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  • The Getaway

    Mit den Londoner Bobbys ist nicht zu spaßen. Mit den Londoner Bobbys ist nicht zu spaßen. Zwei Männer, ein Ziel: Charlie Jolson, den skrupellosesten Gangsterboss Londons auszuschalten. Mit vereinten Kräften wäre das sicher einfacher, würde man meinen, aber da gibt es ein paar Komplikationen. Bei Person A handelt es sich nämlich um einen abgebrühten und schwer bewaffneten Verbrecher. Mark Hammond will seinen Beruf zwar eigentlich an den Nagel hängen, aber als Jolsons Gang seine Frau erschießt und seinen Sohn entführt, bleibt ihm nicht viel anderes übrig, als - zumindest nach außen hin - nach Charlies Pfeife zu tanzen.
    Person B wiederum ist ein suspendierter Cop, der sich im Alleingang mit der Londoner Unterwelt anlegt - eingeschlossen Mark Hammond, der offiziell wegen Mordes an seiner Frau gesucht wird.
    Egal, für welchen der Protagonisten Sie sich entscheiden, es geht in jedem Fall rau zu. The Getaway war von vornherein als provokativer Reißer für ein "reifes Publikum" konzipiert und geizt folglich nicht mit Gewalt und derben Dialogen. Doch mögen unsere Helden auch gezwungenermaßen in denselben Kreisen verkehren, so verfolgen sie doch verschiedenen Zickzack-Routen durch die Metropole und können auf unterschiedliche Reserven zurückgreifen. So stehen Frank beispielsweise die Türen diverser Polizeifahrzeuge offen, und in mindestens einem Abschnitt ist er sogar mit Rückendeckung unterwegs.
    Die "Spielelemente" - Autoklau, Schießereien, Anschläge - decken sich großenteils mit denen von GTA III, doch der Spielverlauf ist viel linearer: Man folgt einem von zwei filmisch angelegten Handlungssträngen, innerhalb derer vorgegebene Aufgaben erledigt werden müssen: Mal sieht sich Mark dem Leben seines Kindes zuliebe genötigt, für Charlie einen Nachtclub in Schutt und Asche zu legen. Ein andermal rauft er sich mit der smarten Profikillerin Yasmin zusammen, um aus einem Polizeirevier zu türmen, und dergleichen mehr. Solche Action-Passagen und Storysequenzen folgen einander Schlag auf Schlag. Damit das Ganze möglichst einheitlich und glaubwürdig rüberkommt, hat man die 34 Videos in normaler Spielgrafik, aber mit aufwendigem Motion-Capturing und textgetreuen Lippenbewegungen inszeniert. Der Zuschauer soll sich als Figur in einem temporeichen Kriminalfilm fühlen, wobei die vorprogrammierten Szenen ebenso spannend zu verfolgen sind wie die interaktiven. Nach dem, was wir bisher sehen konnten, klappt das ausgezeichnet.
    KNÖPFCHEN MIT KÖPFCHEN
    Wird in einem Stirb Langsam-Teil eingeblendet, dass Bruce Willis schon 0,8 Liter Blut verloren und noch 42 Kugeln in der Jeanstasche hat? Näh. Warum sollte es in einem interaktiven Film anders sein?
    Mark beziehungsweise Frank signalisieren lediglich durch ihre Körperhaltung, wie fit sie noch sind und ob sie eine Verschnaufpause gebrauchen können. Auf einen Druck der X-Taste hin presst sich Ihr Charakter gegen die nächstgelegene Wand oder sucht anderweitig Deckung, bereit sich blitzschnell wieder ins Getümmel zu stürzen. Während Sie auf der Lauer liegen, stellt sich die Kamera automatisch auf Zielobjekte in Ihrer Schusslinie ein. Müssen Sie gleichzeitig laufen und Blei austeilen, empfiehlt es sich, die Zielhilfe zuzuschalten; um präzise Treffer zu landen und Munition zu sparen, nimmt man sein Gegenüber am besten manuell ins Visier. Anders als in den meisten Vergleichstiteln finden Sie in The Getaway nämlich keine rot leuchtenden Kugelpakete auf jedem zweiten Treppenabsatz. Bewegen Sie eine Figur über eine herumliegende Waffe, und sie wird diese automatisch aufnehmen und benutzen, bis im Magazin Ebbe herrscht. Und dann? Nun, wie schon Cores erfahrene Tempelfledderin haben auch Team Sohos kaltschnäuzige Helden immer noch zwei Asse, sprich: Pistolen für den Notfall im Ärmel.
    HARTER TOBAK
    Als flüchtiger Gangster - oder auch als Amok laufender Polizist - können Sie oft zu ziemlich drastischen Mitteln greifen, um die eigene Haut zu retten. Ist die Spielfigur umzingelt, kann beispielsweise eine Möglichkeit zur Verlängerung ihrer Bildschirmexistenz darin bestehen, sich den nächsten greifbaren Zivilisten in die Armbeuge zu klemmen und ihm eine Waffenmündung an die Schläfe zu drücken. Und dann darauf hoffen, dass Ihre Verfolger aus Rücksicht auf die Geisel das Feuer einstellen - 100%ig darauf verlassen sollten Sie sich jedoch nicht. Stellenweise hilft Ihnen auch ein altbekannter Trick aus der Patsche: Man halte Ausschau nach einem günstig platzierten Ölfass, Feuerlöscher oder dergleichen und jage ihn mit einem gut gezielten Schuss in die Luft. Dass umstehende Passanten, Kunden und so weiter in Geschrei ausbrechen, sobald Sie mit einer Kanone herumfuchteln oder anderweitig Rabatz veranstalten, versteht sich fast von selbst. Dass sie beiseite stürzen, wenn Sie in einem entführten Fahrzeug über Parkflächen oder Gehwege heizen, ist mittlerweile auch spielüblich. Wie im richtigen Leben enden solche Panikaktionen allerdings bei The Getaway oft fatal - unter den Reifen eines Londoner Linienbusses zum Beispiel.
    Ah ja, die Flucht- und Verfolgungskarossen. Die Auswahl an fahrbaren Untersätzen umfasst rund 60 Modelle, vom Mini Cooper über den schneidigen Toyota MR2 bis zum fetten BMW. Ganz klar besitzt jede Kiste eine eigenständige Fahrphysik und bietet Ihnen aufgrund ihrer Größe, Schnelligkeit und Wendigkeit in bestimmten Situationen Vorzüge oder Nachteile. Einmal am Steuer, werden Sie feststellen, dass Ihnen The Getaway hier etwas mehr Feingefühl und Umsicht abverlangt als ähnliche Action-Rennspiel-Hybriden. Wie gewohnt, geben Sie mit dem linken Analogstick die Fahrtrichtung an, um zu beschleunigen oder zu bremsen, benutzen Sie entweder die Aktionstasten oder den rechten Stick. Doch auch wenn Sie es noch so eilig haben, sollten Sie lieber nicht versuchen, Eisenpfosten und ähnlich robuste Hindernisse zu "überrollen". Ein zerknautschter Motorraum könnte dazu führen, dass Ihr Fahrzeug - samt Insasse - nach kurzer Zeit in Flammen aufgeht. Aber auch kleinere Kollisionen können zur Folge haben, dass Sie die Lenkung Zicken macht oder dass die Blinkanlage ausfällt, welche Sie normalerweise dezent in die richtige Richtung lotst. Dann sind Sie in einem Straßendschungel von 40 Quadratkilometern Ausmaß wohl ziemlich aufgeschmissen, bis sie den nächsten Rentner um seine Limousine erleichtert haben.
    EINE VISION NIMMT GESTALT AN
    Es ist kaum zu glauben, aber das Team Soho hat tatsächlich seine Versprechungen wahr gemacht und, abgesehen von einigen kleineren Gassen und Winkeln, alle bekannten Stadtviertel Londons bis ins Detail nachgebildet. Sehenswürdigkeiten, berühmte Geschäfte und sogar das örtliche Sony-Quartier sind vertreten. Dabei wurden für die Straßenfassaden nicht nur Bilder auf glatte 3D-Bausteine "geklebt", sondern offenbar jedes einzelne Haus ausmodelliert. Damit nicht genug, die Stadt pulsiert auch noch regelrecht vor Leben. Was und wie viel auf den Straßen los ist, hängt von der Urzeit ebenso ab wie vom Stadtteil. Im chinesischen Viertel treffen Sie vornehmlich auf asiatische Bürger, in den schicken Einkaufszonen auf Yuppies, in Soho auf von Autos verstopfte Kreuzungen. Für etliche Nebenrollen standen übrigens Mitglieder des Entwicklungsteams persönlich Modell, und angeblich ließen sich auch einige Londoner Polizeibeamte mit Feuereifer in die Produktion des Gangsterdramas einspannen. Zu den Screenshots auf diesen Seiten sollte man noch anmerken, dass diese in einer höheren Auflösung abgebildet sind, als normale Fernseher diese darstellen könnten. Ganz so scharf wird The Getaway in Ihrem Wohnzimmer also nicht aussehen.
    Bliebe zu sagen: Obwohl bis zum geplanten Release Ende des Jahres noch eine Menge zu tun bleibt, sieht The Getaway mittlerweile also nicht mehr nach einer Videospiel-Legende am Horizont, sondern nach einem (gut!) realisierbaren potenziellen Action-Hit aus. Trotz der ehrgeizigen Detailfülle halten sich Ladezeiten zwischen den Schauplätzen in Grenzen, die Figuren scheinen weitgehend sehr gut animiert. Gespannt sind wir noch auf den Soundtrack, mit dessen Komposition Andrew Hale, der Keyboarder von Sade, betraut wurde.
    Zuletzt noch frohe Botschaft von SCE Deutschland: Das Spiel soll komplett lokalisiert werden, und zwar von namhaften Hollywoodfilm-Sprechern! Unter Berücksichtigung der erwachsenen Zielgruppe will man auch die dreckige Gossensprache der britischen Fassung in der deutschen Übersetzung möglichst beibehalten. Inwieweit man die Gewaltdarstellung für Deutschland beschneiden wird oder nicht, um einem Indizierungsverfahren zu entgehen, bleibt noch dahingestellt. Einen Erfolg kann der Titel jedenfalls jetzt schon verzeichnen: Er gehört zu den wenigen europäischen Spielen, die nach Japan verschippert werden. Für den Fall, dass der Thriller ein Verkaufshit wird, ziehen die Entwickler bereits in Erwägung, eventuell nächstes Jahr mit den Arbeiten an einer Fortsetzung zu beginnen. Wenn das kein Massenfall für die Anonymous Workaholics ist!

  • The Getaway
    The Getaway
    Developer
    Team SoHo
    Release
    10.12.2002
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