XCOM: Enemy Unknown im Test für Xbox 360 - Hat sich die lange Entwicklungszeit von knapp fünf Jahren gelohnt und Firaxis mit XCOM: Enemy Unknown eine würdige Neuauflage des Taktik-Klassikers von 1994 geschaffen? Und vor allem: Wie gut wurde XCOM: Enemy Unknown für Konsolen umgesetzt? In unserem Test erfahrt ihr, wie gut XCOM: Enemy Unknown geworden ist.
XCOM: Enemy Unknown im Test - Das hat uns gefallen
Knackige Taktik-Gefechte
Bei der Umsetzung der rundenbasierten Taktik-Gefechte hat Firaxis ganze Arbeit geleistet. Das System dahinter ist einerseits wunderbar flexibel und intuitiv, bietet aber andererseits genug Tiefe, um sich taktisch auszutoben. Jeder XCOM-Söldner hat zwei Aktionspunkte pro Runde, mit denen er die verschiedenen Handlungen frei zusammenwürfeln darf. In Deckung rennen und auf ein Alien ballern etwa. Oder mit dem Enterhaken auf ein Hausdach klettern und aus der erhöhten Position heraus eine Wachposition einnehmen. Um so gegebenenfalls einen Reflexschuss auf Gegner in deren Runde abzufeuern. Je nach Areal bieten Baumstümpfe, herumstehende Autos der Häuserwände den Kämpfern Deckung und senken so die Wahrscheinlichkeit, Feindfeuer zum Opfer zu fallen. Und das ist auch bitter nötig, denn die Aliens haben nicht nur einige Tricks auf Lager, sondern nutzen auch jede noch so kleine Schwäche in der eigenen Aufstellung erbarmungslos aus. Hat man Pech, reicht schon ein kritischer Treffer aus einer Plasmakanone der Aliens, um einen Soldaten zu fällen!
So wird jede einzelne Aktion und jede Runde zu einem packenden Erlebnis. Geht die angestrebte Taktik auf? Wie reagieren die Aliens wohl drauf? Und hoffentlich kommen die Schlitzohren nicht über die Flanken und heben so die eigenen Deckungsvorteile auf. Man fiebert mit seinen Schützlingen mit, freut sich über jeden Abschuss und zuckt bei jedem Gegentreffer nervös zusammen. Schließlich steht viel auf dem Spiel. Denn das eigene Squad umfasst standardmäßig gerade mal vier, mit Upgrades maximal sechs Einheiten. Ergo ist jede einzelne von ihnen wahnsinnig wertvoll, jeder Verlust wirkt sich spürbar aus. Dadurch haben die auf dem Schlachtfeld getroffenen Entscheidungen viel Gewicht und man spürt deutlich die Konsequenzen seiner Handlungen.
Für die hohe taktische Tiefe während den Gefechten sorgen die verschiedenen Soldatenklassen sowie ihre einzigartigen Fähigkeiten. Sturmsoldaten sind geschult im schnellen Vorstoß und lieben den Kampf aus nächster Nähe. Einheiten der schweren Klasse schleppen als einzige einen Raketenwerfer sowie schwere Geschütze wie Maschinengewehre mit in den Kampf. Sie sind also ideal zur Bekämpfung gepanzerter Aliens oder zur Zerstörung von Deckungen geeignet. Ein vitaler Bestandteil eins gut geölten Squads sind zudem die Unterstützungssoldaten. Die sind vielseitig einsetzbar, helfen ihren Kollegen mit schützenden Rauchgranaten aus und brillieren zudem beim Einsatz von Medipacks. Und zu guter Letzt wären da die Scharfschützen, die mit ihren Präzisionsgewehren ein Alien nach dem anderen umholzen. Die Kombination dieser Klassen ist Trumpf und entscheidet oft über Sieg oder Niederlage.
Personalisierte Kämpfer statt austauschbarem Kanonenfutter
Quelle: polygon
Die Zutat, die (neben den im nächsten Punkt erwähnten Alientypen) dafür sorgt, dass die Gefechte auch längerfristig Spaß machen, sind die coolen Fähigkeiten der verschiedenen Soldatenklassen.
Die Zutat, die (neben den im nächsten Punkt erwähnten Alientypen) dafür sorgt, dass die Gefechte auch längerfristig Spaß machen, sind die coolen Fähigkeiten der verschiedenen Soldatenklassen. Mit jeder überstandenen Mission sammeln die Truppen Kampferfahrung und verdienen sich somit ab und an Stufenaufstiege. Und wie es für Level-ups üblich ist, bedeutet das die Wahl einer neuen Fähigkeit. Die Skills sind allesamt sehr mächtig, schließen sich aber fast immer gegenseitig aus. Soll der frisch beförderte Unterstützungssoldat mit der Wächter-Fähigkeit einen zweiten Reflexschuss pro Runde erhalten oder stattdessen effektiver im Umgang mit Medipacks werden? Knifflig! Gepaart mit der Möglichkeit, jeden Soldaten komplett zu individualisieren, wachsen einem die Kerle und Frauen mit fortschreitender Spielzeit immer mehr ans Herz. Selbst einen Spitznamen verdienen sich die Soldaten mit genügend Stufenaufstiegen. Es motiviert ungemein, die Einheiten mühevoll hochzupäppeln und sie von einem Einsatz zum nächsten durch die harten Gefechte zu begleiten. So wachsen einem die Kerle und Frauen zunehmend ans Herz. Doch umso schmerzhafter ist dadurch natürlich der Verlust eines liebgewonnen Squadmitglieds. Denn wer im Kampf fällt, ist auch wirklich dauerhaft verloren! Ebenso müssen sich angeschossene Kämpfer nach der Mission in der Basis von ihren Wunden erholen und fehlen so eventuell im nächsten Gefecht. Dadurch weiß man seine Mannen erst recht zu schätzen und schickt niemanden leichtfertig in den Tod.
Sehr unterschiedlich agierende, stimmungsvoll designte Aliens
Quelle: 2k Games
Die Alien-Streitkräfte bestehen aus grundverschiedenen Spezies.
Die Alien-Streitkräfte bestehen aus grundverschiedenen Spezies, die sehr individuell agieren und einzigartige Spezialfähigkeiten einsetzen. Jeder Erstkontakt mit einer neuen Spezies zählt daher zu den spannendsten Momenten im Spiel, da die Außerirdischen mit ihrer Handlungsweise teilweise sogar bisher erfolgreiche Taktiken komplett über den Haufen werfen und euch zum Improvisieren zwingen. Das führt hin und wieder zu einmaligen Schockmomenten, in denen einem kurz das Herz in die Hose rutscht. Überhaupt verhalten sich die Gegner meist clever, konzentrieren ihr Feuer gezielt auf verwundete Soldaten und achten stets gut auf ihre Umgebung. Speziell auf den höheren Schwierigkeitsstufen müsst ihr daher alle Taktik-Register ziehen, um zu überleben. Und toll gestaltet sind die Fieslinge obendrein auch noch.
Gute Gamepad-Steuerung
Lob gilt den Entwicklern für die gut umgesetzte Bedienung mit dem Pad. Bereits nach wenigen Minuten hat man die durchdachte Steuerung verinnerlicht. Mit dem linken Analog-Stick werden Truppen bequem verschoben, die Schultertasten dienen zum Durchschalten der Squadmitglieder. Einzig das Nutzen von Spezialfähigkeiten hätte weniger umständlich sein können, da man jedes Mal erst in den Zielmodus wechseln muss, dort den Skill auswählt und dann wieder zurück in den Bewegungsmodus gelangt, um das Ziel für die Fähigkeit festzulegen.
