Rayman Legends im Test: Nach der Version für Wii U gibt es das grandiose Jump and Run nun auch für PS3, Xbox 360 und PC. Ubisoft hat dabei erfreulicherweise nichts verschlimmbessert, sondern ein tolles Spiel einwandfrei für die anderen Plattformen umgesetzt.
An dieser Stelle ein dickes "Atschibätsch" mit rausgestreckter Zunge an alle Wii-U-Besitzer: Denn das einst als Exklusivspiel für die Nintendo-Konsole angekündigte Rayman Legends gibt es nun auch für die PS3 - und es ist großartig geworden! Wer den Vorgänger Rayman Origins gezockt hat, der weiß bereits, was ihn erwartet: Vermeintlich simple Hüpfspielkost im Stile der klassischen Super Mario- Teile. Doch während der italienische Klempner seit Jahren an Ausstrahlung verliert, ist Rayman Legends ein Musterbeispiel dafür, wie man moderne und traditionelle Elemente klug miteinander verquickt.
In Sachen Spieldesign liefert das Gehüpfe keinerlei nennenswerte Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger: Ihr spurtet von links nach rechts durch fantastisch gezeichnete 2D-Welten, verkloppt fein animierte Monster und sammelt allerlei Dinge ein. Ziel jedes Levels ist es, möglichst viele Teensies (das sind kleine blaue Knubbeltiere) zu befreien. Was in der Theorie nicht besonders abwechslungsreich klingt, entpuppt sich schon nach wenigen Spielstunden als pures Software- Gold. Denn die Entwickler kommen ständig mit neuen Einfällen um die Ecke: Mal flüchtet ihr vor einem gigantischen Drachen Richtung Levelausgang, mal taucht ihr durch ein Höhlenlabyrinth, mal schleicht ihr durch eine Feindbasis, die glatt aus einem James-Bond-Film stammen könnte.
Keine Frage: Gäbe es an Universitäten den Studiengang "So geht geniales Leveldesign", die Rayman-Macher würden ihn mit Auszeichnung bestehen. Eine überaus clevere Idee ist in diesem Zusammenhang Raymans fliegender Freund Murfie: Der Frosch-Fliege- Verschnitt interagiert auf Knopfdruck mit der Umgebung und knabbert beispielsweise Löcher in die Levelarchitektur und macht euch so den Weg frei. Dabei kommt es nicht selten auf perfektes Timing an: Vor allem in den letzten beiden der insgesamt sechs Story-Welten werden selbst Profis auf eine harte Hüpfprobe gestellt.
I wanna rock with you!
Quelle: PC Games
Rayman Legends im Test: Herrausragend gutes Jump and Run. (3)
Jeder abgeschlossene Spielabschnitt kommt zusätzlich in einer zusätzlichen, leicht veränderten Invasions- Variante daher: Ihr müsst den Level noch mal meistern, habt dieses Mal aber nur 60 Sekunden Zeit, zum Ausgang zu kommen - spannend, aber teilweise auch knüppelschwer. Der absolute Spielspaß-Knaller sind aber die fünf Musical-Levels! In diesen zumeist recht kurzen Bereichen läuft als Hintergrundberieselung ein berühmter Song, dessen Rhythmus vorgibt, wann ihr springen beziehungsweise schlagen und rennen solltet.
Mehr Menschen, mehr Chaos!
Gesellige Naturen dürften mit den Mehrspieler-Optionen von Rayman Legends ihren Heidenspaß haben: Bis zu drei weitere Zocker können jederzeit ein Gamepad anschließen und mit durch die Spielwelt spazieren. Allerdings ist das eher eine nette Dreingabe denn ein wirklicher Mehrwert - denn das Bildschirmchaos sorgt dafür, dass einige schwere Stellen gemeinsam kaum zu meistern sind. Aber zumindest das simple Fußballspiel, bei dem ihr wie wild gegen einen Ball tretet, um diesen irgendwie ins gegnerische Tor zu bugsieren, taugt für einen vergnüglichen Partyabend vor der PS3.
