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  • Unreal Tournament III

    Und ob ich schon wanderte auf der finsteren Map, mein Raketenwerfer und Schockgewehr trösten mich. Epic Games, ihr braucht kein Unglück zu fürchten, euer Ego-Shooter Unreal Tournament III überzeugt (fast) auf der ganzen Linie. Verspätet trudelt der alte PC-Klassiker auf der 360 ein - schließlich ließ Sony Millionen dafür springen, dass der potenzielle Megaseller ein paar Monate früher auf der PlayStation 3 erschienen ist. Bald dürfen jedoch auch die 360-Jünger bis an die Zähne bewaffnet durch karge Korridore und hübsche Außenareale stürmen und dabei fraggen, bis der Zeigefinger glüht.

    Epische Geschichte?!?

    Epic hat die Zeichen der Zeit erkannt und seinem Shooter eine Kampa­gne verpasst. Hier galt aber wohl das Motto "Was nicht passt, wird passend gemacht", denn die Geschichte wirkt aufgesetzt, konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. In Kurzform: Die Menschen kämpfen gegen Roboter von der Liandri-Corporation und gegen eine Alienrasse namens Necris.

    Zwischensequenzen führen in jedes der fünf Kapitel ein. Von links: Malcolm und der von euch verkörperte Reaper. Zwischensequenzen führen in jedes der fünf Kapitel ein. Von links: Malcolm und der von euch verkörperte Reaper.

    Letztere bedienen sich der dumpfen außerirdischen Rasse Krall (Lieblingsspruch: "Eine Rakete macht Bumm!"), die genauso aussehen, wie sie heißen. Ihr verkörpert Reaper, der Mitglied ist in einer Bruderschaft namens Ronin. Euer Vorgesetzter ist übrigens ein alter Bekannter, an den sich Unreal Championship 2-Spieler sicher noch erinnern: Malcolm hat sich inzwischen vom Turnierchampion zum militärischen Berater der Izanagi-Corporation gemausert. Dann gibt es noch die zu den Axon gehörende Söldnertruppe, die sich Iron Guard nennt und sich schon bald auf eure Seite schlägt.

    So weit, so verwirrend. Wäre da nur nicht das altbekannte Turnierprinzip mit eng abgesteckten Arenen, Respawn-Punkten, Flaggenhatz und Punktejagd, das so ganz und gar nicht in den Krieg gegen die Necris passen will. Und warum sollten sich die Krall aus einer Region zurückziehen, nur weil es das Spielerteam als Erster auf 50 Frags gebracht hat? Unreal Tournament III kann sich drehen und wenden, wie es will, es bleibt ein sinnfreier, dafür aber schnörkelloser Ego-Shooter.

    Irgendwie macht die Kampagne - auf Wunsch zu viert online und per System Die drögen Missionstexte vertiefen die Story nur. Erzählt wird diese vor allem über Malcolms Kommentare sowie die Zwischensequenzen. Die drögen Missionstexte vertiefen die Story nur. Erzählt wird diese vor allem über Malcolms Kommentare sowie die Zwischensequenzen. Link oder zu zweit per Splitscreen - trotzdem Spaß, auch wenn sie nur eine Aneinanderreihung diverser Karten darstellt. Dabei wechseln sich die Spielmodi Team-Deathmatch, (Fahrzeug-)Capture the Flag (CTF) sowie Kriegsführung (siehe nächste Seite: "Die sechs Spielmodi") ab. Leider gibt es die ansehnlichen, mehrminütigen Zwischensequenzen viel zu selten zu sehen. Überwiegend wird die Geschichte durch Malcolms Stimme (Tipp: die englische Sprachausgabe aktivieren!) oder durch dröge schriftliche Missionsbeschreibungen vorangetrieben.

    Zurück zu den Wurzeln

    Auf dem Aushängeschild von Unreal Tournament III standen aber schon immer die rasanten Mehrspielergefechte, in denen seitwärts gestrafed und gehüpft wird ohne Ende, während man den Gegnern eine Raketensalve nach der anderen entgegenjagt und Power-ups wie das UDamage, Mega-Gesundheitspack, Rüstungsteile oder einen Schildgürtel aufsammelt. Nicht fehlen dürfen die zahlreichen und abwechslungsreichen Karten sowie die spaßigen Spielmodi. Bei 55 Karten (fünf exklusiv für die 360) kann man nicht meckern. Bei nur sechs Spiel­modi dagegen schon. Hätte Epic dem Titel die vom PC-Vorgänger Unreal Tournament 2004 bekannten Modi Bombing Run, Mutation, Last Man Standing und Invasion spendiert, Unreal Tournament III hätte die 90er-Hürde glatt durchstoßen.

    Zwei Karten verdienen besondere Erwähnung: Onyx Coast (Kriegsführung) und Sandstorm (Fahrzeug-CTF) sind die formvollendete Manifestierung von Spielspaß. Auf beiden Karten ist gemeinsames Vorgehen im Team Pflicht. Bei Onyx Coast müsst ihr zunächst einen Knoten erobern, um eine Brücke auszufahren, damit ihr euren gewaltigen Leviathan-Panzer direkt im Halteverbot vor der feindlichen Basis parken könnt. Die beiden motzenden Darkwalker-Poli­tessen nehmt ihr mit den fetten Bordkanonen flink auseinander.

    Anschließend kommt eine Waffe zum Einsatz, die sogar dem Redeemer das Wasser reicht. Auf Knopfdruck fährt aus dem Leviathan eine Riesenwumme heraus. Ein zunächst dünner roter Energiestrahl verdichtet sich auf dem anvisierten Ziel und es entsteht eine gewaltige Explosion, die alle Gegner im nahen Umkreis auf einen Schlag vernichtet.
    Auf der Karte Sandstorm geht mal wieder mächtig die Post ab. Auf der Karte Sandstorm geht mal wieder mächtig die Post ab.
    Die immer wieder aufziehenden Sandstürme sorgen in der kompakten Karte Sandstorm für eine besondere Atmosphäre. Hier dürft ihr eure Feinde sogar mit den Plasmastrahlen des Darkwalkers (siehe folgende Seiten) oder des Fury-Gleiters brutzeln. Das bedrohliche Brummen des Darkwalkers hebt sich positiv von der ansonsten guten Standard-Soundkulisse hervor.

    Langweilig ist keine der restlichen Karten. So geht es im flotten Raptor-Kampfgleiter über weitläufige Areale, enge Canyons oder im Slalom an Brückenpfeilern vorbei, während ihr dem Feindfeuer ausweicht. Wem das zu öde wird, hetzt zur Abwechslung in einem Deathmatch durch die engen Korridore einer Roboter-Fertigungsanlage oder der Deimos-Raumstation und genießt den malerischen Ausblick auf einen bläulich schimmernden Planeten.

    Online-Freuden

    Im DSL-Niemandsland lebende Landeier mit Wählverbindung ins Internet oder Offline-Spieler ohne Gold-Account können notgedrungen nur Bots in den virtuellen Allerwertesten treten. Epic nahm sich dieser Zielgruppe an und spendierte den Bots acht Schwierigkeitsstufen, von Anfänger bis göttlich. Die KI-Routinen scheinen aber in den Spielmodi unterschiedlich zu funktionieren. Auf der dritten Stufe werden Durchschnittsspieler in Deathmatches gegen die Dumm-Bots überhaupt keine Probleme haben. Erst ab dem vierten Schwierigkeitsgrad wird es hier interessant. Taktische Modi wie Kriegsführung verlaufen auf Stufe drei dagegen derart spannend, man wähnt sich in einem Onlinematch gegen menschliche Spieler. Nur selten verhedderte sich mal ein KI-Panzerfahrer an einer engen Stelle.

    Grandios: Ihr dürft jedem einzelnen Bot auf eurer Seite Befehle erteilen, die ein Bundeswehrsoldat gewissenhafter nicht ausführen würde. So werden gezielt Stellungen gehalten, zum Angriff geblasen oder die Basis verteidigt. Einige Offline-Matches sind nur auf diese Weise zu gewinnen.

    Adrenalinrausch

    Unreal Tournament III Mit menschlichen Mitstreitern sind natürlich weit ausgefeiltere Taktiken möglich. Etwa Hinterhalte bilden, indem man sich tot stellt. Und bei der Flaggenhatz ist es eine beliebte Vorgehensweise, sich auf dem Hoverboard stehend per Energiekupplung an einen schnellen Raptor oder Manta-Gleiter zu heften und auf den Geschwindigkeitsbonus zu setzen. Schnell vor der Flagge abgesetzt, selbige aufgenommen und schleunigst wieder ans Gefährt geklinkt und ab geht es in die eigene Basis. Alleine der Gedanke, dass sich euch die komplette Gegenseite nun kollektiv an die Fersen heftet, sorgt für adrenalingetriebenes Herzrasen! Wenn ihr getroffen werdet, verliert ihr kurz die Flagge und müsst sie erst wieder aufheben. Berührt ein Gegner die Flagge, wird diese augenblicklich zurück in die Gegnerbasis gebeamt.

    Gibt es an Unreal Tournament III noch etwas zu nörgeln? Ein bisschen: Die Karten wirken stellenweise etwas trist und die Level-Texturen sehen ein wenig verwaschen aus. Die Musik ist zwar gut, fällt aber sonst nicht weiter auf, und die deutsche Fassung wurde dezent gekürzt, um die 16er-Freigabe der USK zu erhalten. Pixelblut hat Epic komplett aus dem Spiel entfernt, das Link-Gewehr brutzelt den Feind nicht mehr bis auf das Skelett nieder und von Raketen getroffene Leiber bleiben ganz. Dem Spielspaß tut dies keinen Abbruch. Was weitere herunterladbare Mutatoren, Modifikationen und Zusatzinhalte angeht, werden die Spieler auf Publisher Midway angewiesen sein, da Microsoft keine von Spielern generierten Uploads in das Xbox-Live-Netz zulässt.

  • Unreal Tournament 3
    Unreal Tournament 3
    Developer
    Epic Games
    Release
    07.07.2008

    Aktuelle Online-Spiele Releases

    Cover Packshot von Otherland Release: Otherland gamigo AG (DE) , Drago Entertainment
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Unreal Tournament 3
Unreal Tournament III
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14.07.2008
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