Wing Island

Test

Kann Hudsons Flugabenteuer an den Erfolg von Pilotwings anknüpfen?

Die Kontrolle über alle fünf Maschinen liegt wahrlich in eurer Hand.
BILD: N-ZONE Quelle: videogameszone.de Die Kontrolle über alle fünf Maschinen liegt wahrlich in eurer Hand. BILD: N-ZONE Früher waren sie Konkurrenten, heute sind sie Partner geworden: Spätestens seit der Ankündigung der Virtual Console gingen Nintendo und Hudson auf Kuschelkurs. So erscheinen Woche für Woche Klassiker aus Turbografx-Zeiten zum Download für die Wii. Zumindest online scheint der Softwarenachschub der Dritthersteller nicht zuletzt dank Hudson sichergestellt. Und wie heißt es doch so schön: Eine Hand wäscht die andere. In Europa veröffentlicht Nintendo nun Hudsons Wing Island, eine nette kleine Flugsimulation, die entfernt an den Klassiker Pilotwings erinnert.

Rolle links, Rolle rechts und Formation!

In der Rolle einer kleinen Ente, die sich in Propellermaschinen und Doppeldeckern pudelwohl fühlt, übernehmt ihr das elterliche Luftfahrt-Unternehmen Wing Inc., um wieder ordentlich Kohle in die Kassen zu spülen. Auf insgesamt drei verschiedenen Inseln, die nach und nach freigespielt werden, müsst ihr in 27 Missionen euer Können unter Beweis stellen. Als kleiner Nachwuchs-Aviator sind die ersten Missionen noch leicht zu meistern, werden aber zunehmend komplexer.

Mal mit einer einzelnen Propeller-Maschine am Himmel, dann wieder in einer Fünfer-Staffel fotografiert ihr Vögel, liefert Medizin aus, transportiert Holzvorräte oder löscht ganze Waldbrände. Auch ohne Flugschein in der Tasche müsst ihr keine Angst vor einer Bruchlandung haben, denn Hudson setzt auf eine intuitive Steuerung mittels Wii-Fernbedienung.

Neigt ihr diese nach vorne oder hinten, geht euer Flieger in den Sinkflug bzw. steigt den Wolken entgegen, Bewegungen nach links und rechts sorgen für Richtungsänderungen oder geschickte Rollen und spektakuläre Wendemanöver. Schnellt ihr mit der Fernbedienung ruckartig nach vorne, aktiviert ihr einen Boost, zuckt ihr plötzlich zurück, folgt ein radikales Bremsmanöver. Wenn ihr mit einer ganzen Armada an Fliegern unterwegs seid, bestimmt ihr zusätzlich mittels Knopfdruck und wildem Gefuchtel auch die Formation.

Dies hat folgenden Vorteil: Im "Linienflug" seid ihr beispielsweise schneller, um Transporte in Rekordzeit durchzuführen, während die breite V-Formation zum Löschen von Flächenbränden optimal ist. So bringt ihr mit jeder Mission den elterlichen Betrieb weiter in Schwung und investiert das verdiente Geld anschließend in neue Flugzeuge und bessere Motoren.

Hauptsache herumgefuchtelt?

BILD: N-ZONE BILD: N-ZONE Es klingt durchaus spannend, mit einem Geschwader von Doppeldeckern den Himmel zu durchpflügen. Doch nach ein paar Flugstunden stellt sich schnell der Sättigungseffekt ein und die Mängel werden sichtbar. Ich kann nachvollziehen, wenn Entwickler die innovativen Features einer Konsole ausnutzen wollen, aber Hudson hat bei der Steuerung zu viel experimentiert und belastet damit die Spielbarkeit.

Das Herumfuchteln, um den Formationsflug zu ändern, ist weder einfach noch intuitiv und das ständige Gezucke für den Boost nervt. Stattdessen wäre weniger mehr gewesen und man hätte sich auf zusätzliche Inseln und umfangreichere Missionen konzentrieren sollen. So bleibt unter dem Strich ein nettes Flugspielchen, über dessen optische Präsentation wir hier allerdings den wohlwollenden Mantel des Schweigens breiten. Als kleiner Geheimtipp sei euch der kurzweilige Zweispielermodus ans Herz gelegt.

Bildergalerie: Wing Island
Bild 1-3
Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (4 Bilder)

Wertung zu Wing Island (Wii)

Wertung:

69 /10
Pro & Contra
Sehr leicht zugänglichInteressante Missionen
Geringer UmfangTeilweise nervende Steuerung
Fazit

Solide Flugsimulation mit netten Missionen, aber wenig Umfang und Langzeitmotivation

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