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  • Watch Dogs 2: Aus Fehlern gelernt - Open-World-Fortsetzung angespielt!
    Quelle: Ubisoft

    Watch Dogs 2: Kompetente Fortsetzung, die anscheinend konsequent aus den Fehlern des Vorgängers gelernt hat

    Watch Dogs 2 angespielt: Ein Hipster, ein Hacker und ein Oberlippenbartträger kommen in eine Bar. Alle tragen eine ziemlich dümmlich aussehende Hornbrille, heißen Marcus Holloway und sind der Held von Watch Dogs 2. Wir verzeihen dem Helden der Hacker-Fortsetzung angesichts der vielversprechenden Qualität des Titels sein Outfit aber gerne.

    Ach, Watch Dogs: Das erste für die damals noch frischen Konsolen PS4 und Xbox One präsentierte Spiel sorgte bei seiner Enthüllung durch die geradezu bombastische Grafik für einen wahren Begeisterungssturm. Auch das Gameplay wirkte durchaus innovativ und vermengte Third-Person-Stealth-Action mit interessanten Hacking-Mechaniken.

    Als das Spiel knapp zwei Jahre später erschien, war von dieser Euphorie nicht mehr allzu viel übrig. Klar, jede Menge Spaß machte es immer noch, entpuppte sich aber als ein recht alltägliches Open-World-Spiel mit deutlich heruntergeschraubter Grafik und einer uninteressanten Geschichte.

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    Watch Dogs 2: E3-Fazit mit neuen Infos zum Spiel
    Spielecover zu Watch Dogs 2
    Watch Dogs 2

    Beim Nachfolger ist spürbar, dass Ubisoft einen solche Meinungsumschwung verhindern will: Anstatt jahrelangem Hype gab es erst vor kurzer Zeit die Ankündigung, für den November ist der Release angesetzt - und wir durften bereits eine eindeutig ziemlich weit fortgeschrittene Version des Abenteuers auf der E3 ausprobieren. Was noch viel wichtiger ist: Die Entwickler haben eindeutig dazugelernt und dürften das Versprechen, dass man sich als Spieler wie ein quasi allmächtiger Hacker fühlt, diesmal deutlich konsequenter umsetzen.

    Hipster-Heroe

          

    Aber der Reihe nach. Auch bezüglich der Spielwelt und des Helden hat man sich von Altlasten getrennt: Anstatt nach Chicago zieht es und diesmal nach San Francisco, und Aiden Pierce - der blass-unsympathische Protagonist des Vorgängers - muss Neu-Hacker Marcus Holloway weichen. Das junge Technikgenie ist Teil des an Anonymus angelehnten Hacker-Kollektivs DeadSec, mit dem wir bereits im ersten Spiel Bekanntschaft gemacht haben. Nun jedoch spielt die Organisation eine deutlich größere Rolle und ihre Mitglieder begleiten Marcus via Ohr-Micro rund um die Uhr. Zur Geschichte und dazu, warum es Marcus zu DeadSec zogen, wissen wir aktuell noch nicht allzu viel; mal sehen, ob es den Entwicklern gelingt, uns diesmal mit den Figuren mitfiebern zu lassen. Zumindest in der Demo wirkten die Charaktere wieder eher blass; unser Hipster-Held scheint vor allem dadurch charakterisiert zu werden, dass er jung und hip ist und eine Hornbrille trägt. Einer seiner Hacker-Kollegen kommt gar mit einer leibhaftigen Emotion-Brille daher, die seine Emotionen per LED-Anzeige auf sein Gesicht zaubert. Das setzt sich zwar einerseits durch die deutlich leichtere Grundstimmung angenehm von der lahmen Atmosphäre des Erstlings ab, wirkt aber auch reichlich bemüht. Meistervolle Geschichtenerzähler oder Figuren-Ersinner sind die Mannen bei Ubisoft anscheinend nach wie vor nicht. Wir lassen uns aber natürlich auch sehr gerne im November vom Gegenteil überzeugen, und ohne jede Frage ist der sehr auf Internet- und Jugendkultur ausgelegte Stil voller Anspielungen auf Memes und andere Internet-Phänomene auch schlichtweg Geschmacksache.

    11:02
    Watch Dogs 2: Gameplay-Demo - Hacken, Gadgets und Parkour
    Spielecover zu Watch Dogs 2
    Watch Dogs 2

    Drunter, drüber, hintenüber

          

    Watch Dogs 2: Die ersten Bilder aus der Fortsetzung (4) Watch Dogs 2: Die ersten Bilder aus der Fortsetzung (4) Quelle: Ubisoft Das ist - nach unseren bisherigen Erlebnissen - vorerst aber auch die größte Kritik an Watch Dogs 2. Ansonsten waren wir von dem, was wir zu sehen bekamen, ziemlich angetan. Sehr nett ist schon alleine die Tatsache, dass Marcus sich deutlich agiler und eleganter durch die Stadt bewegen kann als Aiden. Wo dieser gerne einmal von hüfthohen Hindernissen ausgebremst wurde, springt, rutscht und rollt der Parkour-erfahrene Marcus über Stock und Stein, dass es eine Freude ist. Nicht falsch verstehen - mit Assassin's Creed haben wir es hier dennoch nicht zu tun, das Erklimmen von Wänden und Türmen überlässt der Protagonist nach wie vor lieber den Meuchelmördern. Dennoch macht es einfach deutlich mehr Spaß, durch die Gegend zu rennen als im ersten Watch Dogs. Eine andere Eigenschaft hat sich Marcus aber recht frech von den Assassinen geklaut, kann er doch nun auf Knopfdruck eine spezielle Sicht aktivieren und somit wichtige Objekte in der Welt hervorheben. Nachdem dieses Feature mit Primal vor kurzem auch den Einzug ins Far Cry-Universum gefunden hat, warten wir nur noch auf die Bestätigung, dass sämtliche Ubisoft-Spiele eigentlich Teil einer großen, zusammenhängenden Erzählung sind!

    Kampfkunst mit Kugel

          

    Wir bekommen nicht nur durch die Steuerung mehr Bewegungsfreiheit - auch das Missionsdesign wird offener. San Francisco ist eine große Stadt - etwa doppelt so groß wie Chicago im Vorgänger - und vollgestopft mit Dingen, die wir tun können. Hacking-Aufträge, das Ausheben von Feindesgebieten, das Beschaffen von Informationen für DeadSec; von unserem Smartphone aus haben wir Zugriff auf zahlreiche Missionsarten. Noch nicht gänzlich sicher sind wir uns, wie weit die Freiheit bezüglich der Hauptmissionen geht; anscheinend haben wir auch hier oftmals die Wahl, in welcher Reihenfolge wir sie angehen wollen. Die Fortbewegung erfolgt erneut entweder via freigeschalteten Schnellreisepunkten oder - für all jene, die lieber selbst Meilen machen wollen - mittels diversen Fahrzeugen wie Motorrädern oder Autos. Die Steuerung dieser wurde nach Kritik am Fahrverhalten im Vorgänger verbessert, wie uns Level Design Director Falco Poiker erklärte. Die Verbesserungen waren während einer kurzen Autofahrt in der Demo zwar noch nicht offensichtlich, grundsätzlich gab es an der Steuerung aber auch nichts auszusetzen.

    Watch Dogs 2: Marcus Holloway schlägt im Nahkampf ordentlich zu Watch Dogs 2: Marcus Holloway schlägt im Nahkampf ordentlich zu Quelle: Ubisoft
    Die Missionen selbst können wir, wie auch im Vorgänger, die meiste Zeit auf verschiedene Art und Weise angehen: Die Entwickler entscheiden grob zwischen den vier Varianten Action, Hacking, Stealth und Manipulator, die natürlich frei kombiniert werden können. Action spricht für sich: Mit Pistole, Maschinengewehr und Co. kämpfen wir, wenn gewünscht, bleihaltig für die Sache DeadSecs. Schön: Erneut gibt es in dem Missionen, die uns zumeist in streng bewachte Feindesgebiete führen, keine festen Zugänge. Wir haben also schon in dieser Hinsicht viele Möglichkeiten und Startpunkte, zwischen denen wir wählen können. Das Deckungssystem, das uns auf Knopfdruck von Cover zu Cover huschen lässt, ist wieder mit an Bord, wirkt aber weniger fehleranfällig. Auch ein simples Nahkampf-System ist Teil der Action - wir teilen mit einer an einer Schnur befestigten Kugel ordentlich Schmerzen aus - brutal, aber effektiv!

    Wie eine Drohne so frei

          

    Wer nicht auf Action steht, der kann sich oftmals völlig aus allen Konfrontationen raushalten: Einfach in Kameras oder andere Systeme gehackt, reicht es oftmals schon aus, einfach in der Nähe des Zielgebiets zu stehen, um etwa an dringend benötigte Computer-Daten zu gelangen. Wieder einmal können wir von Kamera zu Kamera springen und uns somit in vielen Gebieten quasi frei bewegen. Neu sind jedoch zwei coole Spielzeuge: Einerseits verfügen wir ab sofort über eine kleine Flugdrohne, die wir jederzeit innerhalb eines gewissen Radius auf Erkundungstour schicken können. Auch von ihr aus können wir Leute (dazu gleich mehr) und Geräte hacken oder uns einfach einen Überblick verschaffen und zum Beispiel Feinde markieren. Andererseits besitzen wir eine zweite, fahrbare Drohne, die wir unter den Füßen unserer Feinde hindurchlotsen können. Während die Flugdrohen ein primär observierendes Tool ist, verfügt die fahrbare Drohne über eine praktischen ausfahrbaren Arm, mit dem sie etwa Computer direkt manipulieren kann.


    Variante drei, Stealth, sieht vor, dass wir uns zwar ins Feindesgebiet begeben, ohne jedoch entdeckt zu werden. Widersacher werden umgangen oder lautlos ausgeschaltet - logisch. Hier kommt das erweiterte Personen-Hacking zum Einsatz, bei dem wir illegal Zugriff auf andere Smartphones und Tablets erhalten. Früher hatten wir pro Person genau eine Hacking-Methode: Zivilisten konnten wir das sauer verdiente Ersparte vom mobilen Bankkonto klauen, Bösewichte durften wir unter anderem in die Luft sprengen oder ablenken. Nun aber verfügen wir stattdessen über ein Hacking-Menü, in dem uns bis zu vier verschiedene Optionen offen stehen: Zivilisten etwa können nun ebenfalls abgelenkt werden, indem wir ihr Handy klingeln lassen. So kann es nicht mehr wie im ersten Teil passieren, dass wir einem Krebspatienten die letzten Kröten aus der Tasche ziehen, bevor wir merken, wen wir da eben bestohlen haben und es nicht mehr rückgängig machen können - Spieler mit Moral freuen sich. Und bei Bösewichten verfügen wir nun eben auch über mehrere Möglichkeiten, sie zu hacken, was unser Stealth-Erlebnis deutlich komfortabler macht; dafür müssen wir uns nun auch mit Wachhunden auseinandersetzen, denen unsere Hacking-Talente natürlich reichlich egal sind. Da hilft aber wiederum unsere neue Taser-Pistole.

    Ferngesteuerter Autospaß

          

    Die Manipulator-Methode schlussendlich profitiert ebenfalls vom deutlich erweiterten Hacking, diesmal bei Geräten. Wo wir bisher etwa bei Autos nur die Alarmanlage aktivieren konnten, steht es uns jetzt auch frei, sie auf Knopfdruck mit Vollgas einige Meter nach vorne, hinten, links oder rechts fahren zu lassen. Wehe dem Gegner, der da unserem unbemannten Gefährt im Wege steht - Stephen King hätte seine Freude. Aber generell gilt, dass sich viel mehr Objekte hacken lassen und hierbei deutlich mehr Varianten zur Verfügung stehen. Hebebühnen können jetzt etwa frei bedient statt nur nach oben und unten gefahren zu werden, allerlei Gerätschaften lassen geräuschvolle Ablenkungen zu ... und, und, und. Im direkten Vergleich wirken Watch Dogs und das Gimmick-hafte Hacking dort in dieser Hinsicht wie eine Demo, deren Potenzial nun in der Fortsetzung - hoffentlich - endlich realisiert wird.

    Watch Dogs 2: Marcus Holloway und seine Freunde von DeadSec Watch Dogs 2: Marcus Holloway und seine Freunde von DeadSec Quelle: Ubisoft

    Held ohne Moral

          

    Gut auch, dass unnötige Elemente wie das aufgesetzt wirkende Moral-System des Erstlings ersatzlos gestrichen wurde. Stattdessen sammeln wir nun nur noch Follower, die im Spiel als eine Art Erfahrungspunkte dienen und uns den Kauf praktischer Updates erlauben. Einmal erhalten, bleiben uns unsere Follower übrigens treu und können nicht wieder verloren werden. Kleines, aber feines Detail: Die vielleicht stylische, aber völlig unbrauchbare und in Schwarz gehaltene Map weicht diesmal einer bunten Variante, auf der tatsächlich zu sehen ist, wo man sich befindet. Ebenfalls weggefallen sind die Hacker-Angriffe durch fremde Spielercharaktere, welche einem im Vorgänger regelmäßig in völlig unpassenden Momenten aus dem Spielfluss gerissen haben. Statt kompetitiver Action gibt's diesmal Koop-Missionen mit jeweils einem weiteren Spieler, der jederzeit in unserer Welt auftauchen kann. Wir durften bereits eine solche Koop-Mission spielen und hatten durchaus Spaß: Zu zweit hackt es sich deutlich einfacher, aber auch kurzweiliger. Und weil die Online-Funktionen diesmal wesentlich weniger penetrant zu sein scheinen, könnten sie das Spiel tatsächlich bereichern.

    Watch Dogs 2: Die ersten Bilder aus der Fortsetzung (3) Watch Dogs 2: Die ersten Bilder aus der Fortsetzung (3) Quelle: Ubisoft Jetzt muss Ubisoft nur noch eines beweisen: Dass sie aus dem Open-World-Einerlei der vergangenen Jahre gelernt haben und sich weg bewegen vom Türme erobern, Stadtbezirke freischalten und zig Sammelitems aufklauben. Diese immergleiche Spielgestaltung, die sich durch fast alle Serien des Publishers zieht, hat sich inzwischen deutlich überlebt. Wie auch bei Tom Clancy's Ghost Recon: Wildlands scheinen sich die Entwickler vorgenommen zu haben, dieser Kritik zu folgen und auf Qualität statt Quantität zu setzen. Der offene Aufbau der Spielwelt soll für ein ebenso offenes Gameplay genutzt werden; nun, zumindest ist es das, was die Macher behaupten. Ob Watch Dogs 2 dieses Versprechen erfüllt, erfahren wir ja bereits in wenigen Monaten. Die Chancen, dass hier ein richtig gutes Open-World-Abenteuer auf uns zukommt, stehen zumindest gut.

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Watch Dogs 2
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http://www.videogameszone.de/Watch-Dogs-2-Spiel-55550/News/Fortsetzung-des-Hacker-Abenteuers-angespielt-1198283/
13.06.2016
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