XCOM: Enemy Unknown im Test - Weitere Pro-Punkte

Test Viktor Eippert

XCOM: Enemy Unknown im Test für Xbox 360 - Hat sich die lange Entwicklungszeit von knapp fünf Jahren gelohnt und Firaxis mit XCOM: Enemy Unknown eine würdige Neuauflage des Taktik-Klassikers von 1994 geschaffen? Und vor allem: Wie gut wurde XCOM: Enemy Unknown für Konsolen umgesetzt? In unserem Test erfahrt ihr, wie gut XCOM: Enemy Unknown geworden ist.

Häufige Spielerentscheidungen mit Tragweite

Egal ob in den Einsätzen oder im XCOM-Hauptquartier: In XCOM geht es in erster Linie um die Entscheidungen, die ihr trefft. Verarztet ihr den schwer verwundeten Soldaten, der in Kürze verblutet und riskiert dafür, noch mehr Männer zu verlieren? Teilt ihr euren Squad auf, um den Feinden in den Rücken zu fallen oder stellt ihr eure Soldanten lieber kompakt auf, damit sie sich besser gegenseitig decken können? Investiert ihr eure Rohstoffe in die Entwicklung und Herstellung besserer Abfangjäger oder konzentriert ihr euch stattdessen auf die Weiterentwicklung von Waffen und Rüstungen für eure Soldaten? Enemy Unknown stellt euch pausenlos vor schwerwiegende Entscheidungen, die stets klare Auswirkungen zeigen. Ihr entscheidet selbst, wie ihr mit der Alienbedrohung umgehen wollt.

Das sorgt für viel Spannung, da ihr stets Prioritäten setzen müsst. Ihr habt nie genug Ressourcen, Geld, Ingenieure, Wissenschaftler oder Zeit, um auf jedem Gebiet gleichzeitig voranzukommen. Insbesondere Waffenfragmente, Alien-Legierungen und Elerium sind gerne Mangelware, da ihr all das nur von den Außerirdischen während der Einsätze erbeuten könnt. Als Kommandant der XCOM seid ihr daher ständig am Abwägen, welche Investition gerade am wichtigen ist. Keine leichte Entscheidung, denn jede Option ist richtig verlockend und verschafft euch heiß ersehnte Vorteile im harten Kampf gegen die Aliens. In der Offiziersschule schaltet ihr beispielsweise dauerhafte Boni für euer Squad frei. In der Gießerei veredelt ihr hingegen bereits verfügbare Ausrüstung noch weiter und erhöht so deren Effizienz.

Harte Entscheidungen verlangt euch vor allem die Panikkontrolle ab. Mit jedem UFO, das ihr nicht erwischt, und jedem Angriff der Aliens steigt die Panik in den betroffenen Ländern der Welt. Falls der Paniklevel einer Nation zu hoch klettert, steigt diese dauerhaft aus dem Rat der Nationen aus, was auch bedeutet, dass er keine Finanzen mehr zur Verfügung stellt. Damit nicht genug, ist das Spiel verloren, sobald zu viele Länder den Rat verlassen! Das Gemeine daran: In den meisten Fällen greifen die Außerirdischen drei Städte gleichzeitig an, ihr könnt aber nur eine beschützen. Ihr müsst also abwägen, wo ihr euch einen Anstieg der Panik erlauben könnt und wo nicht.

Zur Überwachung der Panik dient eine übersichtliche Karte im Lagezentrum der XCOM-Basis. Quelle: polygon Zur Überwachung der Panik dient eine übersichtliche Karte im Lagezentrum der XCOM-Basis. Zur Überwachung der Panik dient daher eine übersichtliche Karte im Lagezentrum der XCOM-Basis. Dort seht ihr auf einen Blick, welche Nationen auf der Schwelle zum Austritt stehen und könnt so entgegen lenken. Die beste Methode, um die Panik langfristig einzudämmen, besteht in der Positionierung eines Überwachungssatelliten über einer Nation. Dadurch nimmt man das jeweilige Land quasi unter den Schutz der XCOM-Organisation und verschafft auf diese Weise den Menschen dort ein Gefühl der Sicherheit. Überhaupt sind die Trabanten enorm wichtig, da sich nur satellitenüberwachte Nationen finanziell am XCOM-Projekt beteiligen. Doch um genug Satelliten in den Orbit befördern zu können, müsst ihr wiederrum den Basisausbau nicht vernachlässigen, was natürlich wieder an die chronisch knappen Rohstoffe geht. Entscheidungen, überall Entscheidungen!

Tolles Fortschrittsgefühl und hohe Motivation

Enemy Unknown verzahnt die spannenden Taktik-Gefechte so geschickt mit dem komplexen Basismanagement, dass eine enorme Sogwirkung entsteht. Mit jedem besiegten Alien und jedem geborgenen UFO winkt wertvolle Beute zur Weiterentwicklung der XCOM-Streitkräfte. Und mit jedem Entwicklungsfortschritt gewinnen die Truppen wiederum spürbar an Durchschlagskraft. Dadurch entsteht ein motivierender Kreislauf, wodurch XCOM ein befriedigendes Fortschrittsgefühl vermittelt und die Stunden beim Spielen nur so davon fliegen. Außerdem sorgt Firaxis gekonnt für Abwechslung und Langzeitmotivation. Immer wenn man die letzte Hürde gestemmt und sich an die aktuelle Situation gewöhnt hat, warten die Aliens mit neuen Herausforderungen auf. So überraschen die Invasoren irgendwann mit völlig neuen UFO-Klassen und schicken von Zeit zu Zeit neue Alien-Rassen ins Feld. Das bringt stets neue Facetten in die Kämpfe, wodurch sie auf Dauer angenehm frisch bleiben. Zudem ist es absolut vorbildlich, wie viel sich die Entwickler fürs späte Spiel aufheben. Selbst im letzten Drittel der Kampagne gibt es noch Neues zu entdecken. Und das gilt nicht nur für die Aliens sondern auch die XCOM-Streitkräfte. Die mächtigen PSI-Fähigkeiten sowie die späte High-Tech-Ausrüstung eröffnen euch sogar ganz neue Taktiken für eure Soldaten.

Stark in Szene gesetzt

Wer schon immer der Meinung war, dass Taktik-Spiele öde aufgemacht sind, erhält mit Enemy Unknown den absoluten Gegenbeweis. Quelle: 2k Games Wer schon immer der Meinung war, dass Taktik-Spiele öde aufgemacht sind, erhält mit Enemy Unknown den absoluten Gegenbeweis. Wer schon immer der Meinung war, dass Taktik-Spiele öde aufgemacht sind, erhält mit Enemy Unknown den absoluten Gegenbeweis. Es ist anerkennenswert, wie Firaxis die flexible Unreal Engine 3 für die eigenen Zwecke nutzt, um damit eine Inszenierung zu schaffen, die schlichtweg neue Maßstäbe im Taktik-Genre setzt. Jedes wichtige Ereignis und jede der spannenden Story-Missionen wird mit hochwertigen Zwischensequenzen visualisiert. Außerdem hat man sich sehr viel Mühe dabei gegeben, die Taktik-Gefechte möglichst spannend in Szene zu setzen. Wenn Soldaten oder Aliens feuern, wechselt die Ansicht oft in eine Schulterperspektive und verleiht den Schusswechseln so mehr Dramatik. Kamerafahrten und gelegentliche Nahaufnahmen verstärken das tolle Mittendrin-Gefühl nochmals. Spitze ist zudem der Detailgrad der Karten sowie im cool designten XCOM-Hauptquartier. Abgerundet wird die tolle Stimmung im Spiel durch die atmosphärische Musikuntermalung von Michael McCann (Deus Ex: HR) und die meist ordentliche deutsche Sprachausgabe. Deutlich stimmungsvoller ist XCOM aber auf Englisch.

Ideale Balance zwischen Herausforderung und Spielbarkeit

Das Originalspiel war unter Taktikern unter anderem wegen seines fordernden Schwierigkeitsgrades beliebt. Dem trägt Firaxis in Enemy Unknown Rechnung. Bereits auf der normalen Schwierigkeitsstufe sind taffe Kämpfe mit den Invasoren angesagt; wer unbedacht vorgeht, hat ruck zuck Verluste zu beklagen. Ganz ohne Blessuren kommt man in XCOM nur in aus den allerseltensten Missionen. Gleiches gilt für den Strategiepart, der euch vor allem mit der erwähnten Panikkontrolle unnachlässig auf die Probe stellt. Übertrieben ist die Herausforderung dabei aber nie. Das Spiel gibt euch stets alle nötigen Mittel, um mit den garstigen E.T.s fertig zu werden. Man muss sich nur von vornherein klar machen, dass Opfer und Rückschläge anders als in vielen modernen Weichspül-Spielen bewusst zum Spieldesign von XCOM dazu gehören und der Drops nach einer Niederlange noch lange nicht gelutscht ist. Davon abgesehen, könnt ihr die Schwierigkeitsstufe außerhalb der Einsätze jederzeit mitten in der Kampagne anpassen. XCOM-Veteranen und alle, die nach dem ersten Durchlauf auf den Geschmack gekommen sind, können sich auf den höheren Stufen "Klassisch" und "Unmöglich" so richtig austesten oder an den Iron Man-Modus wagen, der freies Speichern untersagt.

Bildergalerie

  1. Seite 1 XCOM: Enemy Unknown im Test - Unterschiede zum Original
  2. Seite 2 XCOM: Enemy Unknown im Test - Das hat uns gefallen
  3. Seite 3 XCOM: Enemy Unknown im Test - Weitere Pro-Punkte
  4. Seite 4 XCOM: Enemy Unknown im Test - Das hat uns nicht gefallen
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