Uncharted 3: Drake's Deception (PS3)

Release:
28.10.2011
Genre:
Action
Publisher:
Sony Computer Entertainment

Uncharted 3 im Test für PS3: Der Spiel gewordene Perfektionismus - Ab heute im Handel

02.11.2011 10:43 Uhr
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Neu
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Wenig Neues, viel Brillantes: Das PS3-exklusive Action-Adventure setzt in Sachen Präsentation und Technik neue Maßstäbe. In unserem Test von Uncharted 3 lest ihr, was das neue Action-Adventure von Entwicklerstudio Naughty Dog auszeichnet - und wie gut es wirklich geworden ist.


Uncharted 3 im Test: Videogameszone.de verrät euch, wie gut das neue Action-Adventure um Nathan Drake wirklich geworden ist. Uncharted 3 im Test: Videogameszone.de verrät euch, wie gut das neue Action-Adventure um Nathan Drake wirklich geworden ist. [Quelle: Videogameszone] Uncharted 3 im Test für PlayStation 3: Der Vorgänger war ein Meilenstein des Action-Genres - und auch Nathan Drakes dritter Auftritt lässt Kinnladen gen Boden klappen, wie unser Test beweist. Ein Hinweis: Die Mehrspieler-Gefechte lassen sich erst abschließend prüfen, wenn die Online-Server zum Release aktiviert werden, deshalb vergeben wir (noch) keine Multiplayer-Wertung. Dennoch: Uncharted 3 ist erneut ein Meisterwerk geworden! Nicht nur die Inszenierung von Uncharted 3 ist wegweisend, auch die Charaktere sowie Story sind allererste Sahne.

Die Schießereien in Uncharted 3 sind hingegen nur durchschnittlich. Zwar gestalten sich die Gefechte spielerisch deutlich anspruchsvoll. Dies liegt allerdings nicht an der Intelligenz eurer Widersacher - denn die verhalten sich teilweise dümmer als der durchschnittliche play3-Redakteur nach 27 Bier. Vielmehr gleicht das Schurkenpack seine Dämlichkeit durch schiere Masse aus. Was es damit auf sich hat, lest ihr auf der zweiten Seite dieses Artikels. Dort verraten wir euch auch, was wir am Splitscreen-Modus von Uncharted 3 zu beanstanden haben. Zu unserer Komplettlösung von Uncharted 3 geht es hier entlang.

Das hat uns an Uncharted 3 gefallen:

Heiße Sache: Die Flucht aus einem brennenden Schloss gehört zu den grafisch imposantesten Szenen - achtet mal auf die Feuereffekte! Heiße Sache: Die Flucht aus einem brennenden Schloss gehört zu den grafisch imposantesten Szenen - achtet mal auf die Feuereffekte! [Quelle: Videogameszone] Wegweisende Inszenierung
Was Uncharted 3 in grafischer Hinsicht aus der PS3 rausholt, das wirkt teilweise tatsächlich wie ein Software gewordener Traum. Besonders die Animationen sind in ihrer Vielfalt und Güte absolut konkurrenzlos: Held Drake stolpert über Steine, wuchtet seinen Körper Vorsprünge hinauf, lehnt sich ausgepumpt gegen Felswände und schafft dabei vor allem eines - zu wirken wie ein echter Mensch! Oder besser gesagt wie ein Schauspieler, denn auch Teil 3 der beliebten Serie ist Hollywood zum Mitspielen: Rasant, überdreht, unterhaltsam und manchmal auch ein bisschen albern. Einige Szenen im letzten Drittel des Spiels sehen gar so gut aus, dass man sich angesichts der enormen Detailfülle glatt in einer Render-Zwischensequenz wähnt - nur Killzone 3 kann da grafisch mithalten.

Hollywood-reife Story und Charaktere
Protagonist Nathan Drake schart dieses Mal eine ganze Riege aus Nebendarstellern um sich: Der kauzige Victor "Sully" Sullivan gibt wieder den grantelnden Mentor, die rassige Chloe Frazer (aus Teil 2) hält als hübsche Staffage her und Drakes Dauerliebschaft Elena Fisher sorgt für eine Prise Romantik. Unser Herz im Sturm erobert hat aber eine andere Figur: Charlie Cutter. Dieser Typ erinnert extrem an den Schauspieler Jason Statham und ist dementsprechend ein herrlich kerniger Raufbold mit tiefschwarzem Humor. In diesem Zusammenhang wollen ihr euch darauf hinweisen, dass Uncharted 3 zwar über eine sehr gute deutsche Synchronisation verfügt - wir aber dazu raten, die englische Originalsprachausgabe auszuwählen. Besonders den erwähnten Mister Cutter mit seinem britischen Akzent MUSS man einfach gehört haben.

Weil das Gute wie immer nicht ohne das Böse existieren kann, feiern in Uncharted 3 auch zwei neue Schurken ihr Debüt: Während Katherine Marlowe wie eine diabolische, grauhaarige Variante von Angela Merkel rüberkommt, ist ihr Handlanger Talbot weitaus weniger denkwürdig - der schmierig grinsende Kerl taucht zu sporadisch auf, seine persönlichen Beweggründe bleiben im Dunkeln. Apropos "im Dunkeln": Auch die Story hat einige Spannungsdurchhänger und Logiklöcher. Grundsätzlich dreht sich alles darum, dass Nathan Drakes Urahne, der berühmte Seefahrer Sir Francis Drake, offenbar die verschollene Stadt Iram ("Das Atlantis des Sandes") entdeckte - dies aber Zeit seines Lebens vor der Öffentlichkeit verbarg. Warum nur? Das findet ihr im Laufe der insgesamt 22 Kapitel heraus. Ähnlich wie in einem Indiana Jones-Film ist die Handlung hierbei vor allem dazu da, einen actionreichen Höhepunkt an den anderen zu reihen - und das gelingt Entwickler Naughty Dog wieder mal hervorragend. Besonders schön: Die Story kommt ohne übernatürlichen Mumpitz aus, Nazi-Zombies müssen zum Glück draußen bleiben.

Grandios designte Rätsel
In Uncharted 2 waren die "Rätsel" (absichtlich in Anführungszeichen) noch kaum als solche zu erkennen: "Viel zu einfach, viel zu wenig", lautete das Urteil vieler Spieler. Diese Disziplin beherrscht Drakes Deception deutlich souveräner: Vor allem im ersten Spieldrittel werdet ihr vor einige recht knifflige Denkaufgaben gestellt. So muss Nathan beispielsweise mit einer antiken Taschenlampe einen Raum so ausleuchten, dass der Schattenwurf die Form eines Kriegers nachzeichnet. Ebenfalls klasse: Nathans obligatorisches Notizbuch (das ihr per Select-Taste aufruft) enthält nun deutlich vagere Hinweise. Die Lösung des jeweiligen Rätsels steht nicht mehr plump da, sondern ist zumeist clever verschlüsselt. Dadurch ist das Aha-Erlebnis beim Knacken der Hirnaufgaben weitaus größer als noch im Vorgänger. Und wenn ihr partout nicht weiterkommt, dann helfen euch die KI-Kumpane aus der Patsche: Sully & Co sind so clever programmiert, dass sie automatisch Tipps absondern, wenn ihr zu lange braucht. Der Satz "Hey, ich habe hier hinten einen Hebel entdeckt" hat uns zum Beispiel davor bewahrt, weiter blind in einer Halle rumzusuchen - so muss modernes, komfortables Spieldesign aussehen.

Der klettert, der Maxe: Wirklich fordernd ist keine der Akrobatikpassagen, Spaß machen sie aber dennoch. Der klettert, der Maxe: Wirklich fordernd ist keine der Akrobatikpassagen, Spaß machen sie aber dennoch. [Quelle: Videogameszone] Simple aber spektakuläre Kletterpassagen
Komfortabel sind auch die typischen Sprung- und Akrobatikeinlagen - fast schon zu komfortabel. Denn wirklich herausfordernd sind Nathan Drakes Klettereien nie. Euer Held greift automatisch nach Vorsprüngen und blickt sodann in die Richtung, die ihr einschlagen sollt. Wenn er mal abstürzt (und das passiert häufig), dann geschieht das auf Geheiß der Entwickler, die euch mit einer Skriptsequenz durchrütteln wollen. Zumeist genügt es also, stur und ständig auf die X-Taste zu drücken, bis ihr das Ende der jeweiligen Kraxelpassage erreicht habt. Dank einiger famoser Kameraeinstellungen und der generell brillanten Optik, machen die Turnererien aber immens viel Spaß. Als ebenso einfach entpuppen sich die gelegentlichen Schwimm- und Tauchabschnitte: Ihr könnt Nathan lediglich kurz per Knopfdruck unter Hindernissen hindurch tauchen lassen, fiese Orientierungsprobleme unter der Wasseroberfläche (Ja, wir meinen dich, Tomb Raider) bleiben somit aus.

Deutlich erweiterte Nahkämpfe
Die wohl größte Veränderung im Vergleich zu Uncharted 2 betrifft die Nahkämpfe. Nathan kann sich nun deutlich besser mit Faust und Fußsohle verteidigen. Dementsprechend haben die Entwickler einige Massenkloppereien eingebaut: So prügelt ihr euch durch eine Kneipe und mischt später gar die gesamte Besatzung eines Öltankers auf. Dabei dient euch eine Taste zum Kontern, eine zum Schlagen und eine zum Ausführen von Würfen. Die Moves variieren dabei, je nach Position zum Gegner und zum Mobiliar: Nathan schnappt sich beispielsweise automatisch eine Bierflasche, wenn ihr an der Keipentheke steht.

Am Ende jedes Faustkampfs taucht dann zumeist ein besonders dicker Brocken auf. Wie in einem der alten James-Bond-Filme sind diese Zwischenbosse herrlich überzeichnet und gefühlte 3 Meter groß. Das Duell mit einem solchen Koloss ist dann aber ein typischer Quick-Time-Event: Ihr drückt die eingeblendeten Tasten nach, und Drake klopft seinen Bildschirm-Widersacher windelweich. Falls ihr doch mal scheitert, liegt der letzte Checkpoint garantiert nicht weit zurück - Frust bleibt somit aus. Das Spiel gibt euch sogar mittels einer Zeitanzeige an, wie lange der vorherige Speicherpunkt zurückliegt - eine enorm kluge Idee,

Nette Extras und Boni
Je weiter ihr in der Story voranschreitet, desto praller füllt sich das "Extras"-Menü mit zusätzlichen Inhalten. Besonders die Making-of-Videos sind einen Blick wert, denn in ihnen erzählen die Entwickler, wie und warum Uncharted 3 so grandios geworden ist. Außerdem betrachtet ihr Konzeptzeichnungen von Charakteren, Schauplätzen und Spielelementen. Sehr cool: Wer genau hinschaut, entdeckt einige Dinge, die es nicht ins finale Produkt geschafft haben - wie etwa verworfene Rätsel oder gar zusätzliche Levels. Schade finden wir indes, dass die 100 im Spiel versteckten Bonus-Schätze "nur" eine Trophäe freischalten. Hier hätte Naughty Dog durchaus eine pfiffigere Belohnung springen lassen können.

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02:26
Uncharted 3: Drake’s Deception - Launch Trailer
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02.11.2011 10:43 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
22.11.2011 16:26 Uhr
Zitat: (Original von Iroquois-Pliskin;9330061)
Ich zocke meine Spiele in der Regel mehrfach durch.

So sollte es normalerweise auch sein. 
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
22.11.2011 15:58 Uhr
Zitat: (Original von soranPanoko;9330063)
Den Multiplayer fand ich für die Hose, wenn ich mit freunden rumballern will nehm ich dafür leiber einen richtigen Shooter...


Ich will ja auch keinen Shooter... Uncharted ist ein Action-Adventure. Für mich ist der MP von Teil 2 und 3 das Beste, was es multiplayertechnisch auf der PS3 gibt. Nicht mehr und nicht weniger 
Community Officer
Bewertung: 0
22.11.2011 15:56 Uhr
Zitat: (Original von Iroquois-Pliskin;9330061)
Ich zocke meine Spiele in der Regel mehrfach durch. Ausserdem hat U3 einen grandiosen MP, mit dem man sich noch lange befassen kann, nachdem man den SP schon voll ausgereizt hat (so wie ich).

so siehts aus, der MP wird sobald ich wieder Internet hab auch wieder…

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