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  • Uncharted 4: Das geniale Finale der Saga im großen Test (jetzt mit Testvideo)
    Quelle: Sony

    Uncharted 4: A Thief's End im Test - Wunderschönes, abwechslungsreiches und fantastisch gelungenes Finale der Nathan-Drake-Saga

    Uncharted 4 im Test: Das Ende eines Diebes: Mit dem vierten Teil versprechen die Entwickler von Naughty Dogs, Nathan Drakes Abenteuer endgültig abzuschließen. Wir haben das Abenteuer ganz genau unter die Lupe genommen und verraten, wie gut ihnen das gelungen ist. Spoiler: Es ist ihnen sehr, sehr, sehr gut gelungen.

    Kinder, wie die Zeit vergeht: Schon neun Jahre ist es her, dass Uncharted: Drakes Schicksal für die Playstation 3 erschien und den fulminanten Start einer Serie hinlegte, welche die Konsole prägen sollte wie kaum eine andere im Sony-Portfolio. In insgesamt drei PS3-Abenteuern sowie einem ebenfalls sehr anständig gemachten Playstation-Vita-Ableger lernten wir Protagonist Nathan Drake, seine große Liebe Elena Fisher sowie seine Weggefährten wie Chloe Frazer, Charlie Cutter und natürlich Victor "Sully" Sullivan kennen und lieben. Nach Teil drei, so schien es, war die Geschichte anscheinend zu Ende erzählt, welche die Macher unter der Regie von Autorin Amy Hennig sich vorgenommen hatten. Doch wie wir wissen, kam es anders, denn auf der Playstation 4 begibt sich der charismatische Held Nathan nun noch einmal, und diesmal anscheinend wirklich zum letzten Mal, ins Abenteuer.

    10:42
    Uncharted 4: Test-Video zum brillanten Finale der Action-Reihe
    Spielecover zu Uncharted 4: A Thief's End
    Uncharted 4: A Thief's End

    Uncharted 4 im Test: Das Abenteuer ruft!

          

    Den Augenblick genießen Zu Beginn des Spiels treffen wir Nathan und Elena in ihrem friedlichen, aber auch etwas langweiligem Ehealltag an. Die vermeintliche Idylle währt aber freilich nicht lange. Quelle: Sony Wer angesichts der Tatsache, dass Amy Hennig ihre Schreiberfeder für das finale Kapitel der Saga an The Last of Us-Autor Neil Druckmann abgegeben hat, besorgt ist, den können wir beruhigen: Druckmann gelingt es virtuos, die extrem hochwertige Dialogqualität der Vorgänger fortzuführen. Er versteht zudem genau, wie die verschiedenen Figuren ticken und was sie ausmacht und er erzählt eine Serien-typisch sehr kompetent historische Tatsachen mit Fiktion verwebende Geschichte, wie sie zu Indiana Jones' besten Zeiten nicht besser hätte geschrieben werden können. Dabei ist Nathans Leben zu Beginn des Spiels alles andere als abenteuerlich: Nach den halsbrecherischen Geschehnissen des dritten Teils und dem Beinahe-Zerwürfnis mit Elena führen die beiden nun ein beschauliches Leben in trauter Zweisamkeit. Elena arbeitet als Reisereporterin an ungefährlichen Orten, Nathan auf einem Schiff bei einem Schwerlast-Bergeunternehmen und verbringt den Großteil seiner Tage damit, Formulare auszufüllen. Sein größtes Abenteuer ist es, heimlich auf dem Dachboden mit einer Spielzeugwaffe durch die Gegend zu ballern. So harmlos und sicher dieses Leben auch ist, so langweilig ist es, und dem Spiel gelingt es wunderbar, diese Dissonanz zwischen Nathans und Elenas Liebe und ihrer beidseitigen Unzufriedenheit mit ihrer Lebenssituation abzubilden. Diese scheinbare Idylle wird jedoch empfindlich gestört, als plötzlich Nathans seit 15 Jahren tot geglaubter Bruder Sam vor der Tür steht. Ein Hinweis an dieser Stelle: Wer wirklich gar nichts über die Handlungsprämisse von Uncharted 4 wissen möchte, möge bitte den folgenden Absatz überspringen. Keine Sorge: Große Story-Spoiler, die über die ersten paar Kapitel des Spiels hinausgehen, verraten wir natürlich trotzdem nicht und gehen auch hier nur auf die Grundlagen der Geschehnisse ein.

    00:37
    Uncharted 4: Neuer Gameplay-Trailer zum PS4-Abenteuer
    Spielecover zu Uncharted 4: A Thief's End
    Uncharted 4: A Thief's End

    Uncharted 4 im Test: Auferstanden von den Toten

          

    Nathans tot geglaubter Bruder Sam entführt Nathan in ein neues Abenteuer. Ihnen gegenüber steht natürlich wieder einmal - wie sollte es auch anders sein - eine wahre Armee an Feinden. Nathans tot geglaubter Bruder Sam entführt Nathan in ein neues Abenteuer. Ihnen gegenüber steht natürlich wieder einmal - wie sollte es auch anders sein - eine wahre Armee an Feinden. Quelle: Sony Erst vor kurzem einem jahrelangen Gefängnisaufenthalt in weiter Ferne entronnen, sieht Sam sich nun mit einer verfangenen Situation konfrontiert. Hinter Gittern machte er nämlich Bekanntschaft mit einem gefährlichen Mafiaboss, dem er vom legendären Schatz des Piratenkapitän Henry Avery erzählte, den er und Nathan schon in jungen Jahren gemeinsam suchten. Der Pate findet diese Geschichte mehr als spannend und stellt Sam vor eine Wahl: Entweder er besorgt ihm innerhalb von drei Monaten den Schatz oder er beginnt seine neu gewonnene Freiheit mit einer Kugel im Kopf. Sam entscheidet sich für die erste Option und sieht in der Hilfe seines kleinen Bruders die einzige Möglichkeit, die knappe Frist einzuhalten. Ohne Elenas Wissen macht Nathan sich draufhin mit seinem Bruder auf, um ihm ein bleihaltiges Schicksal zu ersparen. Was folgt, ist eine unheimlich spannende Abenteuergeschichte auf zwei Ebenen; einerseits zeichnet sie den Konkurrenzkampf der Helden gegen einen - natürlich ebenfalls vorhandenen - Bösewicht samt dessen Schergen nach, die ihnen auf der Jagd nach dem Gold Henry Averys zuvorkommen möchten. Andererseits tauchen wir gemeinsam mit Nathan, Sam und freilich auch Sully immer tiefer in die faszinierende Schatzsuche selbst ein, im Rahmen derer wir nach und nach die Erlebnisse des Piratenkapitäns Avery und seiner Crew kennenlernen. Die Mischung aus sehr persönlicher Geschichte und Blockbuster-Erzählung funktioniert ganz wunderbar, und der Titel arbeitet an mehreren Stellen mit überraschend düsteren Thematiken - ohne sich jedoch jemals in The Last of Us-Gefilde zu begeben. Auf jeden Fall zeigt das Spiel auf beeindruckende Art und Weise, dass es den seit Jahren in der Produktionshölle schwebenden Uncharted-Film gar nicht braucht; wie schon die Vorgänger ist Uncharted 4 ein besserer Kino-Blockbuster als die meisten Kino-Blockbuster.
    Diese knallharte Dame bereitet uns im Laufe des Abenteuers jede Menge Schwierigkeiten. Ihre genaue Rolle verraten wir an dieser Stelle aber natürlich nicht, Diese knallharte Dame bereitet uns im Laufe des Abenteuers jede Menge Schwierigkeiten. Ihre genaue Rolle verraten wir an dieser Stelle aber natürlich nicht, Quelle: Sony
    Wieder mal ungemein zur Atmosphäre tragen auch die Gespräche bei, die die Figuren während des Gameplays miteinander führen und die uns während des Spielens mehr als einmal dazu verleiteten, laut loszulachen. Genial! Jedoch sei erwähnt, dass wir uns vom Ende eine Spur mehr gewünscht hätten, da es eine recht sichere Schiene fährt und sich für etwaige Fortsetzungen beziehungsweise Spin-offs noch Hintertüren offen lässt. Keine Frage, das Ende ist stimmig, aber auch etwas vorhersehbar - wie auch ein Twist in der Mitte des Spiels. Auch die Dialog-Entscheidungsmöglichkeiten kommen nur sehr selten vor und haben keinerlei Einfluss auf den Verlauf der Handlung. Der geniale Rest der Erzählung gleicht diese wirklich kleinen Schwächen aber definitiv wieder mühelos aus.

    Uncharted 4 im Test: Schießen, schleichen, schwingen

          

    DIe Schießereien machen deutlich mehr Spaß als bisher. Die Gegneranzahl ist kleiner, die Areale sind weitläufiger und unsere Vorgehensmöglichkeiten variantenreicher. DIe Schießereien machen deutlich mehr Spaß als bisher. Die Gegneranzahl ist kleiner, die Areale sind weitläufiger und unsere Vorgehensmöglichkeiten variantenreicher. Quelle: Sony In puncto Handlung ist Uncharted 4: A Thief's End qualitativ also in etwa gleichauf mit den vorherigen Spielen. Womit die Serie aber traditionell immer ein bisschen Probleme hatte, waren die teils zu ausufernden Action-Sequenzen. Minutenlange Gefechte gegen Wellen an Feinden in relativ abgesteckten Gebieten waren zwar herausfordernd, spieldesigntechnisch aber nicht allzu interessant. In dieser Hinsicht vollzieht Uncharted 4 einen regelrechten Quantensprung: Die Schussduelle fallen generell eine Spur kleiner aus und funktionieren erstmals quasi nahtlos im Zusammenspiel mit dem Kletter- und Erkundungs-Gameplay. Oft sind es nur einige wenige Gegner, die uns auf unserem Weg überraschen, und wenn wir doch einmal in einem weitläufigeren Gebiet einem Dutzend oder mehr Feinden gegenüberstehen, erlaubt das in diesen Passagen recht offene Leveldesign, sehr viele verschiedene Arten vorzugehen. Nachrückende Gegnerhorden sind generell ein Ding der Vergangenheit, was die Duelle deutlich planbarer und dadurch auch unterhaltsamer macht. Mit verschiedenen Gewehren und Pistolen - wobei wir wie üblich stets eine Haupt- und eine Sekundärwaffe halten können - sowie Sprengsätzen wie Granaten heizen wir den Gegnern ein, verschanzen uns hinter Mauern und Kisten, schwingen uns mit dem neuen Greifhaken - dazu gleich mehr - zu ihnen und versetzen sie per Luftangriff ins Reich der Träume und mehr. EIn wachsamer Blick auf die Umgebung ist stets genauso wichtig wie auf die Feinde selbst, und kein einziges Mal im Spielverlauf waren wir von den Schießereien genervt. Wer will, darf übrigens erstmals auch eine Zielhilfe-Funktion aktivieren, wodurch die Duelle deutlich einfacher werden. Aber keine Sorge: Das Feature ist rein optional, und wer eine echte Herausforderung will, wird sie in den höheren der fünf Schwierigkeitsgraden definitiv finden.

    Schießen, schleichen, eine Mischung aus beidem - Uncharted 4 stellt uns die meiste Zeit frei, wie wir das Abenteuer erleben wollen. Schießen, schleichen, eine Mischung aus beidem - Uncharted 4 stellt uns die meiste Zeit frei, wie wir das Abenteuer erleben wollen. Quelle: Sony Wer überhaupt keine Lust auf Schießereien hat, erhält nach den eher mau implementierten Stealth-Optionen der Vorgänger nun übrigens erstmals die Möglichkeit, einen Gutteil der Duelle vollkommen zu umschiffen: Dank verschiedener und besser umgesetzter Heimlich-Kills und neuen Features wie hohem Gras, in dem wir uns verstecken können, können wir ganze Feindeslager ausheben, ohne auch nur eine einzige Kugel abzugeben. Wenn man sich von Kante zu Kante hangelt, Gegner Klippen hinabstürzen lässt oder sie im Gebüsch versteckt und reihenweise Soldaten verschwinden lässt, fühlt sich das mindestens genauso befriedigend an wie ein überstandener Schusswechsel. Aber keine Sorge, auch diese Vorgehensweise ist rein optional und die Schießereien leiden unter ihrer Einbindung kein Stück. Primär gegen Ende des Spiels muss man ab und an gezwungenermaßen zur Waffe greifen, aber auch dann übertreiben es die Entwickler niemals mit Gegnerhorden, die sie einem in den Weg stellen, sodass auch Schleich-Liebhaber in diesen Momenten kaum einen Grund zur Klage haben.

    Ab und an müssen wir uns auch in spielerisch simplen, aber nett gemachten Prügeleien behaupten. Ab und an müssen wir uns auch in spielerisch simplen, aber nett gemachten Prügeleien behaupten. Quelle: Sony Richtig actionreich geht es hingegen wieder einmal in den diversen, toll choreografierten Spezialabschnitten wie einer Flucht auf dem Motorrad, der verzweifelten Flucht aus einstürzenden Gebäuden und mehr zu. Zwar kennt man viele dieser Momente so ähnlich schon aus den Vorgängern, sie sind aber wieder einmal absolut genial inszeniert und fühlen sich wie eine spielbare Achterbahnfahrt an. So muss das! Dem gegenüber stehen die ziemlich ruhigen, die Geschichte vorantreibenden Sequenzen, in denen man etwa in Flashbacks Ausschnitte aus Nathans Kindheit miterlebt. Diese bieten zwar kaum spielerische Herausforderung, funktionieren im Rahmen der Geschichte aber sehr gut und profitieren von den stark geschriebenen Dialogen. Wer den The Last of Us-DLC Left Behind gespielt hat, kann sich bereits in etwa vorstellen, wie diese Momente funktionieren. Gerade zu Beginn des Abenteuers lässt sich das Spiel viel Zeit, bevor die Action richtig losgeht; wir empfanden diesen gemächlichen Einstieg ins Geschehen aber als durchaus passend.

    Uncharted 4 im Test: Klettern, bis die Finger knarzen

          

    Wo ist das Testvideo?
    Sony stellte uns zwar eine Testversion für Uncharted 4 zur Verfügung - das Veröffentlichen eigener Aufnahmen aus dieser Version ist allerdings noch untersagt. Wir liefern unser Testvideo deshalb Anfang kommender Woche nach.
    Genauso gut wie immer und durch neue Elemente sinnvoll ergänzt: das Erkundungs- und Kletter-Gameplay des Spiels. Trotz Helden-Ruhestand hat der gute Nathan vor Beginn des Abenteuers anscheinend fleißig Hanteln gestemmt, denn er kraxelt und springt wieder einmal durch die Gegend, dass es eine wahre Freude ist. Das Prinzip ist unverändert: Regelmäßig führt uns der direkte Weg nicht ans Ziel und wir müssen Häuserwände, Felsmassive oder jede Menge andere Objekte erklimmen, um ans Ziel zu kommen. Meist steht uns dabei nur eine mögliche Route zur Verfügung, die uns voranbringt; durch die sehr smarte Levelgestaltung hat man aber nur selten das Gefühl, in seinem Vorgehen beschränkt zu sein. Die Kanten und Plattformen, zu denen wir klettern oder springen können, sind weder zu offensichtlich noch so versteckt, dass wir ewig nach dem richtigen Weg suchen müssen. Kleine optische Hinweise führen uns stets an die richtige Stelle und wenn man vor einer Kraxel-Einlage doch erst einmal ein wenig überlegen muss, ist die Befriedigung umso größer, sobald man den korrekten Weg gefunden hat. Die Steuerung geht dabei ungemein flüssig von der Hand, versehentliche Sprünge in den Abgrund stellen eine absolute Ausnahme dar. Mit nur wenigen Knöpfen bewegen wir uns sehr agil über allerlei Hindernisse hinweg oder an ihnen entlang.
    Kletterabschnitte sind seit jeher fester Bestandteil des Uncharted-Erlebnisses. In Teil 4 machen sie sogar noch mehr Spaß als bisher. Kletterabschnitte sind seit jeher fester Bestandteil des Uncharted-Erlebnisses. In Teil 4 machen sie sogar noch mehr Spaß als bisher. Quelle: Sony
    Zur sehr gut gelungenen Kontrolle trägt auch die nahezu perfekte Kameraführung bei. Der seit dem ersten Uncharted-Teil oft bemühte Gag, dass diverse Strukturen stets genau in dem Moment zusammenbrechen, in dem Nathan an ihnen Halt findet, ist übrigens natürlich wieder mit an Bord und sorgt für eine gelungene Mischung aus Nervenkitzel und Unterhaltung. Wer mag, kann daraus locker ein Trinkspiel gestalten - jedes Mal, wenn's kracht, müssen alle Anwesenden sich einen Schluck gönnen. Am Ende eines Spiele-Abends wären wohl alle Teilnehmer sturzbetrunken.

    Wir haben bereits den neu hinzugekommenen und in den Trailern oft bemühten Greifhaken erwähnt, mit dem Nathan sich an vorgegebenen Stellen über Abgründe oder an Häuserwänden entlang schwingen kann. Das macht Spaß, funktioniert erstaunlich gut und erweist sich in der Praxis als deutlich mehr als nur ein Gameplay-Gimmick. Vor allem jene Sequenzen, in denen man in schneller Abfolge über zusammenbrechende Böden springt oder steile Berghänge entlanggleitet und dann sehr schnell reagieren und den Greifhaken einsetzen muss, sorgen für jede Menge Spielspaß. Und auch in den Kämpfen ist das gute Ding von unschätzbarem Wert und sorgt dafür, dass wir gegen unsere Feinde einen deutlichen Vorteil haben, indem wir ihnen durch einen geschickt gesetzten Hakenwurf entkommen oder auf die Rübe donnern können. Toll! Ein weiteres, aber nicht ganz so prominentes neues Spielelement ist der neue Kletterpickel, mit dem wir uns an bestimmten Wandformationen eigene Haltepunkte machen dürfen. Das funktioniert ähnlich wie im Tomb Raider-Remake und macht durchaus Laune, wird allerdings erst recht spät im Abenteuer eingeführt und auch dann nur vergleichsweise selten genutzt.

    Uncharted 4 im Test: Ein Mann und sein Auto

          

    Wie erwähnt, ist es beeindruckend, wie gut die Shooter-Action und das Erkundungs-Gameplay diesmal Hand in Hand gehen. Von der strengen Gameplay-Trennung speziell des zweiten Teils ist Uncharted 4 weit entfernt und der Greifhaken trägt nicht unwesentlich dazu bei. Der einzige Aspekt, in dem das Kletter-Seil ein Problem darstellt, ist tatsächlich hinsichtlich der Story-Logik: An mehreren Stellen des Spiels, vor allem in einer bestimmten Sequenz kurz vor dem Ende könnten die Helden sich viel Stress sparen, wenn sie sich auf das Tau an Nathans Gürtel besinnen würden; eine scheinbar unüberwindbare Wand, welche die Protagonisten trennt, wäre dank des praktischen Gadgets ohne Mühe in Sekunden überwunden. Es sind dies einige der wenigen Momente, wo zugunsten eines Gameplay-Aspekts Story-Lücken in Kauf genommen wurden; das wäre in den meisten anderen Spielen kaum der Rede wert, sticht angesichts der sonstigen Brillanz des Naughty-Dog-Abenteuers aber seltsam dissonant hervor.

    Männer in einem Jeep betrachten eine kaputte Brücke. Die Fahr-Abschnitte machen noch deutlich mehr Spaß, als wir es uns erwartet hätten. Statt stupidem A-nach-B-Gefahre erweisen sich die motorisierten Ausflüge als dem Kletter-Gameplay sehr ähnlich. Quelle: Sony Aber hey, niemand ist perfekt - und ein weiterer neuer Gameplay-Aspekt fügt sich noch deutlich nahtloser ins Geschehen ein: Die Autofahrten, die wir ebenfalls bereits in Trailern zu Gesicht bekommen haben. Überraschend oft nehmen wir hinter dem Steuer von Geländewägen Platz und die Touren durch teils sehr offen gestaltete Gebiete haben deutlich mehr zu bieten als bloß nette Fahrten durch die Pampa: Stattdessen erinnern diese Abschnitte stark an die Kletter-Passagen. Um voranzukommen, reicht es nämlich nicht, einfach aufs Gaspedal zu drücken. Da wir in einem geländefähigen Auto unterwegs sind, ist unser Weg oftmals nicht klar erkennbar und es gilt, über Stock und Stein zu düsen, uns mit dem Flaschenzug des Autos rutschige Abhänge emporzuziehen oder uns sonstwie einen Weg für das Gefährt zu verschaffen. Ohne Nachdenken geht es also auch hier nicht weiter - eine tolle Idee! Schön zudem, dass die Entwickler es hinbekommen haben, dass sich die Steuerung der motorisierten Untersätze sehr natürlich und zuverlässig anfühlt und wir somit nicht primär damit zu kämpfen haben, die Dinger unter Kontrolle zu bekommen; Batman: Arkham Knight hat gezeigt, wie schnell einem ein unbedachter Fahrzeug-Einsatz in einem bisher nicht darauf ausgelegten Spiel auf den Senkel gehen kann. Aber auch die klassische Auto-Action, in der wir geschickt Hindernissen und Feinden ausweichen müssen und wie man sie bereits aus manchen Abschnitten der Vorgänger kennt, kommt nicht zu kurz.

    Besonders toll: Auch hier kommt der Ansatz der vorgetäuschten Freiheit zum Tragen. Bei der Flucht via Auto durch eine von engen Gassen geprägte Stadt haben wir das Gefühl, unsere Route völlig frei bestimmen zu können, während uns das Spiel in Wahrheit sehr subtil den richtigen Weg weist. Ebenfalls wieder einmal sehr unterhaltsam sind die ab und an eingestreuten Rätsel im Spiel, derer es wieder mehr gibt als im dritten Teil. Da müssen etwa Lichtstrahlen richtig umgeleitet, Piratensymbole geordnet oder Glocken in der richtigen Reihenfolge geläutet werden. Eine unabdingbare Hilfe bietet hierbei erneut Nathans Notizbuch, in dem er alles verewigt, was ihm wichtig vorkommt. Wenngleich ziemlich simpel, stellen diese Rätsel wieder mal eine mehr als willkommene Abwechslung dar. Generell gilt: Den Entwicklern ist es dermaßen meisterhaft gelungen, den Spagat zwischen Anspruch und Zugänglichkeit, zwischen Freiheit und Spielerführung und zwischen den verschiedenen Spielementen hinzukriegen, dass man kaum sagen kann, was man in dieser Hinsicht noch hätte besser machen können. Uncharted 4: A Thief's End bietet Spielbalance in Perfektion.

    Uncharted 4 im Test: Der schönste Held aller Zeiten

          

    Ja, wir kommen aus dem Schwärmen kaum noch heraus - und es geht noch weiter: Denn technisch wartet das Abenteuer mit derselben hohen Qualität auf, die sich auch durch alle anderen Aspekte des Spiels zieht. Wir sagen es frei heraus: Ein grafisch schöneres Spiel als Uncharted 4 wird man auf der Playstation 4 nicht finden. Die thematisch sehr unterschiedlichen Levels sind mit dermaßen viel künstlerischem Geschick gestaltet, dass es eine wahre Freude ist, egal, ob man durch das verschneite Gebirge stapft, an sonnigen Stränden entlangspaziert oder in einem brachialen Tropensturm ums Überleben kämpft. Getragen wird dieser optische Leckerbissen von durch die Bank knackig-scharfen Texturen, realistischem Lichtfall in allen Situationen, beeindruckenden Effekten bei Explosionen oder wenn es einmal brennt, wahnsinnig detailreich gestalteten Objekten und Figurenmodellen und, und, und. Vor allem aber sind es wieder einmal die Animationen von Freund und Feind, die so lebensecht wirken, dass man erst beim genauen Hinsehen merkt, wie flüssig Nathan etwa an Wänden entlangklettert und wie dynamisch er auf die Geschehnisse um ihn herum reagiert. Zudem läuft das Geschehen auch sehr flüssig, wenngleich 60 Bilder pro Sekunde, wie man sie aus The Last of Us Remastered kennt, nicht erreicht werden. 30 FPS werden aber fast konstant gehalten.
    Ganz egal, ob wir auf einem belebten Marktplatz unterwegs sind, den Blick über den Dschnugel streifen lassen oder die Tiefsee erforschen - Uncharted 4 ist ein visueller Augenschmaus! Ganz egal, ob wir auf einem belebten Marktplatz unterwegs sind, den Blick über den Dschnugel streifen lassen oder die Tiefsee erforschen - Uncharted 4 ist ein visueller Augenschmaus! Quelle: Sony
    Auch hinsichtlich des Sounds gibt sich das Spiel keinerlei Blöße: Die orchestralen Musikstücke sind je nach Situation mal treibend, mal untermalen sie ruhige Passagen mit stimmigen Klängen und die Umgebungsgeräusche sowie die Waffen wirken realistisch. Herausragend gut schlagen sich wieder einmal die englischen Synchron­sprecher für Nathan Drake (Nolan North), Sully (Richard McGonagle) und Elena (Emily Rose). Sie werden sehr kompetent von den Neuzugängen ergänzt, allen voran Troy Baker in der Rolle von Sam Drake. Nolan North und Troy Baker nach ihrem kurzen Intermezzo in The Last of Us endlich über ein ganzes Spiel hinweg miteinander agieren zu hören, ist ein wahres Fest für die Ohren; die ohnehin hervorragend geschriebenen Dialoge gewinnen aber grundsätzlich dank der durch die Bank perfekt gewählten Sprecher noch einmal massiv an Qualität. Die natürlich ebenfalls anwählbare deutsche Sprachausgabe hier beinahe unter den Tisch fallen zu lassen, ist fies, denn die Synchronsprecher machen ihre Sache ebenfalls gut. Im direkten Vergleich mit dem englischen Gegenstück fällt sie aber nichtsdestoweniger gnadenlos ab. Wer's versteht oder zumindest gewillt ist, Untertitel zu lesen, stellt die Sprache im Menü also unbedingt entsprechend ein.

    Uncharted 4 im Test: Nathan gegen den Rest der Welt

          

    Den Mehrspielermodus konnten wir im Rahmen unseres Tests nch nicht alsgiebig ausprobieren. Alle Infos dazu folgen in den kommenden Tagen. Den Mehrspielermodus konnten wir im Rahmen unseres Tests nch nicht alsgiebig ausprobieren. Alle Infos dazu folgen in den kommenden Tagen. Quelle: Sony Noch keine Meinung bilden konnten wir uns bisher vom Mehrspielerpart des Abenteuers. Es ist aber davon auszugehen, dass die kompetitiven Gefechte wie schon im zweiten und dritten Teil wohl wieder durchaus Laune machen, aber kaum für jemanden den Grund darstellen werden, sich das Spiel zu kaufen. Alle Informationen zum Mehrspielermodus kommen demnächst - wir werden uns in einem separaten Artikel mit den kompetitiven Artikel auseinandersetzen. Unsere Wertung bezieht sich ergo ausschließlich auf die Einzelspieler-Kampagne. Aber auch Solisten bekommen eine durchaus anständige Spielzeit geboten. Bei unserem Durchlauf benötigten wir unter ein bisschen Zeitdruck knapp zwölf Stunden, wer sich mehr Zeit lässt und alle 101 in den Levels versteckten Schätze sammeln möchte, kann noch einmal knapp fünf Stunden drauflegen. Das ist in etwa gleichauf mit dem zweiten Teil und etwas länger als das im Serien-Vergleich relativ kurze dritte Abenteuer. Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade motivieren zudem wieder einmal zu erneuten Anläufen. Was bleibt uns zu sagen, außer: Mission geglückt - Uncharted 4: A Thief's End ist so gut geworden, wie wir es uns erhofft haben und vielleicht sogar noch besser. Naughty Dog schicken ihren Helden mit unheimlich viel Gespür in den Spiele-Ruhestand und zeigen einmal mehr, warum sie als eines der besten Spielestudios schlechthin gelten. Die Playstation 4 hat ein neues Meisterwerk im Portfolio.


    Uncharted 4: A Thief's End (PS4)

    Spielspaß
    94 %
    Grafik
    -
    Sound
    -
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Abwechslung pur
    Weniger umfangreiche, dadurch spaßigere Schießereien als bisher
    Sehr gelungene Kletterabschnitte
    Absolut fantastische Grafik
    Ungemein gelungene Präsentation
    Hervorragender Sound mit fantastischen englischen und guten deutschen Sprechern
    Wunderbar umgesetzte Atmosphäre
    Glaubwürdige, sympathische Figuren
    Unterhaltsame, durchgehend toll geschriebene Dialoge
    Etwas vorhersehbare, aber spannend erzählte Geschichte
    In allen Momenten stets sehr präzise Steuerung
    Gelungene neue Spielelemente
    Kletterseil ist eine echte Bereicherung
    Sehr spaßige, überraschend Rätsel-lastige Fahrabschnitte
    Erzählerisch gegen Ende etwas zu sehr auf der sicheren Seite
    Teilweise zu starke Orientierung an den Vorgängern
    Ausbaufähige Gegner-KI
    Fazit
    Drakes abenteuerliches Finale ist eines der besten PS4-Spiele überhaupt und wischt mit der Genre-Konkurrenz den Boden auf.

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Uncharted 4: A Thief's End
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http://www.videogameszone.de/Uncharted-4-A-Thiefs-End-Spiel-55094/Tests/Review-Der-kroenende-Abschluss-der-genialen-Serie-1194410/
09.05.2016
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