Yakuza
Dieses Manöver ist gerade bei Boss-Gegnern nützlich.
BILD: PLAYZONE
Wenn Sie schnell genug reagieren, können Sie solchen Schlägertypen zwar davonlaufen, doch in engen Gässchen sind solche Begegnungen kaum zu vermeiden. Nach ein paar dummen Sprüchen und einer längeren Ladepause schaltet das Spiel dann zum separaten Kampfscreen.
Der wahre Street Fighter
Ob bei einer solchen Zufallsbegegnung oder einem handlungsrelevanten Ereignis, in aller Regel kriegt es Kazuma bei Kämpfen mit mehreren Gegnern zu tun. Innerhalb eines überschaubaren Gebiets können Sie dabei jeden greifbaren Gegenstand als Waffe verwenden, was Mülltonnen, Stühle, Tische, Sofas, Werbeschilder, Fahrräder, Getränkekästen und vieles mehr einschließt. Ihre Gegner sind oft "richtig" bewaffnet und auch deren Messer, Schwerter und Pistolen kann Kazuma nutzen, sobald sie am Boden liegen.
Wenn mal gerade nichts zur Hand ist, verlässt sich der Yakuza auf sein überschaubares Move-Repertoire. Erst gegen Schluss kommen einige übertriebene Würfe dazu, ansonsten geht hier Effizienz über Schönheit - Kazumas Kampfstil wirkt nicht spektakulär, gerade dadurch aber umso härter. Ein Fuß ins Gesicht eines liegenden Gegners macht eben manchmal mehr Eindruck als der verrückteste Special Move.
Besser zuschlagen
BILD: PLAYZONE
Apropos Special Move: Etwas in der Art gibt es auch, denn sobald die Heat-Anzeige am oberen Bildschirmrand durch erfolgreiche Angriffe eine bestimmte Stufe erreicht hat, können Sie besondere Attacken ausführen. Dazu zählen spezielle, unblockbare Attacken mit Waffen und auch umgebungsabhängige Moves. So kann Kazuma seine Gegner in einem solchen Moment mit dem Kopf gegen eine Wand oder auf eine Tischplatte knallen oder sie über Geländer werfen.
Ähnlich wie beim Waffen-Upgrade-System von Onimusha erhalten Sie im Laufe des Spiels Erfahrungspunkte, die in bestimmte Aspekte Ihres Kampfstils "investiert" werden können. Drei Fähigkeiten können dabei jeweils bis zur zehnten Stufe gesteigert werden, wobei Kazuma mit jedem neuen Level neue Moves dazulernt, seine maximale Gesundheit steigert oder die Gegner besser zu fassen kriegt.
Warum kein Hit?
BILD: PLAYZONE
Trotz des Story-Überbaus und der mit Personen voll gestopften Stadt ist Yakuza im Kern ein Beat 'em Up, dessen minimale Adventure-Elemente (helfen Sie Person A, um einen von Person B benötigten Gegenstand zu bekommen &) vor allem dazu dienen, Kazuma stets von einem Ort zum nächsten zu schicken. Das ist auch das Hauptproblem des Spiels: Auf die Dauer addieren sich die Laufwege doch ziemlich und die häufigen Zufallsbegegnungen mit kampflustigen Kriminellen werden immer nerviger.
Dabei will man doch vor allem wissen, wie die Story weitergeht! Dies spricht natürlich wiederum für die Qualität der Geschichte. Nichts Gutes kann man dagegen der suboptimalen Kamera bei Kämpfen abgewinnen, immer wieder muss man sie manuell hinter Kazuma zentrieren, um die Gegner überhaupt zu sehen. Der letzte Kritikpunkt ist angesichts der filmartigen Inszenierung und der ausladenden Zwischensequenzen besonders ärgerlich: Zwar können Sie Yakuza mit deutschen Texten und Untertiteln spielen, doch die (ordentliche) Sprachausgabe bleibt immer in Englisch.
Trotz prominenter Sprecher (siehe Extrakasten zu den Hauptfiguren) reicht sie natürlich nicht an die authentische Atmosphäre des japanischen Originals heran - Japaner, die pausenlos amerikanischen Getto-Slang von sich geben, wirken nun mal weder authentisch noch allzu atmosphärisch. Wenn ein Videospiel sich schon so sehr dem Medium Film annähert, so sollte auch die japanische Originalfassung mit Untertiteln spielbar sein - bei jeder vernünftigen DVD ist dies heutzutage selbstverständlich. Wäre die Sprachausgabe in Deutsch, wäre dies noch zu verschmerzen, doch so bleibt die Lokalisierung nur ein halbgarer Kompromiss.