Tekken 6 im Test für PS3: Der erhoffte Beat'em-Up-Knaller?
Welche großen Überraschungen soll Tekken 6 schon bieten? Auf der PS3 unterwegs, wird sich der Namco- Prügler als hübschere Variante des gelungenen Vorgängers präsentieren. Das dachten wir zumindest. Doch die japanischen Entwickler gaben sich mit einem Grafik-Update nicht zufrieden. Wir wissen nicht recht, ob wir das gut oder schlecht finden sollen.
DER ERHOFFTE KNALLER?
Nina und Eddy prügeln sich auf einem Hochhaus, während ein Heli (Bildmitte) ins Schwanken gerät.
Gleich zu Beginn unseres Tests möchten wir Tekken-Anhänger beruhigen: Teil 6 ist genau das Beat 'em Up geworden, das sich Liebhaber von gepflegten Pixelprügeleien gewünscht haben. Zum einen sind nahezu alle Tekken-Charaktere vertreten, die es jemals auf die Kampfbühne der Kultreihe geschafft haben. Die Protagonisten Heihachi Mishima, sein Sohn Kazuya und Enkel Jin samt Sonderausführung Devil Jin sind umgeben von alten Bekannten wie Paul Phoenix (dessen Frisur so betonartig perfekt sitzt wie 1995), Nina Williams, Eddy Gordo, Hwoarang, Marshall Law und Lei Wulong. Doch das Starterfeld von 40 schlagwütigen Personen wäre langweilig, wenn es nicht auch neue Gesichter geben würde.
Wir stellen vor: Robomädchen Alisa Bosconovitch, die schon mal mit ihrem Jetpack durch die Gegend fliegt; die aufreizend gekleidete Assassine Zafina; Fettsack Bob, der überraschend beweglich ist; Leo Klieson, der eher
Frauenversteher: Koloss Marduk packt sich die hübsche Christie.
aussieht wie eine Frau; der spanische Schönling Miguel Caballero Rojo sowie zu guter Letzt Lars Alexandersson, der mit seiner abgefahrenen Frisur locker bei Tokio Hotel mitmachen könnte. Blondine Lili und Marilyn-Manson-Doppelgänger Dragunov gab es ja bereits im PSP- und PSN-Ableger Dark Resurrection. Die Charaktere fügen sich nahtlos in die Tekken- Kämpferriege ein und sorgen mit frischen, unverbrauchten Kampfstilen für spielerische Abwechslung. Ein nicht spielbarer Neuling ist der hausgroße Drache Azazel, der als überaus anstrengender Endgegner dient. Lediglich er wirkt mit seinen unfairen, übertriebenen Angriffen fehl am Platze. Doch fiese Endbosse ist man als Fan seit Jinpachi aus Tekken 5 gewohnt.
TEMPO GEFÄLLIG?
Gib’s dem Roboter! Kampfmaschine Jack 6 darf an Ravens Füßen riechen.
Zum anderen hat man das feine Gameplay des Vorgängers noch weiter verbessert. Schläge, Tritte und Spezialattacken gehen flüssiger und direkter von der Hand. Und wer schon mal die PlayStation- Teile von Tekken in der PALVersion gespielt hat, weiß, wie wichtig das Tempo beim Namco- Prügler ist. Damals mussten nämlich europäische Zocker mit einer technikbedingten Verlangsamung des Spielgeschehens vorlieb nehmen. Während man in Japan und den USA fl ink durch die 3D-Arenen hüpfte, verbrachten PAL-Kämpfer bei einem simplen Sprungangriff gefühlte Minuten in der Luft. Tekken 6 bietet die bislang höchste Spielgeschwindigkeit aller Serienteile, und das ist auch gut so. Wer eher auf taktische Prügelkost steht, sollte ohnehin zum anspruchsvollen Virtua Fighter 5 greifen.
KEINE GRENZEN MEHR!
Eine Neuerung, die wir uns seit Jahren wünschen, sind Arenen mit mehreren Ebenen. Dead or Alive 2 aus dem Jahr 2000 bot bereits weiträumige Schauplätze, bei denen man schon mal einen Abgrund herunterfallen oder sich über mehrere Dächer dreschen konnte. Wir haben uns immer gefragt, warum andere Entwickler von Beat 'em Ups dieses fantastische Konzept nicht einfach kopieren. Unsere Briefe nach Japan hatten anscheinend Erfolg, denn endlich setzt Namco bei den Arenen nicht mehr nur auf die Optik, sondern auch auf Interaktivität. Das bedeutet natürlich nicht, dass das Gesamtbild vernachlässigt wird. Die überaus gut aussehenden Spielorte kommen dabei abwechslungsreich daher. Auf einer zerstörten Autobahnbrücke verhauen sich die Kontrahenten zwischen rollenden Panzern, in einem überfluteten Tunnel brennt im Hintergrund ein Haufen Fahrzeuge und auf einem Hochhausdach bekommt man einen Kampfhubschrauber zu Gesicht, der gegen das benachbarte Gebäude knallt, während Blitze nur knapp an den Kämpfern vorbei einschlagen.
AUSSEHEN IST ALLES
Schwungvoll: Wurfangriffe wie dieser werden oftmals mit netten Kamerafahrten präsentiert.
Bereits aus Tekken 5 sind es Anhänger der Serie gewohnt, die Kämpferriege optisch modifizieren zu dürfen. So werden beispielsweise den Damen fleißig heiße Krankenschwestern- oder Stewardessen-Outfits verpasst. Unter den Hunderten Gegenständen sind viele abgefahrene, typisch japanische Items. Die Palette reicht von rosa Polizeihüten über Krawatten am Kopf. Mit diesen individuellen Schlägern geht's dann ab in den Arcade-Modus, bei dem man sich unendlich vielen Gegnern stellt. Jeder Sieg bringt Credits, für die man wiederum weitere Kleidungsstücke erwerben kann. In regelmäßigen Abständen kommt es zu einem Ranking-Match, das darüber entscheidet, ob ihr einen Rang ("Kyu" und später "Dan") aufsteigt. Das klingt zwar etwas monoton, doch echte Tekken-Profis finden hier und natürlich im Online-Modus ständige Herausforderungen.
DER HAKEN?
Das klingt alles genau so, wie man es als Tekken-Liebhaber erwartet hat. Ein misslungener Aspekt trübt jedoch den ansonsten guten Gesamteindruck: der neuartige Kampagnen-Modus. Hat man bei Tekken 3 noch über den ähnlichen "Tekken Force"- Modus geschmunzelt, da er nur als harmloser Bonus daherkam, soll die Kampagne das Herzstück des Spiels bilden. Da diese Spielvariante den Spielspaß im Singleplayer mächtig nach unten zieht, erhält der Multiplayer eine deutlich höhere Wertung. Wer wissen möchte, warum die Kampagne in unseren Augen so schlimm ist, liest den großen Extra-Kasten links.
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sehr umfangreich und ein geiles gameplay wie noch nie! Der endboss azazel ist ganz schön hart!
Habe 2 Versuche gebraucht um ihn zu platten;) mit hwoarang xD
Ich zähle zu ersteren und mir macht das Spiel, besonders online, einen riesen Spaß.
Den Negativpunkt das azael ein zu schwerer Endboss ist, kann ich nicht nachvollziehen. Er ist fordernd aber machbar, mit hworang besiege ich ihn immer. Für mich hat es die Erwartungen voll erfüllt
Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Nur wusste ich das eh schon vorher und die aktuellen Tests bestätigen meine Prognose
Wie ist das in diesem Teil?
Muss man nun irgendwie diesen Kampagnen Modus spielen um die geilen End videos der einzelnen charaktere zu sehen oder geht das noch wie damals 8 Kämpfe der letzte ein Oberboss und dann Filmchen genießen? Also wenn es einer weiß bitte antworten. Das interresiert mich. Ich liebe einfach so over the top Szenen.
Ich muss aber sagen, dass ich mit so einem Testurteil gerechnet habe. Für manche Leute sind manche Spiele aber einfach Pflicht. So, wie ich The Force Unleashed trotz ernüchterndem Testergebnis unbedingt haben musste, muss ich auch Tekken haben. Ich habe es bisher eh nur im Multiplayer gespielt und dadurch, dass jetzt schon alle Figuren direkt verfügbar sind, brauch ich auch den dummen Kampagnenmodus nicht. Was soll ich mit den Klamotten?!?
Bier her, Kumpel her und dann gehts los. Tekken wird für mich immer Tekken bleiben und das ist auch gut so..