Lang mussten die Fans darauf warten, seit heute ist der Story-DLC Left Behind zu Sonys Endzeit-Meisterwerk The Last of Us aber endlich im PSN erhältlich - wir warfen einen Blick auf Left Behind!
Allzu viel zu erzählen gibt es zu Left Behind natürlich nicht – die Story steht wie schon im Hauptspiel im absoluten Fokus des DLCs und sie vorab zu spoilern würde dem Mini-Add-on einen Großteil seiner Faszination rauben. Soviel sei jedoch gesagt: In den insgesamt rund zwei Stunden Spielzeit springt ihr zwischen zwei verschiedenen Zeitebenen hin und her.
Ein Aspekt der Story dreht sich um Ellies Vorgeschichte, genauer gesagt um das Verhältnis zu ihrer besten Freundin Riley. Die offenbart – soviel sei verraten – Ellie in ihrer allerersten Szene, dass sie nun Mitglied der Fireflies, also der Rebellengruppierung der TLOU-Welt, ist. Welche Auswirkungen dies auf die Freundschaft der beiden hat, wie die Konsequenzen aussehen und was letztendlich dabei rumkommt, all das wollen wir euch jedoch an dieser Stelle nicht spoilern. Allerdings bleibt euch wie vom Hauptspiel gewohnt das ein oder andere Mal ein dicker Kloß im Hals stecken, wenn euch Left Behind mit erzählerischen oder spielmechanischen Mitteln verdeutlicht, wie unnachgiebig und vor allem hoffnungslos die dystopische Spielwelt eigentlich ist. Im Riley-Part der Story wird dies vor allem dadurch erreicht, dass die Action eher in den Hintergrund rückt und ihr stattdessen ein verlassenes Einkaufszentrum mit eurer Freundin erkundet. Man merkt den beiden regelrecht an, dass sie ein entbehrungsreiches Leben führen, wenn sie etwa von banalen Dingen wie Horror-Masken oder Foto-Kabinen fasziniert sind. Gerade der Wechsel von unbekümmertem Spielen und Herumalbern zu ernsteren Themen wie Rileys Firefly-Ausbildung sorgt für eine unheimlich beklemmende, fast tragische Atmosphäre.
Im Gegensatz dazu steht der zweite Part der Story, der euch ebenfalls in die Rolle von Ellie steckt und eine geschichtliche Lücke des Hauptspiels füllt, ohne dabei jedoch zu wirken, als hätte er von vornherein gefehlt. Mehr noch: Wer das Hauptspiel noch nicht beendet hat, sollte dies tun, bevor er Hand an Left Behind legt, da man sich sonst eine der spannendsten Szenen von The Last of Us … nun, "versaut" wäre der falsche Ausdruck. Man entschärft jedoch die Spannung des besagten Story-Abschnitts. Auf jeden Fall steuert ihr wie erwähnt auch hier Ellie und wandelt schon eher auf den Gameplay-Pfaden des Hauptspiels: Schleichen, Kämpfen, Craften. Schick dabei allerdings: Mitunter trefft ihr auf Banditen und Infizierte gleichzeitig. Wer also aus sicherer Entfernung eine Flasche vor die Füße eines Banditen wirft, kann gemütlich dabei zugucken, wie sich Clicker und Räuber gegenseitig aus dem Weg räumen – witzig.
Doch nicht alles ist optimal an Left Behind. Einen allzu hohen Wiederspielwert hat der DLC beispielsweise nicht – wer einmal durch ist, kennt alle Story-Twists. Und dann sind 15€ für rund zwei Stunden Unterhaltung doch recht happig, das Erlebnis aber andersrum allemal wert. Etwas überrascht waren wir zudem, dass die Vorgeschichte Ellies nicht komplett aufgelöst wird und sogar noch ein Hintertürchen für eine weitere Fortsetzung offen lässt. Doch wir geben auch gleich Entwarnung: Einen Cliffhanger braucht ihr nicht zu befürchten, das Ende funktioniert auch so und das vielleicht sogar besser, da es die Fantasie anschürt. Wie dem auch sei: Wem der Preis nicht zu happig ist, der bekommt mit Left Behind noch einmal die volle Packung The Last of Us – genauso spannend, atmosphärisch und spielerisch top.
Unsere Wertung: 88
