Tropico 5 im Test für Xbox 360: Im fünften Teil der Diktatoren-Serie übernehmt ihr wieder einmal die Herrschaft über eine Bananenrepublik und beschäftigt euch mit der Zufriedenheit der Bevölkerung. Wer die Möglichkeit hat, sollte jedoch definitiv zur PC-Version greifen! Warum? Das erfahrt ihr in unserem Test zu Tropico 5 für Xbox 360.
Die Tropico-Reihe gehört eindeutig zu den Highlights der einsteigerfreundlichen Aufbau-Stratetegiespiele – aber eher auf dem PC als auf den Konsolen. Doch mit dem vierten Teil der Serie bewies Haemimont Games bereits, dass das Studio auch Xbox-360-Spiele entwickeln kann. Zum einen war die Steuerung, die bei Wirtschaftssimulationen bekanntlich mit Maus und Tastatur besser von der Hand geht, ungewöhnlich gut gelungen und auch die Optik konnte sich sehen lassen. Daher hatten wir nun hohe Erwartungen an Tropico 5, wurden aber leider – insbesondere grafisch – etwas enttäuscht.
Triste Karibik-Stimmung
Im fünften Teil der Diktatoren-Serie übernehmt ihr wieder einmal die Herrschaft über eine Bananenrepublik und beschäftigt euch vor allem mit allerlei Produktionsketten und der Zufriedenheit der Bevölkerung. Beide Bereiche sind relativ simpel gestaltet und so müsst ihr zum Beispiel nie mehr als drei Rohstoffe abbauen, um ein Gut herzustellen. Auch die Bevölkerung zeigt sich bereits zufrieden, wenn ihr ihnen genügend Arbeitsplätze schafft und die Wohngebiete mit Krankenhäusern und Supermärkten versorgt. Für etwas mehr Tiefgang sorgen in Teil 5 Zeitalter wie "Die Weltkriege" oder "Der Kalte Krieg".
Quelle: Computec Media
Ärgerlich: Beim Platzieren der Gebäude behindern oft Bäume die Sicht.
Jede Epoche stellt euch vor neue Herausforderungen und so müsst ihr etwa zur Zeit des Kalten Krieges um die Gunst der Sowjets oder Amerikaner buhlen oder in der Epoche der Weltkriege für eine gute Verteidigung eurer Insel sorgen, damit die Achsenmächte oder die Alliierten eure Bananenrepublik nicht überfallen. Insgesamt würde die Kampagne 15 Stunden dank gelungener Lernkurve auf einem ziemlich hohen Niveau unterhalten – wenn nicht die mehr als miserable Präsentation dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen würde. So wirkt die Optik im Vergleich zur PC-Version sehr farbarm sowie matschig und zudem stören Ruckler und Kantenflimmern die Präsentation.
Ärgerlich ist auch, dass man oft nicht erkennen kann, wohin man genau die Gebäude platziert, weil Bäume fast alles überdecken. Man kann sich des Eindrucks einfach nicht erwehren, dass die Entwickler sich kaum Mühe bei der Xbox-360-Version gegeben haben, zumal Tropico 4 fast besser als Teil 5 aussieht. Dagegen ist aber die Steuerung wie im Vorgänger so gut, wie sie nur mit einem Gamepad für das Genre sein kann. Ihr erreicht alle nötigen Menüs mit den Schultertasten und müsst euch auch kaum bemühen, wenn ihr Straßen baut oder Gebäude platziert. Wer sich folglich mit der hässlichen Grafik abfinden kann, bekommt mit Teil 5 ein gutes Aufbau-Strategiespiel.
