sich mit seinem Licht-Greifhaken über Abgründe ziehen, Wandsprünge absolvieren, Clank zu einem Mini-Hubschrauber umfunktionieren und auf diese Weise auch größere Schluchten überwinden und noch viel mehr. Zudem erwartet uns auf so gut wie jedem der verschiedenen Planeten - welche die Levels des Spiels darstellen - ein spezieller, an den Ort gebundener Gameplay-Kniff. Da fahren wir zum beispiel Hoverboard-Rennen, sausen mit einem Jetpack durch die Atmosphäre, fahren auf Relings durch die Gegend, nehmen hinter stationären Geschütztürmen Platz und mehr.
Quelle: PC Games
Einige Spielideen wie dieJetpack-Passage hätten wir uns etwas umfangreicher gewünscht. Leider kommt das sehr spaßige Teil zu wenig zum Einsatz.
Der Abwechslungsreichtum ist wirklich gigantisch. Bei manchen Spielelementen hätten wir uns zwar gewünscht, dass sie etwas mehr Einfluss auf das Gesamterlebnis haben - so ist es etwa schade, dass das Jetpack nur so wenig zum Einsatz kommt -, das ist aber Kritik auf hohem Niveau. Nur etwas weniger Sammelaufgaben à la "Sammle X Stück von Gegenstand Y" hätten uns nicht gestört. Apropos Sammeln: Wesentlich besser gefällt uns das Aufklauben der optionalen Sammelobjekte, derer es vergleichsweise wenig gibt, was durch die kreativen Verstecke der Gegenstände aber wieder mehr als wettgemacht wird. Zusätzlich erwarten uns in den Levels meist optionale Aufgaben, die dafür sorgen, dass man nach Abschluss der Hauptmission gerne noch einmal auf die weitläufigen Planeten zurückkehrt.
Ratchet & Clank: Ein Fest für Waffennarren
Quelle: PC Games
Die neu hinzugekommenen Waffen fügen sich wunderbar ins Spiel ein. Ein Highlight ist der Pixelizer, welcher unseren Feinden eine 8-Bit-Optik verpasst.
Das Beste haben wir uns für den Schluss aufgehoben - ergänzt wird das gelungene Hüpf-Spielprinzip des Abenteuers nämlich durch einen ebenso gelungenen Action-Anteil. Für den Nahkampf verfügt Ratchet über einen Schraubenschlüssel, mit dem er mittels einer simplen Attacke für Chaos unter schwächeren Gegnern sorgt. Wer richtig austeilen wird, greift aber auf das riesige Sortiment auf teilweise völlig durchgeknallten Schusswaffen zurück, die wir entweder im Shop mittels aufgesammelter Schauben erstehen oder an vorgegebenen Punkten finden können - wenn wir uns gut genug umsehen. Neben den Wummen des Originals haben es auch etliche Knarren aus den Nachfolgern sowie einige Neuentwicklungen ins Spiel geschafft, und fast alle sind sie wahnsinnig kreativ umgesetzt: Der Groovitron etwa bringt Gegner zum Tanzen, woraufhin wir sie einige Sekunden lang widerstandslos angreifen können und der Pixelizer verwandelt sie in 8-Bit-Brocken, die aussehen, als wären sie einem NES-Spiel entsprungen. Toll! Alle unsere Waffen können wir dank spezieller, aufsammelbarer Kristalle weiter verbessern, indem wir ihnen etwa mehr Feuerpower verleihen oder die Schussrate erhöhen.
Zusätzlich steigen die Wummen durch konstanten Einsatz im Level auf und erhalten dadurch ebenfalls Boni. Beeindruckend ist, wie gut das Zusammenspiel aus Jump&Run- und Shooter-Action funktioniert und wie sich kein Aspekt des Spiels anfühlt, als würde er zugunsten des anderen benachteiligt. Genau so haben wir Ratchet & Clank anno dazumal kennengelernt, und genauso haben wir uns das seit Jahren wieder gewünscht. Wenn die Entwickler sich erneut so viel Mühe geben, hoffen wir, dass sie sich nicht zu viel Zeit lassen und schon bald das Remake des zweiten Teils ankündigen!
