Das Spiel zur berühmten Macho-Filmserie Rambo mit Hollywood-Star Sylvester Stallone ist so etwas wie das Dschungelcamp unter den Action-Spielen - braucht kein Mensch, ist aber so absurd daneben, dass man kaum wegsehen kann. Wir haben das Rambo-Game getestet.
Räumen wir zuerst einmal mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: Rambo – The Video Game ist mitnichten ein klassischer Ego-Shooter, auch wenn das auf den Screenshots und in den Trailern so aussehen mag. Vielmehr hetzt man als Spieler bzw. Geschädigter AUTOMATISCH durch lineare Levels und streckt per Fadenkreuz-Klickerei geschätzte 150 Gegner pro Minute nieder. Wir wagen es kaum niederzuschreiben, aber ja: Unser aller Lieblingsphilosoph John Rambo spurtet hier als kantig-lachhafter Polygonprotz durch einen müden Moorhuhn-Verschnitt von den Machern des Action-Meisterwerks Heavy Fire: Afghanistan.
Der spielerische Anspruch pendelt sich irgendwo zwischen "Für Einzeller zu simpel" und "Dumpfbacken lieben das" ein: Virtuelles Schießeisen wage auf einen der immer gleichaussehenden Gegner richten, abdrücken, weitermachen – oder besser aufhören! Die Farce ist sie nicht mal zu schade, ganze Levels aus Quick Time Events bestehen zu lassen – und blau leuchten tut hier leider auch nichts. Zudem verballert man hier gefühlt 20 Patronen pro Sekunde und muss deshalb andauernd das öde Nachlade-Minispiel über sich ergehen lassen. Ebenso grotesk kommt der Wut-Modus daher: Wenn Rambo genügend Widersacher erledigt hat, so kann man ihn per Knopfdruck in Rage versetzen. Dann verfärbt sich das Bild grell gelb, ein irrer Urschrei ertönt und jeder nun abgemurkste Gegner füllt Rambos Lebensenergie stückchenweise wieder auf.
Um so etwas wie Langzeitmotivation und Fortschritt vorzugaukeln, haben die Entwickler ein Upgrade-System eingebaut – oder besser: den Schatten eines solchen. Man sammelt Erfahrungspunkte, die man wiederum in so einfallsreiche Skills wie "10 Prozent mehr Lebensenergie" investiert. Zudem gibt es in jedem Level eine nach Rambos Filmkumpel Colonel Trautmann benannte Herausforderung – dass die Macher von Rambo: The Video Game dafür ein Portrait des inzwischen verstorbenen Schauspielers Richard Crenna verwenden, grenzt schon an posthume Beleidigung. Die Technik der einfältigen Schießerei will da nicht hintanstehen und bietet Magerkost auf dem Niveau eines Spiels aus den 1990er-Jahren. Fast möchte man Würfel auf den Bildschirm werfen, um die Polygonarmut des Schützenfests wenigstens ein bisschen zu mindern. Dass man dafür 30 Euro berappen soll, zeugt vom geradezu schwarzen Humor der Entwickler...
