Untold Legends: The Warrior's Code

Test Christian Schönlein

Gepflegtes Haudrauf-RPG für unterwegs

Die Verwandlung in so ein Biest ist in der zweiten Spielhälfte sinnlos; ihr aufgelevelter Charakter ist effektiver.
BILD: PLAYZONE Die Verwandlung in so ein Biest ist in der zweiten Spielhälfte sinnlos; ihr aufgelevelter Charakter ist effektiver. BILD: PLAYZONE Die PSP hat sich inzwischen auch als Handheld für Japano-Rollenspiele etabliert, auf dem Action-RPG-Sektor sieht es hingegen nach wie vor mau aus. Bislang mussten Freunde gepflegter Haudrauf-Action auf Untold Legends: Brotherhood of the Blade zurückgreifen. Ein guter Genre-Vertreter, der aber an einigen kleinen Mängeln litt. Der zweite Teil wurde rundum verbessert, zündet aber noch immer nicht so richtig, was daran liegt, dass viele der guten Ideen nicht zu Ende gedacht wurden.

Absolut tadellos ist eigentlich nur der erweiterte Mehrspieler-Modus. Sony Online Entertainment macht seinem Namen diesmal alle Ehre und spendiert dem zweiten Untold Legends neben einem Ad-Hoc- auch einen echten Online-Modus. Bis zu vier Spieler können in insgesamt elf verschiedenen Matcharten gegeneinander metzeln. Wer lieber Kooperativ kämpft, kann auch das Hauptspiel mit einem Mitstreiter in Angriff nehmen.

Um sich mit seinen Kumpanen vom anderen Ende der Welt zu verständigen, gibt es ein einfaches Kommunikationssystem. Per Tastendruck wählen Sie zunächst eine Kategorie wie Befehle, Antworten oder Verspottungen und aus dem entsprechenden Untermenü dann die Aussage, die Sie an Ihre Mitspieler schicken wollen.

Wecke den Tiger in dir

BILD: PLAYZONE BILD: PLAYZONE Das erste Untold Legends konnte man durchspielen, ohne je eine Spezialfähigkeit eingesetzt zu haben. In der Fortsetzung hat sich das etwas geändert. So gibt es nun Gegner, die man ohne Spezialfähigkeiten kaum erwischt, weil sie zu flink durch die Gegend wuseln. Jeder Charakter trägt neben den standardmäßig ausgerüsteten Nahkampfwaffen auch eine Schusswaffe bei sich - wesentlich effektiver nimmt man sich solche Widersacher aber z. B. mit einem Blitzzauber vor. Oder man verpasst sich kurzzeitig einen Geschwindigkeitsschub und kann so mit der Meute mithalten. Erlernen kann man solche Spezialfähigkeiten genretypisch durch das Verteilen von Erfahrungspunkten, die man bei einem Stufenaufstieg erhält.

Die Menüführung wurde ein wenig übersichtlicher gestaltet, wodurch auch das Ausrüsten mit Gegenständen leichter ausfällt. Das waren dann aber leider auch schon die einzigen Gameplay-Verbesserungen, die konsequent eingeführt wurden. Denn ähnlich cool, aber leider nicht so gut umgesetzt, sind die so genannten Gelegenheitsangriffe. Ist ein Gegner kurzzeitig wehrlos, erscheint ein orangefarbener Kreis um ihn, der die Möglichkeit zu so einem Angriff anzeigt.

Je nachdem, ob Sie in solchen Momenten die Vierecks-Taste antippen oder sie gedrückt halten, können Sie zu verschieden starken Angriffen ansetzen. In der Praxis funktioniert dies aber nicht so gut. Meist gibt einem der Gegner gar nicht genug Zeit, um den stärksten Angriff auszuführen. Und da schon der schwächste Angriff gut reinhaut, gibt es erst gar keinen Grund, dieses Feature richtig zu nutzen. Eher nutzlos ist auch die Möglichkeit, sich in eine Bestie zu verwandeln.

In dieser tierischen Form ist die Spielfigur stärker und kann es auch mit einer ganzen Horde von Gegnern gleichzeitig aufnehmen. Ein ordentlich aufgelevelter Charakter kann das aber noch weitaus besser. Das macht diese Spezialfähigkeit spätestens in der zweiten Hälfte des Spiels vollkommen überflüssig.

Der kleine Action-RPG-Bruder

Die Eiswelt ist die erste echte Bewährungsprobe für Krieger.
BILD: PLAYZONE Die Eiswelt ist die erste echte Bewährungsprobe für Krieger. BILD: PLAYZONE Auch in technischer Hinsicht ist The Warrior's Code mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu betrachten. Das nervige Midi-Gedudel des ersten Teils gehört der Vergangenheit an. Jetzt wird das Geschehen dezent von atmosphärischer Fantasy-Musik untermalt. Seltsam nur, dass die Charaktere lediglich in Zwischensequenzen Deutsch sprechen, im Spiel bekommt man englische Sätze mit Untertiteln zu hören.

Auch die Grafik ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar wurde sie ein wenig verbessert, gelegentlich friert das Bild aber für eine Sekunde ein, während man die UMD laut rotieren hört, weil etwa Musik oder neue Texturen geladen werden müssen. Man merkt, dass die Entwickler das Spiel rundum verbessern wollten, die Verbesserungen aber eben nicht immer perfekt umgesetzt haben. So ist das zweite Untold Legends ein kurzweiliges Hack & Slay für zwischendurch, kann aber nach wie vor nicht mit großen Konsolenbrüdern wie Baldur's Gate oder Champions of Norrath mithalten.

Bildergalerie

Wertung zu Untold Legends 2: The Warrior's Code (PSP)

Wertung:

80 /10
Pro & Contra
Umfangreicher Mehrspieler-ModusBesser integrierte Spezialfähigkeiten
Weitere Neuerungen nicht gut umgesetztTeilweise Längen
Fazit

Dank des Multiplayer-Modus ein kurzweiliges Hack & Slay, der Einzelspieler-Modus könnte aber besser sein.

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