WWE 2K16: Test des Wrestlingspiels mit Cover-Star Stone Cold Steve Austin - Zurück in den Main Event?
Test
Für den PC ist WWE 2K16 (noch) nicht einmal angekündigt, doch wir haben die PS4- und Xbox-One-Versionen ausführlich gespielt und verraten euch in unserem Test, ob die Wrestlings-Reihe mit WWE 2K16 wieder zurück zu alter Stärke findet und die versprochenen Neuerungen der Entwickler von Yuke's wirklich fruchten.
Die Test-Version von WWE 2K16 ist endlich da! Der im letzten Jahr veröffentlichte Vorgänger WWE 2K15 bot zwar sowohl technisch als auch spielerisch eine gelungene Basis, doch der abgespeckte Umfang sorgte auch dafür, dass das Wrestling-Debüt auf PS4 und Xbox One einen leicht faden Beigeschmack hatte. Die Entwickler von Yuke's versprachen für den neuen Teil Besserung und kündigten obendrein an, das Gameplay mit kleineren Veränderungen flüssiger zu machen und das bisher grafisch schönste Spiel zum amerikanischen Showsport abzuliefern. Zudem schmückt in WWE 2K16 dieses Jahr mit Stone Cold Steve Austin der wohl größte Superstar der WWE das Cover und der beliebte Showcase-Modus dreht sich einzig und allein um die Karriere der erwähnten texanischen Klapperschlange. Der Vorgänger müsste also ganz leicht zu überflügeln sein? Hell no!
WWE 2K16 im Test: Roster mit 120 Superstars
Quelle: Computec Media GmbH
In Kämpfen mit mehreren Teilnehmern versagt oftmals das automatische Anvisieren und es kommt zu kleineren Rucklern.
Wie so oft in den letzten Jahren entpuppen sich die Versprechen des Entwicklerstudios nämlich größtenteils als Verschlimmbesserungen. Technisch ist WWE 2K16 sogar ein großer Rückschritt zu beobachten. Die Optik wirkt verwaschener als noch bei WWE 2K15 und selbst im Vorjahr gut umgesetzte Wrestler-Modelle sehen nun manchmal schlechter aus. John Cena beispielsweise schaut drein, als wäre er 20 Jahre älter und aus Beton gegossen. Neu hinzugekommene Wrestler wie Kevin Owens hingegen wirken oftmals, als hätten die Entwickler mal flüchtig auf ein Bild des Superstars geschaut, bevor sie den Charakter modellierten.
Da nützt es dann auch nichts, dass das 120 Superstars umfassende Roster das bisher größte der Serie ist. Auch abseits der Optik plagen WWE 2K16 einige technische Probleme. So ist in Nahaufnahmen auffälliges Tearing zu beobachten, Objekte im Hintergrund leiden unter Kantenflimmern und in Matches mit mehreren Beteiligten kommt es oftmals zu kleineren Rucklern.
WWE 2K16: Ausgekontertes Gameplay
Quelle: 2K
Das Submission-System ist unfassbar fummelig geraten und macht keinen Spaß.
Unser Test zeigt: Spielerisch fruchten die Neuerungen von WWE 2K16 ebenfalls nicht wie erhofft. Das Kontersystem ist wie schon im Vorgänger recht ungenau. Wird euch die Kontertaste angezeigt, habt ihr nur den Bruchteil einer Sekunde Zeit, um sie zu drücken und somit eine Gegenaktion einzuleiten. Bisher war man somit gezwungen, die Bewegungsabläufe auswendig zu lernen, diesmal hilft das aber auch nicht immer, denn der Konter-Zeitraum ist nun noch ungenauer, teilweise sogar willkürlich. Einmal bekamen wir bei Betätigung der Taste sogar gleichzeitig angezeigt, dass wir zu früh und zu spät gedrückt haben.
Zudem habt ihr nun nur noch eine begrenzte Anzahl an Kontern, die sich erst mit der Zeit wieder aufladen. Dies soll die Matches von WWE 2K16 authentischer machen, scheitert jedoch vor allem in Kämpfen mit mehreren Kontrahenten. Nehmen euch die Gegner in die Mangel, bleibt euch nichts anderes übrig als zuzuschauen, wie ihr verprügelt werdet, bis endlich wieder ein Konter verfügbar ist. Glücklicherweise lässt sich das neue System jedoch deaktivieren. Da die Gegner nun schon ab dem normalen Schwierigkeitsgrad aggressiver sind und öfters kontern, kommt eh ein besserer Spielfluss auf als noch im letzten Jahr.
Das neue Submission-System ist ebenfalls dezent nervig ausgefallen. Ihr müsst nun in einem Kreis-Bildschirm euren Balken über den Balken eures Gegners bewegen, während dieser natürlich versucht zu entkommen. Das steuert sich jedoch so dermaßen fummelig, dass erfolgreiche Aufgabegriffe meist nur noch Glückssache sind.
Quelle: Computec Media GmbH
Die Matches im Showcase-Modus werden angereichert mit kleinen Quicktime-Events.
WWE 2K16 im Test: Motivierender Karrieremodus, toller Showcase
Doch so sehr WWE 2K16 spielerisch und technisch auch Federn lässt, glänzt es wieder mehr bei der Modi-Auswahl. Es stehen nun wieder mehr Match-Arten zur Auswahl, wodurch auch für mehr Abwechslung auf der Ringmatte gesorgt ist. Zudem ist der Showcase-Modus ein absolutes Highlight. Hier spielt ihr ab dem King-of-the-Ring-Finale 1996 die wichtigsten Kämpfe aus der Karriere von Stone Cold nach und schaltet sogar Bonus-Matches frei, in denen ihr als Stunning Steve Austin oder Superstar Steve Austin in der WCW und ECW auftretet, Die Kämpfe sind wie gehabt mit toll inszenierten Zwischensequenzen und gelegentlichen Quicktime-Events gespickt und durch erfüllte Aufgaben schaltet ihr neue Wrestler frei. Hier macht WWE 2K16 nichts neu, aber alles richtig gut. Wir würden sogar sagen, dass dies der bisher beste Showcase neben dem von WWE 13 ist.
Quelle: Computec Media GmbH
Im Karrieremodus startet ihr zunächst im Performance Center.
Auch der langweilige Karrieremodus des letzten Jahres ist passé. Der Aufbau ist zwar gleich, doch nun bekommt ihr wirklich etwas zu tun und dürft euch von Anfang an mit eurem selbsterstellten Wrestler in Rivalitäten stürzen und euch in den Ranglisten der verschiedenen Championships eintragen. Sobald ihr ins Hauptroster gelangt, müsst ihr euch zudem mit der Authority auseinandersetzen, die euch je nach eurer Gesinnung hilft oder das Leben ganz schön schwer macht. Außerdem könnt ihr nun anderen Superstars in deren Kämpfen helfen oder sie hinterrücks attackieren. Diese Aktionen sowie eure Antworten in Interviews nach den Matches legen fest, ob ihr als Heel oder als Face auftretet. Insgesamt ist der Modus wirklich motivierend und versorgt euch fortwährend mit kleineren Stories.
Kritik für WWE 2K16 hingegen hagelt es für den sonst für seine Langzeitmotivation bekannten Universum-Modus. Zwar ist die Bearbeitung nun viel einfacher, doch es lassen sich nicht mehr selbst Titelkämpfe ansetzen und selbst in Rivalitäten werden Titelfehden oftmals nicht erkannt. Diesen Blödsinn können dann auch die tollen Kreationsmöglichkeiten nicht ausbaden, mit denen ihr Wrestler, Einzüge, Titelgürtel, Arenen und sogar ganze Shows erstellen könnt. (Update: Durch verschiedene Patches läuft der Universe-Modus nun viel besser und auch Titelfehden werden erkannt.)
WWE 2K16 im Test: Update zur PC-Version
Seit dem 11. März ist der Wrestling-Titel nun auch auf Steam für den PC erhältlich. Sehr schön: die Fassung für den Rechenknecht enthält direkt alle DLCs der Konsolen-Versionen. Durch das NXT-Zukunftsstars-Pack wird das üppige Roster zusätzlich noch mit Diego, Fernando, Blake, Murphy und der "Samoan Submission Machine" Samoa Joe ergänzt. Außerdem ist der Hall-of-Fame-Showcase hinzugekommen, bei dem ihr große Matches der Ruhmeshallen-Neulinge aus dem Jahr 2015 nachspielt. Zudem erhaltet ihr einen Boost für die Karriere, könnt direkt alle Boni freischalten und das Angriffs-Arsenal wird mit etwa 30 Moves aufgestockt.
Das Gameplay des Titels unterscheidet sich natürlich nicht von den Konsolenfassungen und ist somit genauso gut mit den gleichen kleinen Ärgernissen. Technisch scheint die PC-Version zudem besser angepasst zu sein als noch im letzten Jahr. In etwa 20 Stunden Spielzeit kamen uns jedenfalls keine nennenswerten Bugs. Lediglich bei den Einzügen kommt es teilweise zu leichten Rucklern und in den Zwischensequenzen zwischen Entrances und Kampf tritt oftmals heftiges Tearing auf.
