Gran Turismo 6 im Test für PS3: Ein Meilenstein mit kleinen Macken - Multiplayer-Update

Test Dave Mola

Gran Turismo 6 im Test für PS3! Ein Spiel wie ein Supermodel: Auf den ersten Blick scheinbar perfekt, bei genauerer Betrachtung doch mit dem ein oder anderen Makel behaftet. Reicht es dennoch für den Genrethron? In unserem Test zu Gran Turismo 6 erfahrt ihr es! Update: Jetzt mit Test des Multiplayer-Modus!

Test zu Gran Turismo 6 für PS3: Während die meisten Spieler bereits ihren Fokus auf die PS4 gelegt haben, lässt Polyphony Digital noch ein Rennspiel der Extraklasse auf die gute, alte PS3 los. Kann das gut gehen? Wie schlägt sich Gran Turismo 6 im Vergleich mit dem Vorgänger und der Konkurrenz? Kann es auch auf alter Hardware noch überzeugen? Wir beantworten in unserem Test zu Gran Turismo 6 diese und andere Fragen und verraten euch, ob eure PS3 noch ein paar Überstunden machen darf, bevor sie endgültig in den Ruhestand geht. Update: Jetzt mit Test des Multiplayer-Modus auf Seite 2 des Artikels!

Schönheits-OP für das Menü

Direkt nach dem gewohnt überragenden Intro-Video geht es in Gran Turismo 6 auf die Piste! Ohne langes Geplänkel findet ihr euch hinter dem Steuer eines aufgemotzten Renault Clio wieder und dürft zur Einstimmung eine Runde in Brands Hatch drehen um euch mit der Steuerung vertraut zu machen. Anschließend grüßt das überarbeitete und gut gelungene Hauptmenü. Man findet sich intuitiv zurecht und gelangt in Windeseile zum Autohändler, zu Tuningoptionen, Rennserien oder Online-Herausforderungen. Ein erster Unterschied zum Vorgänger, der sofort positiv auffällt. Die Aufmachung passt also, doch wie steht es um die inneren Werte unseres vermeintlichen Supermodels?

Fantastische Kurvendynamik

Die komplett überarbeitete Fahrphysik wirkt wahre Wunder und bietet ein enormes Maß an Feedback. Quelle: PC Games Die komplett überarbeitete Fahrphysik wirkt wahre Wunder und bietet ein enormes Maß an Feedback. Eines ist sicher: Das Handling der Rennwagen war bisher in jedem Teil der GT-Serie über alle Zweifel erhaben. Seit nunmehr 15 Jahren hebt das Team von Polyphony Digital beständig die Messlatte was Fahrgefühl im Bereich der Konsolenrennspiele angeht. Dank der zahlreichen Fahrhilfen, ist es auch Anfängern möglich eine flotte Runde hinzulegen, während Simulations-Enthusiasten natürlich weiterhin auf ihre Kosten kommen - und jene Fraktion wird diesmal besonders umschmeichelt. Denn die komplett überarbeitete Fahrphysik wirkt wahre Wunder und bietet ein enormes Maß an Feedback.

Die Steuerung funktioniert schon mit dem Gamepad wunderbar - schließt ihr jedoch ein ordentliches Lenkrad mit entsprechender Pedalerie an, geht die Sonne so richtig auf. Ihr werdet Stunden damit verbringen wollen das Fahrverhalten eurer Lieblingswagen bis ins Detail zu studieren. Denn jede Änderung am Fahrzeug-Setup oder das Anbringen neuer Teile wirkt sich nachvollziehbar und deutlich spürbar aufs Fahrverhalten aus und erfordert leichte Korrekturen am Fahrstil. In der Regel wisst ihr immer warum ihr einen satten Abflug hinlegt oder wo ihr Rundenzeit verliert. Die überragende Physik-Engine ist eindeutig der größte Trumpf von GT6.

Kein perfektes Make-Up

Gran Turismo 6 im Test: Reicht es für die neue Rennsimulation von Polyphony Digital für den Genrethron? Quelle: PC Games Gran Turismo 6 im Test: Reicht es für die neue Rennsimulation von Polyphony Digital für den Genrethron? Und wo wir schon bei Trümpfen und Abflügen sind: Die Technik ist einmal mehr ein zweischneidiges Schwert. Grafik und Sound schwanken ständig zwischen großartig und lächerlich. Wunderschöne und detaillierte Fahrzeug-Modelle wechseln sich beispielsweise mit lieblos importierten Karossen aus älteren GT-Teilen ab. Auf eine explizite Unterscheidung zwischen Standard- und Premium-Wagen verzichten die Entwickler diesmal übrigens. Deshalb sind die verschiedenen Versionen nicht auf den ersten Blick erkennbar. Weniger liebevoll gestaltete Boliden "glänzen" mit einem simplen und unschön anzusehenden Cockpit.

Bei genauer Betrachtung lassen sich außerdem die Qualitätsunterschiede der Modelle in den, grundsätzlich sehr ansprechenden, Rennwiederholungen erkennen. Dennoch: Im Eifer des Gefechts fällt es kaum auf ob ihr da gerade einen polygonarmes Abbild überholt oder eine detailgetreue Umsetzung. Doch bei genauer Betrachtung konnten wir einige, kleine Makel in der Präsentation entdecken: Stellenweise matschige Texturen, merkwürdig fransige und grobe Schatten, Kantenflimmern und gelegentliche Pop-ups trüben das ansonsten grafisch stimmige Erscheinungsbild.

Davon abgesehen, haben die Entwickler ihrer Grafikengine auch ein paar neue Tricks beigebracht. Die Tiefenschärfe wird überzeugend dargestellt, Spiegelungen sowie Licht- und Raucheffekte sind bisweilen spektakulär. Die Schauplätze gestalten sich sehr abwechslungsreich und der dynamische Wechsel von Tageslicht zu Nacht sieht großartig aus. Schade um die Inkonsequenz, vermutlich aber pfeift die betagte PS3 auch so schon aus dem letzten Loch. Schließlich wird das Geschehen jederzeit in 60fps bei Full-HD-Auflösung ausgegeben - unter diesen Umständen können wir über die kleinen Mängel hinweg sehen.

Bildergalerie

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