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  • The Vanishing of Ethan Carter im Test: Fantastische Präsentation, aber nur seichte Puzzles

    Es gibt keine Kämpfe und auch richtige Schockelemente wie diesen bietet das Spiel selten. Sterbt ihr einmal, dürft ihr nach kurzer Ladepause wieder ran. Quelle: PC Games

    Dass dieses Spiel die Gemüter spalten würde, war von vornherein klar. Gerade angesichts der im Vorfeld veröffentlichten Screenshots mit sehr detaillierter Grafik wurde The Vanishing mit Ethan Carter bereits mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht. Spielerisch blieben wir bei einer Anspielsitzung auf der Gamescom noch etwas ratlos zurück. Im Test entpuppte sich das Spiel des Studios The Astronauts nun als eine Art um Rätsel erweitertes Dear Esther.

    Sonne bahnt sich ihren Weg durch die Baumwipfel. Schwacher Wind rauscht leise. Grashalme wiegen sich im Wind, Vögel zwitschern. Die ersten Minuten sind ein Genuss für Augen und Ohren. Das von den Entwicklern als First-Person-Horror-Adventure bezeichnete The Vanishing of Ethan Carter besticht im Test von Anfang an mit einer solch dichten Atmosphäre, dass man sie fast mit dem Messer schneiden kann. Dafür sorgt nicht nur die wahrlich opulente Grafik, sondern auch die Soundkulisse. Neben dezent stimmungsvoller Musik, sorgen gerade auch die Umgebungsgeräusche dafür, dass man in der Umgebung des kleinen Städchens Red Creek Valley regelrecht versinkt. Dann, wenn man den Blick über wunderschöne Wiesen am Waldrand streifen lässt, dabei Grillen zirpen, Blätter durch den hörbaren und authentischen Wind vorbeigeweht werden, die moosbewachsenen Felsen so echt wirken, als könne man die Hand in den Monitor stecken und mit den Fingern über die rauhen Kanten fahren. Hier ein knackender Ast, auf den man tritt, dort das Geräusch, wenn ein Vogel – von uns aufgeschreckt – im Gebäusch erschrocken kreischt und durchstartet. Die gesamte Präsentation des Spiels zieht euch magisch an. Hinein in die mysteriöse Welt des verschwundenen Ethan Carter.

    Grafisch ist The Vanishing of Ethan Carter über jeden Zweifel erhaben. Grafisch ist The Vanishing of Ethan Carter über jeden Zweifel erhaben. Quelle: PC Games Wer hier allerdings Action erwartet, ist bei diesem Titel falsch. Insgesamt auf eine langsame, ja fast schon gemächliche Spielweise ausgelegt, gestaltet sich gerade der Beginn des Spiels als sehr zäh. Zumal euch die Entwickler, die vorher an Titeln wie Bullettstorm und Painkiller beteiligt waren, in dieser Phase völlig alleinlassen. Mehr als ein paar Sätze zu Beginn, in denen ihr erfahrt, dass ihr den Privatdetektiv Paul Prospero spielt und das namensgebende Verschwinden des Jungen Ethan Carter aufdecken sollt, sind nicht drin. So streift ihr in der ersten halben Stunde zwar mit heruntergelassener Kinnlade durch die wunderschöne Welt, müsst euch aber auch selbst mit der Spielmechanik vertraut machen. Gerade hier kann es passieren, dass ihr einige Dinge überseht oder nicht zu Ende ermittelt, weil ihr noch gar nicht wisst, dass bzw. wie das überhaupt geht. So kann es durchaus passieren, dass ihr dann gegen Ende des Spiels kopflos umher irrt und euch wundert, warum es nicht weitergeht. Da wirkt die Erklärung der Entwickler im Startbildschirm, dass euch das Spiel nicht an der Hand nimmt, fast schon als vorgreifende Entschuldigung oder gar Warnung. Und ja, wir haben das Konzept des Open-World-Entdeckens in der Tat verstanden und finden das für Spiele dieser Art auch essentiell, dennoch wäre zu Beginn eine (wenigstens optionale) bessere Spielerführung wünschenswert gewesen, um späteren Frust zu vermeiden.

    Zum Leben erweckte Tatorte

    In Pauls Visionen blickt er in die Vergangenheit und ihr müsst die Ereignisse in der richtigen Reihenfolge anordnen. In Pauls Visionen blickt er in die Vergangenheit und ihr müsst die Ereignisse in der richtigen Reihenfolge anordnen. Quelle: PC Games In den etwa fünf Spielstunden durchstreift ihr den verlassenen Ort Red Creek Valley. Dabei fallen euch immer wieder Hotspots ins Auge, die ihr per Mausklick untersucht und dann meist Gegenstände finden müsst, die es dort einzusetzen gilt. Dann kommen die übersinnlichen Fähigkeiten von Paul Prospero zum Einsatz. Der kann nämlich durch das Analysieren von Tatorten und Berühren von Gegenständen in die Vergangenheit blicken. Im Spielverlauf stellt sich heraus, dass mehrere Menschen nicht mehr unter den Lebenden weilen. Um diese Fälle zu lösen, sucht ihr jeweils in einem bestimmten Gebiet der offenen Spielwelt wie etwa einem Friedhof oder dem Wirtschaftsgebäude eines Wasserkraftwerkes nach mehreren Hinweisen bzw. Gegenständen. Das ist einfacher als gedacht, denn Prospero kann in einer Vision sehen, wo der gesuchte Gegenstand liegt und auch ein Inventar gibt es nicht. Habt ihr alle beisammen bzw. an den korrekten Orten eingesetzt, entweicht die Seele des Toten und gibt den Blick auf mehrere Szenen der Vergangenheit frei. Diese ordnet ihr dann chronologisch korrekt an, um eine Sequenz freizuschalten, die euch in einem Rückblick dann die wahren Geschehnisse zeigt. So enthüllt ihr nach und nach, was in Red Creek Valley vorgefallen ist. Zwar beginnt die Hintergrundgeschichte spannend und mysteriös, kann aber den Spannungsbogen im weiteren Spielverlauf nicht aufrechterhalten. Ganz abgesehen davon, dass das Finale reichlich unspektakulär daher kommt und auch euch etwas unbefriedigt zurücklassen dürfte.

    The Vanishing of Ethan Carter im Video-Review

    05:48
    The Vanishing of Ethan Carter - Video-Review: Herausragende Grafik, seichte Puzzles
    Spielecover zu The Vanishing of Ethan Carter
    The Vanishing of Ethan Carter

    Kreativer, aber seichter Knobelspaß

    In einer alten Mine seid ihr mit einer kleinen Bahn unterwegs und müsst auch mit dieser Rätsel lösen. In einer alten Mine seid ihr mit einer kleinen Bahn unterwegs und müsst auch mit dieser Rätsel lösen. Quelle: PC Games Die wenigen Rätsel in der weitläufigen Spielwelt, sind zwar recht einfach, aber oft auch sehr kreativ. Etwa, wenn es darum geht, in einem Haus die Räume neu anzuordnen, so dass es einem anderen gleicht oder in einer alten Mine ein Lok auf den richtigen Weg zu bringen, um dunkle Gänge zu erleuchten und sie untersuchen zu können. Dennoch nutzen sich die wenigen und immer gleich ablaufenden Kombinationen von gefunden Gegenständen an die entsprechenden Orte aber schnell ab. Zum Verständnis der Story und für eure ersten Lösungsansätze ist es auf übrigens empfehlenswert, den Preview-Comic auf der Entwicklerseite zu studieren.

    Der angepriesene Horror im Spiel beschränkt sich auf den Fund einiger (blutiger) Leichen und ist eher dezentes, denn prägnantes Spielelement. Selbst, wenn ihr einmal düstere Gänge erforscht, macht sich nicht zwingend Gänsehaut breit. Bis auf einen möglichen Schockmoment könnt ihr The Vanishing of Ethan Carter also auch spielen, ohne Angst um eure Herzfrequenz haben zu müssen. Die Musik passt sich dynamisch dem Spielgeschehen an, wirkt die ganze Zeit unbewusst auf euch ein und steht der wunderschönen Optik des Spiels, die durch die Technologie Photogrammetrie geschaffen wurde, in nichts nach. Dabei werden die hochauflösenden Grafiken durch Fotografie echter Umgebungen gewonnen. Grafik und Sound tragen zusammen mit der glaubwürdigen, von Hand gebauten Spielwelt den Großteil der tollen Atmosphäre.

    The Vanishing of Ethan Carter ist ein Spiel geworden, dass sich vor allem über die fantastische Präsentation definiert, da es letztlich zu wenig spielerischen Inhalt für die verhältnismäßig große offene Spielwelt bietet. So motivierend es auch ist, Tathergänge aufzudecken, so simpel sind viele Rätsel und so nervig ist es auch, minutenlang ereignislos durch die Welt zu wandern und nach einem eventuell übersehenen Hotspot zu suchen. Liebhaber eines Dear Esther oder Gone home werden ihre helle Freude mit der Suche nach Ethan Carter haben; allen anderen sei noch einmal deutlich gesagt, dass ihr allein in Ego-Perspektive eine Welt erforscht und es weder echten Gespräche mit anderen Charakteren noch Kämpfe oder sonstiges actionsreiches Gameplay gibt.

    The Vanishing of Ethan Carter (PC)

    Spielspaß
    77 %
    Grafik
    -
    Sound
    -
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Insgesamt fantastische Präsentation
    Glaubwürdige Spielwelt
    Herausragende Grafik
    Toller Soundtrack und Soundkulisse
    Dichte, authentische Atmosphäre
    Grundsätzlich spannende Story…
    ... deren Spannungsbogen dann aber abfällt
    Spielwelt wirkt deutlich zu leer
    Zu wenige und zu leichte Rätsel
    Zu wenig Interaktionsmöglichkeiten
    Weder Tutorial noch Hilfen
    Relativ kurze Spielzeit
    Nur ein Spielstand, der automatisch überschrieben wird

  • The Vanishing of Ethan Carter
    The Vanishing of Ethan Carter
    Publisher
    Nordic Games
    Release
    26.09.2014
    Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
    Von Ankylo
    Ich muss gestehen, dass ich von dem Spiel bis vor wenigen Tagen nichts gehört habe und erst vor wenigen Tagen ein paar…
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von Ankylo Erfahrener Benutzer
        Ich muss gestehen, dass ich von dem Spiel bis vor wenigen Tagen nichts gehört habe und erst vor wenigen Tagen ein paar Screenshots gesehen habe. Zunächst hielt ich die Bilder für eine reine Grafikpräsentation, aber dann auch gelesen, dass es sich eben um ein Spiel handelt.

        Deshalb habe ich auch in ein…
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1137631
The Vanishing of Ethan Carter
Test: Fantastische Präsentation, aber nur seichte Puzzles
Dass dieses Spiel die Gemüter spalten würde, war von vornherein klar. Gerade angesichts der im Vorfeld veröffentlichten Screenshots mit sehr detaillierter Grafik wurde The Vanishing mit Ethan Carter bereits mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht. Spielerisch blieben wir bei einer Anspielsitzung auf der Gamescom noch etwas ratlos zurück. Im Test entpuppte sich das Spiel des Studios The Astronauts nun als eine Art um Rätsel erweitertes Dear Esther.
http://www.videogameszone.de/The-Vanishing-of-Ethan-Carter-Spiel-38440/Tests/Test-Fantastische-Praesentation-aber-nur-seichte-Puzzles-1137631/
01.10.2014
http://www.videogameszone.de/screenshots/medium/2014/09/Ethan_Carter_098-pc-games_b2teaser_169.jpg
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