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  • The Vanishing of Ethan Carter Vorschau: Düsterer Mystery-Thriller in offener Spielwelt

    The Vanishing of Ethan Carter in der Vorschau: Poetisch ruhig, keine schnelle Action und voller Fokus auf mysteriöse Mordfälle. People Can Flys Studiochef hat die Nase voll von bluttriefenden Ego-Shootern Marke Bulletstorm sowie Gears of War: Judgment und will vor allem das seine Spieler ihr Hirn benutzen. Das Debütprojekt von The Astronauts schlägt eine völlig andere Richtung ein.

    Beeindruckend wie echt sich dieses Gras hier im Red Creek Valley anfühlt, wie jeder Halm sich einzeln im Wind zu biegen scheint und das ganze Spielareal von The Vanishing of Ethan Carter dieses schöne Gefühl einer organisch gewachsenen Landschaft vermittelt. Wo sich sonst in Spielen Blumen fast schon militärisch korrekt am Wegesrand aufreihen, streifen wir hier durch einen Wald, in dem alles wild durcheinander wächst. Von der Farbgebung her könnte dieser Indie-Titel sogar ein Gemälde sein, das plötzlich mit knackscharfen Texturen zum Leben erweckt wird. Technisch gefällt das neue Spiel des Bulletstorm-Machers schon mal. Doch warum ist an einigen Grashalmen Blut getrocknet? Und was sollen diese dunklen Abdrücke in der Baumrinde links von uns? Schnellen hier vielleicht doch gleich wieder Mutanten aus dem Hinterhalt hervor, die wir in klassischer Gears of War-Manier zerlegen müssen? Weit gefehlt, denn Morde gibt es im Debüt-Projekt von Entwickler The Astronauts zwar auch. Aber die verüben wir nicht, wir klären sie als Detektiv Paul Prospero auf.

    Die Hauptfigur Paul Prospero ist kein gewöhnlicher Detektiv. Eine übernatürliche Begabung hilft ihm bei seinen mysteriösen Fällen. Die Hauptfigur Paul Prospero ist kein gewöhnlicher Detektiv. Eine übernatürliche Begabung hilft ihm bei seinen mysteriösen Fällen. Quelle: The Astronauts Ein übernatürlicher Ermittler
    Prospero ist kein gewöhnlicher Detektiv, sondern mit einer besonderen Gabe gesegnet. Kommt er an einen Tatort, dann kann er die Erinnerung der Verstorbenen vor seinem Inneren Auge rekonstruieren. "Er kämpfte schon sein ganzes Leben gegen die überirdischen Kräfte auf unserer Welt, wofür er auch berühmt wurde. Doch ist das ein Kampf ohne Ende. Er ist müde und ausgelaugt", orakelt Adrian Chmielarz ohne konkret zu benennen, wer denn genau diese Gegner sind. Der Chefdesigner will mit The Vanishing of Ethan Carter seine Bulletstorm-Vergangenheit bei People Can Fly hinter sich lassen und sich anspruchsvolleren Spielen widmen, in denen die Geschichte im Vordergrund steht. So wie bei dieser hier rund um den Teenager Ethan Carter, der Prospero in einem Brief um Hilfe bittet. "Als er Ethans Brief öffnet, denkt er noch es handle sich um ein typisches Fanschreiben. Doch dann liest er ihn aufmerksam und erkennt das der Junge in großen Schwierigkeiten steck". Prospero will ihn in Wisconsin besuchen, doch seine Eltern berichten nur noch von seinem Verschwinden und das die Polizei nach ihm suche. Zwar möchte Chmielarz noch nicht zu viel verraten, teasert aber schon mal an "das hier okkulte Mächte ihre kahlen Finger im Spiel haben". Kein Wunder, schließlich hat sich The Astronauts vor allem von der Kult-Serie "Twin Peaks", den Grusel-Roman-Klassikern von HP Lovecraft, M.R. James aber auch Trash-Horror-Comics der 70er- und 80er-Jahre inspirieren lassen.

    Subtile Hinweise, die echtes Detektivgespür fordern
    Starke Technik: The Vanishing of Ethan Carter sieht für ein Projekt eines Indie-Teams außergewöhnlich gut aus. Besonders fasziniert sind wir von der Schärfe der Texturen. Starke Technik: The Vanishing of Ethan Carter sieht für ein Projekt eines Indie-Teams außergewöhnlich gut aus. Besonders fasziniert sind wir von der Schärfe der Texturen. Quelle: The Astronauts Auf einer Lichtung schwenkt unser Blick aus Ego-Perspektive nach links, dort fällt auf er einen Lokomotiv-Triebwagen, an dessen stählerner Front dunkles Blut leicht im Sonnenlicht schimmert. Nähern wir uns der rostigen Lokomotive schwingt das Wörtchen "Untersuchen" ins Bild. Klicken wir hier mit der Maus drauf, löst das ein ganzes Gewirr aus Gedanken in unserem Sichtfeld aus: "Blut!", "Vielleicht menschlich?", "Höchstens ein paar Tage alt" und "Der Boden ist unbefleckt." All' das sind Hinweise, die wir selbst erfassen und deuten müssen. "Ihr sollt euch wirklich als Detektiv fühlen und nicht einfach nur einen kontrollieren. Die meisten Spiele dieser Natur sind zu linear, die Lösung wird quasi auf dem goldenen Tablett serviert", erörtert Chmielarz. "Wir hingegen versuchen uns an einem subtileren Ansatz". Deshalb hat sein Team die gesamte Welt offen gestaltet und überall unterschiedliche Hinweise verteilt. Besteigen wir beispielsweise das Führerhaus, fällt uns eine umgefallene Öl-Kanne auf. Hat der Zug eventuell hart gebremst? Doch wer soll am Steuer gesessen haben? Hier ist ja weit und breit keine Menschenseele. An diesem Tatort lässt sich kein Blumentopf gewinnen, doch woher sollen wir wissen, wo der nächste Hinweis liegt? Schließlich besteht die Gegend aus einem großen See, über den eine Brücke führt und mehreren Hektar Wald und Wiesen. Auch die Schienen sind keine große Hilfe, denn die Kreuzung führt in vier verschiedene Richtungen. Wir suchen weiter und entdecken eine Aussparung am Motor des Triebwagen, in die zweifelsfrei eine Handkurbel gehört. Da die Prospero allerdings noch fehlt, schweben abrupt mehre Ausführung des Wortes "Kurbel" ins Sichtfeld, die näher zur Bildmitte rücken, je direkter wir zum Fundort des Objekts schauen. Vereinigen sich die Worte, blicken wir in die richtige Richtung und können dann über Prosperos Fernwahrnehmung ein Bild des Gegenstands visualisieren lassen. Ein kreativer Ersatz für eine klassische Benutzeroberfläche, denn der Entwickler will unter allen Umständen Pfeile und Karten in seinem Spiel vermeiden.

    Der blutige Stein und das tote Gras
    Die Spielwelt in The Vanishing of Ethan Carter ist offen gestaltet und mit zahlreichen Hinweisen gespickt. Die Spielwelt in The Vanishing of Ethan Carter ist offen gestaltet und mit zahlreichen Hinweisen gespickt. Quelle: The Astronauts Laufen wir jetzt an den Schienen in nördlicher Richtung entlang, stoßen wir schon bald auf eine Leiche. Ist das etwa Ethan? Noch können wir sein Gedächtnis nicht anzapfen, denn dafür müssen wir erst mal alle Puzzle-Teile finden und richtig zusammensetzen. Ergo suchen wir weiter und entdecken einen Stein, an dem Blut klebt. Hier hat ganz offensichtlich ein Kampf stattgefunden, vermutlich zwischen dem Jungen und seinem Mörder. Den Stein klicken wir an und legen ihn zurück auf einen Steinhaufen. Damit wäre der nächste Hinweisknoten gebildet, doch auch der reicht noch nicht um den Fall zu lösen. Ergo streifen wir weiter und uns fällt schon bald eine recht große, platt getretene Stelle im wuchernden Gras auf. Von der Form passt die ziemlich genau zur Lokomotive, wir denken direkt an die umgefallene Öl-Kanne im Fahrerhaus zurück und schlussfolgern daraus, dass das Gefährt ursprünglich ausrangiert hier stand und erst manuell auf die Gleise gebracht wurde, um den Jungen auf den Schienen zu überfahren. Doch warum so viel Aufwand für einen Mord an einem Siebzehnjährigen, der weitestgehend wehrlos ist? Das ist alles sehr mysteriös, aber zumindest können wir jetzt alles gedanklich wieder an seinen Ursprungsort legen und dann die Erinnerungen des Opfers materialisieren. Blaue Funken strömen dabei aus seinem Körper und formen die Momente des Todes, nicht unähnlich den Geistererscheinungen aus BioShock. Sekundenbruchteile zeigen, wie dem armen Tropf die Beine abgerissen werden; wie er mit seinen blutenden Stümpfen davon robbt. Heftig! Diese und andere Bilder werden Teil von Prosperos Gedankenwelt und können wieder und wieder abgerufen werden. "Du bekommst so nicht alle Informationen", erläutert der Chefentwickler. "Aber es ist das erste Teil in einem sehr großen Puzzle".

    Ersteindruck:
    The Vanishing of Ethan Carter ist eines dieser Indie-Spiele, die man erst mal sacken lassen muss. Die Idee einer offenen Welt in einem Mystery-Thriller fasziniert, doch irgendwie passt das alles nicht zusammen. Von alleine wären wir eher nicht auf den Trichter gekommen, das der Zug vorher gar nicht auf den Gleisen stand. Wie soll denn bitte ein einzelner Mörder so ein tonnenschweres Gefährt von der Wiese auf die Gleise schieben? Doch dann dämmert es uns: war das vielleicht ein Ritualmord, schließlich spricht Adrian Chmielarz gerne und ausführlich im Gespräch über Stephen King und HP Lovecraft. Auch die Screenshots geben einen Hinweis darauf, wie düster der Titel noch werden wird. Etwa wenn ein Brunnen voller Blut sich am Wegesrand aufbaut. Was auf jeden Fall aber schon mal überzeugt sind Spielmechaniken und Technik. Die Idee mit Einblendungen Marke Heavy Rain statt umständlichem Inventar zu arbeiten ist gut und die Schärfe der Texturen wirklich beeindruckend. Die Stahlwand der Lokomotive besteht beispielsweise nicht nur aus einer planen Oberfläche, sondern ist mit rostigen Stellen und Rissen überzogen, an denen der gelbe Lack abblättert und den Stahlkörper freigibt. Das sind Details, die wir sonst eher in Multi-Millionen-Euro-Produktionen wie Crysis 3 erwarten.

    Autoren: Benjamin Kratsch und Michael Förtsch

    00:46
    The Vanishing of Ethan Carter: Erstes Teaser-Video
  • The Vanishing of Ethan Carter
    The Vanishing of Ethan Carter
    Publisher
    Nordic Games
    Release
    26.09.2014

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The Vanishing of Ethan Carter
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http://www.videogameszone.de/The-Vanishing-of-Ethan-Carter-Spiel-38440/News/The-Vanishing-of-Ethan-Carter-Vorschau-1115065/
27.03.2014
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