Virtua Tennis 3

Test Manfred Patrick Reichl

Erster Aufschlag für die legendäre Tennis-Serie auf einer Microsoft-Spielkonsole

Die Animationen sehen authentisch aus und der Wiedererkennungswert der Stars (hier Roger Federer) ist beachtlich. Die Animationen sehen authentisch aus und der Wiedererkennungswert der Stars (hier Roger Federer) ist beachtlich. Lange Jahre war Virtua Tennis die absolute Referenz unter den Tennis-Spielen, doch dann verdrängte Top Spin die Serie vom Thron. Top Spin 2 auf der Xbox 360 legte die Messlatte noch einmal ein gutes Stück höher. Doch nun schickt sich Sega mit dem dritten Teil der Virtua Tennis-Reihe an, die Genre-Krone zurückzuerobern.

Wie beim großen Rivalen steht auch in Virtua Tennis 3 ein Karriere-Modus im Mittelpunkt der Einzelspieler-Modi. Dieser nennt sich World Tour und läuft nahezu identisch ab wie der Karriere-Modus in Top Spin 2. Zu Beginn erstellen Sie eine männliche oder weibliche Spielfigur, die Sie anschließend auf Platz eins der Sega-Professional-Tennis-Rangliste führen dürfen.

Sie beginnen auf Platz 300 und arbeiten sich nach vorne, indem Sie bei Turnieren gut abschneiden. Anfangs können Sie aber nur an unbedeutenderen Wettbewerben teilnehmen, erst wenn Sie auf der Rangliste Boden gutgemacht haben, erlaubt man Ihnen, auch bei prestigeträchtigeren Veranstaltungen mitzumachen. Erfreulicherweise dauert es nicht so lange wie in Top Spin 2, um als Sieger aus einem unbedeutenderen Turnier hervorzugehen.

Um in die nächste Runde zu gelangen, müssen Sie lediglich zwei Aufschlagspiele gewinnen. Trotzdem entpuppen sich die kleinen Turniere schnell als eine eher langweilige Angelegenheit, da deren Schwierigkeitsgrad nicht sehr anspruchsvoll ist. Erst mit zunehmender Bedeutung der Veranstaltungen zieht die künstliche Intelligenz der von der Konsole gesteuerten Gegner an. Tennis-Fans dürften es zudem sehr schade finden, dass Virtua Tennis 3 nicht über Turnier-Lizenzen verfügt. Bei sämtlichen Wettbewerben handelt es sich um fiktive Veranstaltungen. Immerhin führt Sie die World Tour aber an eine Vielzahl von Schauplätzen und echtes Tour-Feeling kommt definitiv auf. Dafür sorgen auch 20 lizenzierte Tennis-Profis. 13 Herren der Schöpfung und sieben Damen sind mit von der Partie.

Wie es sich für einen echten Karriere-Modus in einem Sportspiel gehört, müssen Sie auch in der World Tour Ihren männlichen oder weiblichen Charakter verbessern, indem Sie dessen Fähigkeiten steigern. Dies schaffen Sie in Übungs-Spielchen. Dazu marschieren Sie entweder in die Tennis-Akademie oder bestreiten eines von zwölf Mini-Spielen. In der Tennis-Akademie üben Sie die Steuerung des Spiels. Im Serve&Volley-Training müssen Sie beispielsweise eine vorgegebene Anzahl an Schmetterbällen zeigen, um die Lek­tion erfolgreich abzuschließen.

Weniger ernst geht es in den Mini-Spielen zur Sache (siehe auch Extrakasten). Diese tragen so skurrile Titel wie Ballonpanik, Lawine oder Super-Bingo. Meistens geht es darum, Treffsicherheit zu beweisen. Diese Mini-Spiele sind sehr unrealistisch und haben allesamt nichts mit den "echten" Trainingsmethoden eines professionellen Tennis-Stars gemein, bieten aber deutlich mehr Abwechslung als die Trainings-Einheiten im Rivalen Top Spin 2.

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