Virtua Fighter 5

Test

Virtua Fighter 5 hält Einzug auf der 360 - zwar ein halbes Jahr später als die PS3-Version, aber dafür mit Online-Modus!

Nichts geht über Geschwisterliebe. Hier: Sarah und Jacky Bryant. Nichts geht über Geschwisterliebe. Hier: Sarah und Jacky Bryant. Einer der besten Kaufgründe für die PS3 war bis vor einem halben Jahr noch das lang herbeigesehnte Virtua Fighter 5. Sony-Anhänger rieben sich schmunzelnd die Hände; Xbox-Fans mussten in den sauren Apfel beißen, ihre neidischen Blicke abwenden und sich mit einem hochwertigen, aber nicht mehr ganz frischen Dead or Alive 4 zufriedengeben. Überraschend kündigte Sega Ende letzten Jahres doch eine 360-Portierung der populären Prügelspiel-Serie an, die als Entschädigung ein wenig aufgebohrt wurde.

Nachdem bereits die zahlreichen Vorgänger und insbesondere der brillante vierte Teil auf ganzer Linie überzeugten, waren die Erwartungen an einen Nachfolger natürlich recht hoch. Und um das gleich mal vorweg zu nehmen: Weder über- noch untertrifft Virtua Fighter 5 diese Erwartungen. Es hält mit fast schon dreister Leichtigkeit das Niveau der vorangegangenen Teile. Das ist auch nicht sonderlich schwer, wenn man nahezu alles beim Alten lässt und Neuerungen nur äußerst sparsam dosiert beigibt. Stichwort: Tutorial. Die praktische Einführungshilfe gibt es nicht mehr, lediglich der Trainingsmodus, in dem Sie sämtliche Schlagkombinationen nach Lust und Laune ausprobieren können, ist vorhanden. Dies macht den Einstieg für blutige Anfänger zwar einen Tick kniffliger, fällt unterm Strich aber nicht allzu schwer ins Gewicht. Vielmehr sind es die Arenen, die ein wenig Missfallen erregen. Zum einen hält sich der Interaktionsgrad stark in Grenzen und bietet bis auf ein paar splitternde Bodenfließen und krachende Holzwände nahezu überhaupt nichts. Zum anderen wirkt das Umgebungsdesign ein wenig steril. Imposante Locations wie die dynamischen Wasserfälle und der detailreiche Schrein sind leider Mangelware. Die typische Durchschnitts-Arena kommt mit ein paar Felsen und Bäumen im Hintergrund aus. Schade!

Beim Spiel selbst dürfte das Konzept von "Aufeinander eindreschen, bis der andere am Boden liegt" jedem bekannt sein. Virtua Fighter 5 hebt sich von der Konkurrenz jedoch insbesondere durch seine absolut präzise Steuerung ab, die Hunderte von verschiedenen Schlag- und Tritt-Combos ermöglicht. Für die wirklichen Profis entscheiden teilweise Bruchteile von Sekunden den Ausgang eines Kampfes. Einfaches Knöpfchenhämmern bringt hier gar nix oder zumindest nur in den unteren Schwierigkeitsgraden. Taktik und das Auswendiglernen von Tastenkombinationen sind gefragt, wenn man in der obersten Liga mitspielen will. Jeder der insgesamt siebzehn Charaktere bietet dabei völlig unterschiedliche Techniken und Kampfstile, allesamt mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Bekannte Virtua Fighter-Veteranen wie Akira Yuki, Shun Di und Vanessa Lewis sind dabei ebenso mit von der Partie wie die beiden Neuzugänge El Blaze und Eileen. Ersterer weiß mit exzellenten Wrestling-Moves zu begeistern, die zierliche Eileen hingegen punktet mit graziöser fernöstlicher Kampfkunst.

Überdies bietet Virtua Fighter 5 einen Online-Modus, in dem Sie und ein unbekannter oder wahlweise vertrauter Kontrahent sich gegenseitig die Köpfe einschlagen können. Das Ganze ist nett und funktioniert so weit auch ganz gut, macht aufgrund fehlender physischer Ellenbogen-Rangeleien jedoch nur halb so viel Spaß und wird deswegen das traditionelle Arcade-Feeling in hundert Jahren nicht verdrängen können. Ansonsten: Daumen hoch für einen weiteren gut gelungenen Virtua Fighter-Ableger, mit dem die Serie Einzug ins 360er-Spielerepertoire erhält.

Bildergalerie

Wertung zu Virtua Fighter 5 (X360)

Wertung:

89 /10
Pro & Contra
Zwei neue CharaktereGewohnt fesselnde Arcade-KämpfeJetzt auch mit Online-Modus!Flüssige, natürliche Animationen
Hintergründe wirken teils steril
Fazit

Kultiges Arcade-Beat-‘em-Up in glanzvollem Next-Gen-Gewand. Kleinere Mängel schmälern das positive Gesamtbild nur geringfügig.

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