WRC 8 in der Vorschau: Fordernde Rallye-Action - Konkurrenz für Dirt Rally 2.0?
Special
Rallye-Freunde aufgepasst: Nach gut zweijähriger Pause erwartet euch im September diesen Jahres der neueste Teil der offiziellen WRC-Rennsimulation. Der insgesamt achte Ableger der vom französischen Studio Kylotonn entwickelten Racing-Serie wartet auch dieses Mal mit jeder Menge Inhalten und einem fordernden Fahrerlebnis auf. Wir konnten den Titel auf der Bigben Week 2019 anspielen und verraten euch unsere ersten Eindrücke.
Mit Dirt Rally 2.0 haben Codemasters zu Jahresbeginn wohl den aktuellen Genre-Primus im Bereich der Rallye-Simulationen herausgebracht. Nun schicken sich Publisher Bigben Interactive und Entwickler Kylotonn Studios allerdings an, mit WRC 8 ordentlich am Thron zu rütteln. Dabei bauen die französischen Macher besonders auf ihr umfangreiches Lizenzpaket. Wie der volle Name "WRC 8 FIA World Rally Championship" bereits vermuten lässt, verfügt der Titel nämlich über alle offiziellen Strecken und Fahrer der Rallye-Weltmeisterschaft. Heißt: Insgesamt erwarten euch über 100 Stages aus 14 verschiedenen Ländern - darunter beispielsweise Klassiker wie Monte Carlo oder Schweden aber auch das deutsche Moselland. Obendrauf bekommen Fans natürlich alle bekannten Fahrer - wie etwa den sechsmaligen Champion Sébastien Ogier.
Spielerisch stellt euch WRC 8 erneut vor zahlreiche Herausforderungen. Durch die Masse an unterschiedlichen Schauplätzen müssen sich Fahrer jedes Mal auf neue Bedingungen einstellen. An jedem Veranstaltungsort findet ihr andere Untergründe vor - sei es nun loser Schotter, trockener Asphalt oder eine vereiste Schneepiste. Als große Neuerung kommen dann noch die dynamischen Wettereffekte hinzu, die noch einmal für zusätzliche Spannung sorgen. So können die äußeren Umstände während des Rennens innerhalb nur weniger Minuten von strahlendem Sonnenschein in einen handfesten Regensturm umschlagen. Das hat dann wiederum Auswirkungen auf das Fahrverhalten eurer Wagen. Wenn sich Wasser in Pfützen auf der Straße sammelt und so die Traktion vermindert, erschwert das das Handling spürbar.
Quelle: KT Racing / Bigben Interactive
WRC 8 in der Vorschau (1).
Zusätzliche Authentizität bekommt der Titel durch die überarbeiteten Kopiloten. Die waren in den Vorgängern wohl vielen zu statisch und unnatürlich. Deshalb hat sich Kylotonn für WRC 8 extra mit Schauspielern zusammengetan, damit die Anweisungen vom Beifahrersitz aus nun noch lebensechter rüberkommen. Auch in Sachen Modifizierung schreiben die Macher Realismus groß: Vor jedem Rennen habt ihr die Möglichkeit, gefühlt jedes Fahrzeugteil individuell zu modifizieren. Wollt ihr weiche oder harte Reifen? Eine harte oder lockere Aufhängung? Eine lange oder kurze Übersetzung? Mit Hilfe verschiedenster Regler lässt sich das Alles haargenau einstellen. Obendrauf dürft ihr euch durch das An- und Ausschalten diverse Fahrhilfen wie ABS oder TCS sowie die Wahl aus vier Schwierigkeitsgraden noch einmal ein ganz persönliches Fahrerlebnis zusammenstellen.
Quelle: KT Racing / Bigben Interactive
WRC 8 in der Vorschau (3).
Und wie spielt sich das nun? Richtig knackig! Besonders mit Gamepad oder Force Feedback Lenkrad liefert WRC 8 sehr anspruchsvolles, aber auch sehr unterhaltsames Gameplay. Die Steuerung ist direkt, die Fahrphysik so realitätsgetrau wie nur selten zuvor. So fühlt ihr euch schnell, als würdest ihr selbst im Wagen sitzen und den täuschend echt klingenden Motor zum Röhren bringen. Rallye-Feeling macht sich in WRC 8 sehr schnell breit. Übermütig werden solltet ihr dabei aber nicht. Das Spiel kann nämlich auch ziemlich gnadenlos sein, kleine Fehler können vehemente Konsequenzen nach sich ziehen. Bei uns dauerte es daher einige Zeit, bis wir unseren PS-Boliden zumindest weitestgehend unter Kontrolle hatten.
Gerade zu Beginn kommt es aber öfters mal vor, dass ihr euch dreht, in die Bande kracht oder auch einmal auf dem Dach landet. Schade ist in diesen Momenten, dass WRC 8 über kein realistisches Schadensmodell verfügt. Die verschiedenen realitätsgetreuen Karossen, etwa der Citroen C3 oder der Ford Fiesta WRC, werden zwar im Verlauf des Rennens schmutzig, zerstören lassen sie sich aber nicht. Ihr verliert nicht einmal optische Kleinteile wie Schürzen oder Spoiler. Immerhin lassen sich eure internen Schäden mithilfe eines Displays am unteren Bildrand nachvollziehen. Dort seht ihr, wie sehr Reifen, Motor und Bremsen unter eurem Fahrstil leiden und welche Auswirkungen das für die Performance eures Wagens hat. Zu viele Zusammenstöße bringen zudem hörbar den Motor zum Rattern, bis er schließlich den Geist aufgibt und ihr das Rennen beenden müsst.
Quelle: KT Racing / Bigben Interactive
WRC 8 in der Vorschau (4).
Passt also immer auf, wo ihr hinfahrt und lasst euren Blick stets auf die Strecke gerichtet. Das sollte euch zugegebenermaßen ohnehin nicht so schwerfallen, haben die Kulissen von WRC 8 grafisch doch noch die ein oder anderen Makel. Die Fahrzeugmodelle sowie deren Innenräume haben uns zwar gut gefallen. Die Strecken leiden aber schon mal unter Detail- und Texturarmut. Hier und da hatten wir Probleme mit Pop-Ins und flackernden Schatten, gerade die Weitsicht zeigte sich noch etwas verbesserungswürdig. Meist starrt ihr nur auf einen grauen Horizont. Bäume und Sträucher sehen aus der Ferne schon gerne mal ein wenig flach aus.
Quelle: KT Racing / Bigben Interactive
WRC 8 in der Vorschau (5).
Schade fanden wir obendrein, dass es zumindest nach unserem jetzigen Kenntnisstand keine Classic-Cars wie den Lancia Delta Integrale gibt. Dieser Umstand wird aber immerhin dadurch ausgeglichen, dass der Titel inhaltlich sonst keinen Grund zum Meckern gibt: Im neuen Karriere-Modus, in dem ihr euch von der Junior WRC bis an die Spitze der Rallye-Königsklasse kämpft, erwarten euch zusätzliche RPG- und Management-Elemente. Zudem bietet euch WRC 8 ein knapp 40 Quadratkilometer großes Trainingsareal sowie einen umfangreichen Multiplayer mit Online-Ranglisten, wöchentlichen Herausforderungen und einem Splitscreen-Modus.
Meinung
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