Trinity: Souls of Zill O'll im PS3-Test: Viel verschenktes Potenzial dämpft Spielspaß und Langzeitmotivation
Die Schurkin Selene, der Krieger Areus und der Hüne Dagda (von links). [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Areus, der Halbelf und Held von Trinity: Souls of Zill O'll, arbeitet nur auf einen einzigen Augenblick hin: das Zusammentreffen mit seinem Großvater, dem Imperator Balor, und die sich damit ergebende Chance, ihn niederzustrecken! Der fiese Knacker erhob nämlich sein Schwert gegen sein eigen Fleisch und Blut und tötete Areus' Eltern. Seit dem Tod seiner Eltern sind etliche Jahre ins Land gezogen und Areus verdingt sich inzwischen als Gladiator und Abenteurer. Ihr nehmt mit Areus daher Aufträge in der Abenteurer-Gilde an und erledigt diese in separaten Gebieten, die ihr jedes Mal einzeln auf einer Weltkarte anwählt. Diese Areale sind einfallslos designt, in Levelschläuche verpackt und mit zahlreichen Gegnern gespickt. Die Aufträge beschränken sich dabei auf das Töten großer Monster, das Finden eines verlorenen Gegenstandes oder die Eskortierung von Personen. Einige dieser Missionen treiben die interessante Story voran, die teilweise in hübschen Zwischensequenzen erzählt wird. Alles abseits der Haupthandlung wird hingegen in unspektakulären und unvertonten Standbildern präsentiert.
Im Verlauf der Geschichte schließen sich dem Helden der bullige Muskelprotz Dagda und die elegante Schurkin Selene an. TSoZO bietet dem Spieler diese drei grundverschiedenen Charaktere, damit er ständig zwischen ihnen hin und her wechselt, um sich so den entsprechenden Stärken und Schwächen der Widersacher anzupassen. Zumindest in der Theorie. Denn obwohl die Kämpfe grundsätzlich zwar Spaß machen, bestehen sie im Kern trotzdem nur aus stumpfem Drücken der Angriffstasten, bis alle Gegner tot am Boden liegen. Ein reger Charakterwechsel ist somit unnötig. Auch in puncto Charakterentwicklung und Ausrüstung bietet Trinity selbst für Action-Rollenspiel-Verhältnisse ziemlich wenig. Jeder der drei Helden kann bis zu sieben Fähigkeiten erlernen und diese um drei Stufen aufwerten. Gerade mal mit einer Waffe, einem Armband, einem Ring und einem Amulett dürft ihr eure Recken ausstatten. Immerhin findet ihr viele verschiedene Gegenstände auf euren Reisen, was zumindest im Ansatz ein Sammelfieber auslöst. TSoZO verschenkt oft Potenzial und ist daher nur für absolute Puristen zu empfehlen, die Spaß an Combo-basierten Hack&Slay- Kämpfen haben.
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