Rocksmith im Test für PS3 und Xbox 360: Spielerisch durchdacht, technisch noch verbesserungswürdig

Test Toni Opl

Rocksmith im Test für PS3 und Xbox 360: Die deutsche Version von Ubisofts neuem Musikspiel ist endlich da und bietet sogar E-Bass-Unterstützung. Wie gut Rocksmith geworden ist und ob es möglicherweise einen echten Gitarrenlehrer ersetzen kann, das lest ihr in unserem Test.

Rocksmith im Test: Da hat sich das Warten dann doch noch gelohnt! Während die US-Version von Rocksmith nur für E-Gitarre ausgelegt ist und die Bass-Erweiterung für knapp 30 Dollar nachträglich gekauft werden muss, ist der DLC in der europäischen Fassung bereits enthalten. Zudem lässt sich ein Bass auch mittels einer normalen Gitarre im Spiel emulieren, wobei dann nur vier der sechs Saiten zum Einsatz kommen. Das ist zwar nicht die Ideallösung, aber ausreichend, um auch mal in das tieffrequente Gitarrenspiel reinzuschnuppern.

Doch fangen wir am besten noch mal ganz von vorne an. Rocksmith versteht sich als konsequente Weiterentwicklung des Rock Band- und Guitar Hero-Spielprinzips. Statt eines Plastikinstruments kann hier jede handelsübliche elektrische oder elektroakustische (Bass-)Gitarre verwendet werden. Angeschlossen wird diese über ein mitgeliefertes USB-auf-Klinke-Kabel von etwa drei Metern Länge. Das Interface funktioniert ähnlich wie in den etablierten Musikspielreihen. Sprich: Auf einer Notenbahn laufen die Noten eines Songs aus der Tiefe des Bildschirms direkt auf euch zu. Wenn sie das virtuelle Griffbrett erreichen, müssen sie entsprechend gespielt werden.

Aller Anfang ist schwer

Guitarcade: Wer die Enten nicht schnell genug durch das Anschlagen der richtigen Saite und Greifen des richtigen Bundes 'abschießt', verliert ein Leben. Quelle: Videogameszone.de Guitarcade: Wer die Enten nicht schnell genug durch das Anschlagen der richtigen Saite und Greifen des richtigen Bundes "abschießt", verliert ein Leben. In der US-Fassung wurden wir Schritt für Schritt mit Tutorials, ersten Songs und bestimmten Übungen an die komplexe Materie herangeführt, wobei viele Zusatzinhalte (nicht die Songs!) erst nach und nach freigeschaltet wurden. In der lokalisierten Fassung hingegen könnt ihr ohne Einführung direkt mit ersten Songs loslegen und auch gleich auf alle Tutorials, Technik-Herausforderungen und Mini-Spiele zugreifen. Das freut zwar fortgeschrittene Gitarrenhelden, für Anfänger allerdings geht damit der rote Faden verloren, der sie durchs Spiel führt. So muss man sich die erforderlichen Technik-Videos und Übungen stets selbst heraussuchen.

Eine Auswahlmöglichkeit bezüglich eventueller Vorkenntnisse zu Beginn des Spiels hätte hier Abhilfe geschafft. Als genialer Schachzug erweist sich hingegen der dynamische Schwierigkeitsgrad, der eure Leistungen permanent analysiert und euch dementsprechend mehr oder weniger komplexe Notenabfolgen entgegenwirft. So fühlt man sich nie über einen längeren Zeitraum überfordert und feiert stattdessen immer wieder kleine Erfolge. Sollte sich ein Songpart doch einmal als vermeintlich unüberwindbare Hürde darstellen, kann man die entsprechende Stelle in einem Übungsmodus bei geringerem Tempo üben. Und auch an Equipment-Nerds hat Ubisoft gedacht. Mit der Zeit schaltet ihr immer neue Boxen, Verstärker und Effektpedale frei, mit denen sich euer Gitarrensound grundlegend verändern lässt.

Technische Stolpersteine

Eine Sache nimmt euch das Spiel allerdings nicht ab: fleißiges Üben! Nur wer regelmäßig die Klampfe in die Hand nimmt, wird sich auch verbessern. Leider vergeudet Rocksmith aber teilweise kostbare Übungszeit, denn die vielen Lade- und Speicherpausen lassen euch zwischen den Songs und Technik-Challenges immer wieder untätig vorm Bildschirm hocken. Schelte gibt's zudem für die schwache Grafik. Bei einem Spiel wie Rocksmith geht es freilich in erster Linie um inhaltliche Aspekte, aber deswegen muss die Optik noch lange nicht dermaßen spartanisch ausfallen.

Bildergalerie

Wertung zu Rocksmith (X360)

Wertung:

82 /10
Pro & Contra
Tonerkennung arbeitet einwandfreiDynamischer SchwierigkeitsgradDurchdachtes Interface
Grafik gerade noch zweckmäßigMinimaler Lag beim Gitarren-SoundExtrem nervige Ladezeiten
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